Maxwell Richter stoppt Spendenaktion für die Beerdigung seines Vaters
Für die Beerdigung von Ralf Richter kamen in rund 20 Stunden 21.509 Euro zusammen. Sein Sohn Maxwell ließ die Sammlung stoppen – weil die öffentliche Kritik an der Bitte um Geld zu groß wurde.
Rund 20 Stunden nach dem Start waren 21.509 Euro von 821 Spendern zusammengekommen – dann ließ Maxwell Richter (44) den Spendenaufruf für die Beerdigung seines Vaters stoppen. Die öffentliche Kritik an der Bitte um Geld war zu groß geworden. Der Schauspieler Ralf Richter (69) war in der Nacht zum 15. September in seiner Kölner Wohnung gestorben; der Bericht von promiflash nennt abweichend den 14. September.
Richter wurde als Zentralmaat Frenssen in „Das Boot“ und als Kalle Grabowski in „Bang Boom Bang“ bekannt. Er litt seit Längerem an COPD und einer Herzunterfunktion; zuletzt habe eine zum Herzen führende Vene nicht mehr richtig gearbeitet. Seinen Tod machten Sohn Maxwell und Tochter Aline auf Instagram öffentlich: „Für uns ist gerade eine Welt stehengeblieben.“
Instagram · @maxw.ellrichter
Eine Familienfreundin startet, der Sohn wirbt
Eingerichtet hatte die Sammlung Muriel Tacke, eine enge Freundin der Familie. Sie startete die GoFundMe-Aktion am Mittwoch, dem 16. September, mit einem Spendenziel von 8.000 Euro. Dort hieß es, die Sammlung solle der Familie einen würdevollen Abschied ermöglichen. Ausdrücklich stellten die Initiatoren klar, nicht Maxwell oder ein anderes Familienmitglied organisiere die Aktion, sondern Menschen aus dem Umfeld; die Familie sei informiert gewesen und habe zugestimmt.
Am Donnerstag, dem 17. September, machte Maxwell Richter den Aufruf mit einem Instagram-Beitrag und einem Foto seines Vaters öffentlich. „Danke für eure Anteilnahme. Der Verlust meines Vaters Ralf trifft unsere Familie tief“, schrieb er. Und: „Jede Spende, jedes Teilen und jede liebe Nachricht bedeutet uns sehr viel.“
„Gleichzeitig stehen wir vor den Kosten, die ein würdevoller Abschied mit sich bringt.“
Maxwell Richter, Sohn von Ralf Richter
21.509 Euro in rund 20 Stunden
Die Summen stiegen im Stundentakt. Stand 10 Uhr am Donnerstag war die 8.000-Euro-Marke mit mehr als 200 Unterstützern überschritten, das Ziel wurde auf 10.000 Euro erhöht. Um 12.30 Uhr waren 14.840 Euro von 474 Spendern zusammengekommen, um 14.15 Uhr mehr als 21.500 Euro. Am Ende kamen 21.509 Euro von 821 Spendern zusammen, wie die F.A.Z.-Bilanz der Spendenaktion zeigt.
Gegen 14.30 Uhr hieß es auf GoFundMe: „Für diesen Spendenaufruf werden derzeit keine Spenden angenommen.“ Maxwell Richter sagte, er habe die Organisatorin selbst gebeten, die Aktion zu beenden: „Mehr brauchen wir nicht. Es soll nicht obszön werden, denn wir beabsichtigen nicht, uns mit dem Geld eine schöne Zeit zu machen.“ Übrig gebliebenes Geld solle an Obdachlosenorganisationen gehen.
Spendenziel und tatsächliches Ergebnis
Spendenaufruf für die Beerdigung von Ralf Richter
Quelle: GoFundMe, 17. September 2026
Der Streit um die Spendenbitte
In Foren und auf sozialen Netzwerken wurde der Aufruf teils heftig kritisiert. Viele fragten, warum die Familie eines bekannten Schauspielers nicht selbst für die Bestattung aufkommt; die Fragen zu Nachlass, Vorsorge und Staatshilfe hat t-online zusammengetragen.
Über fehlende Absicherung in der Branche spricht auch ein Kollege offen: Ralf Bauer bereut seine späte Altersvorsorge. Andere Leser verwiesen darauf, dass der Sozialhilfeträger Bestattungskosten übernehmen kann oder dass eine günstigere Bestattungsform möglich wäre.
Die Initiatorin Tacke wies die Vorwürfe zurück. Sie erlebe die Kritik als „teilweise sehr heftig“, Spekulationen über die finanziellen Verhältnisse der Familie könne sie nicht nachvollziehen; Richters Erfolge lägen „teilweise Jahrzehnte zurück“. Auf die Frage, warum die Familie die Kosten nicht selbst stemmt, sagte Maxwell Richter: „Wir geben bereits alles, was wir können.“
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Der Termin beim Bestatter
Am Freitag, dem 18. September, hatte Maxwell Richter einen Termin beim Bestatter. Wo Ralf Richter beigesetzt wird, stand zunächst nicht fest; der Sohn wünscht sich Bochum: „Das hätte sich Papa gewünscht.“ In der Stadt läuft „Bang Boom Bang“ seit 27 Jahren ununterbrochen im UCI-Kino, am Freitagabend um 22.45 Uhr erneut. Die Branche kennt auch stille Abschiede: Axel Schreiber wurde im engsten Kreis beigesetzt. Offen bleibt, ob und wann es für Ralf Richter eine öffentliche Trauerfeier gibt.