Iranische Delegation verlässt UN-Saal nach Trumps Vernichtungsdrohung
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Vereinte Nationen

Iranische Delegation verlässt UN-Saal nach Trumps Vernichtungsdrohung

Donald Trump droht dem Iran in seiner Rede vor der UN-Generalversammlung mit der Vernichtung – die iranische Delegation verlässt den Saal. Am selben Tag bestätigt er drei Stunden direkter Gespräche mit Teheran.

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US-Präsident Donald Trump hat dem Iran vor der UN-Generalversammlung mit der Auslöschung gedroht – fast die gesamte iranische Delegation verließ daraufhin den Saal.

Am Dienstag, dem 22. September 2026, sprach Trump vor der 81. Sitzung der Generalversammlung im UN-Hauptquartier in New York. Die Generaldebatte hatte am Dienstagnachmittag begonnen; rund 130 Staats- und Regierungschefs und Dutzende Minister werden in den folgenden Tagen in New York erwartet.

Kern der Rede war eine Entscheidungsfrage, die Trump selbst an den Iran richtete: Entweder es kommt nach den Kongresswahlen ein Abkommen, das einen Wiederaufbau ermöglicht – oder er vernichtet die Islamische Republik, und zwar schnell. Trumps Vernichtungsdrohung gegen Iran, hieße: „keine Chance auf Überleben, keine Hoffnung auf Größe für Generationen.“

Ich habe eine große Entscheidung zu treffen. Wird ein Abkommen mit Iran geschlossen, das es dem Land ermöglicht, sich wieder aufzubauen und zu einer weitaus großartigeren Nation zu werden, als sie je zuvor war? Oder vernichte ich die Islamische Republik – und zwar schnell –, sodass sie nie wieder die Chance hat, Menschen zu töten und Länder zu zerstören? Soll ich sie in die Hölle schicken?
Donald Trump, US-Präsident

Trump verteidigt den Krieg gegen den Iran

Trump bezeichnete den Iran als „Tyrann des Nahen Ostens“ – im Imperfekt: Das Land sei das „gewesen“, betonte er, nun sei es das nicht mehr. Die USA begründen ihren Militäreinsatz damit, verhindern zu wollen, dass Teheran jemals eine Atomwaffe erlangt. Sein Versprechen dazu löste im Saal Applaus aus.

Zugleich rief Trump die Nationen auf, sich den USA anzuschließen und die „vollständige wirtschaftliche Isolation des Iran“ durchzusetzen. Teheran müsse seine Angriffe auf Handelsschiffe in der Straße von Hormus einstellen, seine nuklearen Ambitionen aufgeben und die Unterstützung terroristischer Gruppen beenden.

Dem Iran warf Trump vor, ein US-Angebot wirtschaftlicher Zusammenarbeit im Gegenzug für ein Ende des Atomprogramms „absolut abgelehnt“ zu haben – „das war ein großer Fehler“. Laut Trump versucht Teheran, eine Einigung über eine vollständige Wiederöffnung der Straße von Hormus und ein Ende des Krieges bis nach den Zwischenwahlen hinauszuzögern – ein Streit, der sich schon an Trumps Streit um die Straße von Hormus entzündet hat.

Ich werde niemals zulassen, dass Iran eine Atomwaffe besitzt.
Donald Trump, US-Präsident

Die iranische Delegation verlässt den Saal

Vertreter des Irans verfolgten Trumps Äußerungen zunächst regungslos, dann verließen sie den Saal – nur ein Delegierter blieb sitzen. Präsident Massud Peseschkian und Außenminister Abbas Araghtschi hielten sich zur Generaldebatte in New York auf, waren zu Beginn der Rede aber nicht im Saal.

Auch die kubanische Abordnung stand auf und verließ den Saal, nachdem Trump Kuba als „völlig gescheiterten Staat“ bezeichnet hatte: „Es scheitert so sehr wie nie zuvor“, „Es wird fallen“. Außenminister Marco Rubio stecke „tief in Verhandlungen mit Kuba“; die US-Regierung strebe eine grundlegende Veränderung der Lage dort an.

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Drei Stunden Gespräche am Rande des Gipfels

Wenige Stunden nach der Drohrede bestätigte Trump, dass sich Vertreter der USA und des Iran am Rande der UN-Generaldebatte getroffen hätten – das erste bestätigte direkte Gespräch beider Seiten seit Juni. Trump sprach von einem „sehr guten“ und „sehr produktiven“ Treffen von rund drei Stunden Dauer.

