Birgit Schrowange räumt jahrelangen Alkoholfehler ein
Bild: KI-generiert
Gehirngesundheit

Birgit Schrowange räumt jahrelangen Alkoholfehler ein

Birgit Schrowange (68) hat in Berlin eine Ausstellung zur Gehirngesundheit besucht – und dabei öffentlich eingeräumt, beim Alkohol jahrelang falsch gelegen zu haben. Bis zu 45 Prozent des Demenzrisikos lassen sich laut Forschung selbst beeinflussen.

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Bis zu 45 Prozent der Demenzfälle könnten verhindert oder verzögert werden – durch Bewegung, soziale Kontakte, Lernen, Tanzen. Diese Botschaft hat Birgit Schrowange (68) am 18. September 2026 gehört und danach öffentlich gemacht, was sie dabei über sich selbst gelernt hat.

Die Moderatorin, bekannt durch das RTL-Magazin „Extra“, das sie von 1994 bis 2019 präsentierte, reiste für den Besuch eigens nach Berlin. Die kostenlose Ausstellung „Bevor du es vergisst“ der Aufklärungskampagne des Pharmakonzerns Lilly Deutschland lief dort vom 18. bis 21. September im Bikini Berlin.

Breit bekannt wurden ihre Aussagen am 22. September, als mehrere Redaktionen über den Ausstellungsbesuch berichteten. Darin steckt ein Eingeständnis: Beim Alkohol habe sie es früher falsch gemacht, sagt Schrowange – und nennt eine Zahl, die sie nach eigener Aussage überrascht hat.

Wir haben es selber in der Hand

In der Ausstellung führten Stationen zu Risikofaktoren und Präventionsmöglichkeiten für die Gehirngesundheit. Teil des Programms war die „Memory Radio Station“, ein preisgekröntes Kunst- und Technologieprojekt, das Künstliche Intelligenz nutzt, um persönliche, vom Verlust bedrohte Erinnerungen visuell zu konstruieren und für die Zukunft zu bewahren.

Ich muss sagen, ich bin total geflasht, ich nehme so viel mit.
Birgit Schrowange, Moderatorin

Bewegung, soziale Kontakte, Lernen, Tanzen, Koordination und das Lernen neuer Schritte – das sind die Maßnahmen, die sie aus der Ausstellung mitgenommen hat. Einiges davon mache sie schon richtig: „So ein bisschen was mache ich ja schon richtig. Ich bin 68 und ich möchte lange geistig gesund und fit bleiben.“

Überrascht habe sie vor allem, wie groß der eigene Spielraum ist: „Ich wusste gar nicht, dass man selber so viel beeinflussen kann.“

Der Fehler beim Alkohol

Ein einziger Hinweis brachte sie ins Nachdenken: „Wenig Alkohol leider“, so gab sie den Ratschlag der Ausstellung wieder. Die 68-Jährige räumte ein, sich in jungen Jahren nicht daran gehalten zu haben: „Ja, habe ich früher falsch gemacht, aber habe ich mittlerweile auch verändert.“

Darin liegt die Spannung dieser Geschichte: Die Kampagne wirbt damit, dass sich das Demenzrisiko in hohem Maß eigenverantwortlich senken lässt. Schrowange gibt zu, den Hinweis zum Alkohol lange ignoriert zu haben – und beschreibt sich selbst als jemanden, der erst spät umgesteuert hat.

„Wir haben es selber in der Hand, wir können so viel verändern“, sagte sie. Wie sie ihr Demenzrisiko senkt, hat t-online in einem Bericht über ihre Vorsätze beim Alkohol zusammengefasst.

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Hörgerät statt falscher Eitelkeit

Offen sprach Schrowange auch darüber, was das Älterwerden für sie bedeutet. Gute Hörgesundheit sei wichtig, sagte sie – und bekannte, seit einiger Zeit ein Hörgerät zu tragen.

Gute Hörgesundheit ist wichtig. Ich trage ja seit einiger Zeit ein Hörgerät, das wisst ihr.
Birgit Schrowange, Moderatorin

Akustisch von der Welt abgeschnitten zu sein, kommt für sie nicht infrage: „Ich möchte natürlich mittendrin sein im Leben, ich möchte nichts verpassen.“ Das Thema beschäftigt sie schon länger – bereits im April 2026 machte sie öffentlich, dass sie ein mit Strasssteinen verziertes Hörgerät trägt; es nicht zu tragen, wäre für sie „falsche Eitelkeit“.

Eitelkeit ist für sie also kein Argument gegen das Hörgerät – Jutta Speidels Absage an den Anti-Aging-Kult zeigt, wie unterschiedlich prominente Frauen mit dem Älterwerden umgehen.

Ein Pharma-Konzern als Aufklärer

Hinter der Aktion steht Lilly Deutschland. Die Kampagne „Bevor du es vergisst“ will ein neues Bewusstsein für Gehirngesundheit schaffen und über Präventionschancen aufklären. Die Ankündigung der interaktiven Ausstellung zur Gehirngesundheit datiert vom 2. September 2026.

Fachlicher Hintergrund ist eine Zahl aus der Forschung: Bis zu 45 Prozent der Demenzfälle könnten durch 14 beeinflussbare Risikofaktoren potenziell verhindert oder verzögert werden (Livingston et al. 2024). Aufklärung und Marketing liegen bei einer solchen Kampagne eng beieinander – Schrowanges Video liefert dem Pharmaunternehmen eine prominente Stimme.

Für Schrowange ist die Sache klar: Sie will lange geistig gesund und fit bleiben. Offen bleibt, ob die Kampagne eines Pharmaunternehmens mehr bewirkt als der gute Vorsatz einer Einzelnen – und wie viele Besucher nach dem 21. September tatsächlich etwas an ihrem Lebensstil ändern.