Die US-Delegation führten Sondergesandter Steve Witkoff und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner; beide Seiten vereinbarten ein weiteres Gespräch „in sehr naher Zukunft“. Bei einem Treffen mit Spitzenvertretern der Golfregion sagte Trump: „Ich glaube, es gibt viel Dynamik für einen Abschluss – das hören wir von allen Seiten.“

Wir haben am Rande der Generalversammlung der Vereinten Nationen über die Vermittler lange Gespräche mit der iranischen Delegation geführt. Sie sind den ganzen Tag über zwischen den beiden Seiten hin- und hergependelt. Sie haben eine Gesprächsrunde erfolgreich abgeschlossen, die sich hoffentlich als konstruktiv und vielversprechend erweisen wird.
Steve Witkoff, US-Sondergesandter

Iranischen Staatsmedien zufolge leitete Außenminister Abbas Araghtschi die Delegation aus Teheran und informierte Witkoff über die Bedingungen des Iran für eine Öffnung der Straße von Hormus: das sofortige Ende der US-Seeblockade, die Auszahlung aller durch Sanktionen eingefrorenen Vermögenswerte und ein Ende aller Kriegshandlungen.

Direkte US-iranische Gespräche hatte es zuletzt im Juni in der Schweiz gegeben, danach brachen die Verhandlungen vorläufig ab. Bereits damals hatte Trump ein Abkommen unterzeichnet, den Republikaner und Medien als Kapitulation bezeichneten.

Fast sieben Monate Krieg, 38 Milliarden Dollar Kosten

Vom Kriegsbeginn zur Rede vor der UN

  1. 28. Februar 2026
    Kriegsbeginn

    USA und Israel greifen gemeinsam den Iran an; Teheran reagiert mit Gegenangriffen in der Region, auch auf Nachbarländer.

  2. März 2026
    Straße von Hormus blockiert

    Der Iran bringt den Schiffsverkehr in der für den Ölhandel zentralen Meerenge mit Drohungen und Angriffen faktisch zum Erliegen; Öl- und Benzinpreise steigen weltweit stark.

  3. Juni 2026
    Gespräche in der Schweiz

    Direkte US-iranische Verhandlungen, danach vorläufiger Abbruch der Gespräche.

  4. 22. September 2026
    Rede vor der UN-Generalversammlung

    Trump droht mit Auslöschung, die iranische Delegation verlässt den Saal; am Rande des Gipfels folgen drei Stunden direkter Gespräche.

  5. 3. November 2026
    Kongresswahlen

    Trump erwartet ein Abkommen mit dem Iran direkt nach der Wahl.

Der Krieg dauert seit dem 28. Februar 2026 und damit fast sieben Monate – deutlich länger als die wenigen Wochen, die die US-Regierung zunächst anberaumt hatte; Trump selbst sprach ursprünglich von etwa sechs Wochen. Laut ZDF hat der Konflikt die USA rund 38 Milliarden Dollar gekostet.

Das setzt Trump und die Republikaner vor den Kongresswahlen am 3. November unter Druck, zumal der Krieg in den USA unbeliebt ist. Eine am Dienstag veröffentlichte CNN-Umfrage zeigt Trumps Zustimmung in der Außenpolitik auf dem niedrigsten Stand; Politico nennt den als Treiber.

Zwei republikanische Senatskandidaten forderten am Montag öffentlich ein Ende des Krieges: die Abgeordnete Ashley Hinson (Iowa) und Mike Rogers (Michigan). Der Focus deutet Trumps Rede als Botschaft an die kriegsmüde Bevölkerung – er wolle Teheran einschüchtern und mit der Aussicht auf einen Deal nach der Wahl vor allem zu Hause punkten.

PolitiFacts Prüfung der Rede fand mehrere Übertreibungen – der Faktencheck zu Trumps UN-Rede: Die Behauptung, die USA hätten „mehr Munition, als wir je verbrauchen könnten“, gilt als irreführend. Einer CSIS-Analyse vom Mai zufolge bräuchten Tomahawk-, Patriot- und THAAD-Raketen drei bis vier Jahre zur Wiederauffüllung; NBC News berichtete im Juli von Rationierungen beim US-Militär.

Wie es nach den Wahlen weitergeht

Am Mittwoch, dem 23. September, will Peseschkian nach Angaben von PBS NewsHour selbst vor der Generalversammlung sprechen – ein für einen Anführer eines Landes im Krieg mit den USA ungewöhnlicher Auftritt. Trump erklärte derweil, die Kongresswahlen spielten für ihn „überhaupt keine Rolle“; er kandidiere nicht mehr, habe seine Wahl „haushoch gewonnen“ und werde noch zweieinhalb Jahre im Amt sein.

Was wir hier sehen, ist ein US-Präsident, der zwischen den beiden großen Konflikten der Welt zu schlingern droht.
Armin Coerper, ZDF-Korrespondent in New York

Bis zum 3. November bleibt der Iran nach Trumps Darstellung bei seinem Kurs: Verhandlungen über die Straße von Hormus und ein Kriegsende erst nach den Midterms. Ob Peseschkian am Mittwoch auf das Angebot eines Abkommens eingeht, entscheidet, ob es beim Drohen bleibt – oder ob Trump seine Ankündigung wahr macht.