USA wollen Irans Präsident Peseschkian an der Heimreise hindern
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Iran-Sanktionen

USA wollen Irans Präsident Peseschkian an der Heimreise hindern

US-Finanzminister Scott Bessent lässt offen, wie Irans Präsident Massud Peseschkian aus New York zurückkommen soll. 80 bis 90 Prozent der iranischen Auslandsflüge sind gestoppt – Teheran droht den Nachbarn mit der Lahmlegung ihrer Flughäfen.

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Irans Präsident Massud Peseschkian ist nach New York gereist – und könnte dort festsitzen. Die US-Regierung lässt offen, ob sie seine Regierungsmaschine überhaupt auftanken und starten lässt.

Peseschkian landete am Dienstag, dem 22. September 2026, mit einem Airbus in New York zur Generaldebatte der Vereinten Nationen. Zurück nach Teheran wollte er am Samstag, dem 26. September. US-Finanzminister Scott Bessent sagte bei Fox News, die Heimreise der iranischen UN-Vertreter sei unklar – der Bericht über die infrage gestellte Heimreise deutet das als Hinweis, dass die USA der Präsidentenmaschine das Auftanken und die Startfreigabe verweigern könnten.

„Ich bin nicht sicher, wie die iranischen Vertreter bei den Vereinten Nationen nach Hause kommen werden.“
Scott Bessent, US-Finanzminister

Ein Stichtag und eine Dollar-Drohung

Bessent nennt die Kampagne „Economic Outcast“. Ab Mittwoch, dem 23. September 2026 – einen Tag nach Peseschkians Ankunft –, sollten iranische Fluggesellschaften weltweit lahmgelegt werden. Nach seinen Angaben wurden seither 80 bis 90 Prozent aller Auslandsflüge Irans gestrichen. Wer iranische Maschinen landen lässt, dem droht er: kein Treibstoff, keine Abfertigung, kein Ticketverkauf – „sonst fliegt ihr aus dem Dollar-System“.

Die Sanktionen wirken bereits: Bagdad und Maskat nehmen keine iranischen Flüge mehr an, Verbindungen nach Georgien, Aserbaidschan und in die Vereinigten Arabischen Emirate sind gestrichen. Nur China hält dagegen – eine Mahan-Air-Maschine landete in Guangzhou, Peking nennt die US-Sanktionen „illegal“. Weil 60 Prozent der Medikamentenimporte per Luftweg kamen, meldet das Gesundheitsministerium Engpässe. Ein Flug nach Duschanbe musste umkehren, weil Turkmenistan den Überflug verweigerte.

Von Operation „Epic Fury“ zur Flugblockade

  1. 28. Februar 2026
    Kriegsbeginn

    Israel und die USA greifen den Iran an (Operation „Epic Fury“); Oberster Führer Ali Chamenei wird getötet, Nachfolger wird sein Sohn Mojtaba.

  2. 14./15. Juni 2026
    Rahmenabkommen und neuer Angriff

    USA und Iran einigen sich auf ein Rahmenabkommen; Trump erklärt die Waffenruhe am 15. Juni für beendet und greift erneut an.

  3. 21. September 2026
    Bessent kündigt Flugblockade an

    Der US-Finanzminister will iranische Fluggesellschaften ab Mittwoch weltweit lahmlegen und droht Drittstaaten mit dem Ausschluss aus dem Dollar-System.

  4. 22. September 2026
    Peseschkian landet in New York

    Der Präsident fliegt mit Zwischenstopp in Algerien zur UN-Generalversammlung; Trump spricht von drei Stunden „sehr guter“ Gespräche.

  5. 23. September 2026
    Stichtag der Sanktionen

    Flüge nach Bagdad, Maskat, Georgien und Aserbaidschan fallen aus; Resai droht den Nachbarstaaten. Peseschkian hält seine UN-Rede.

  6. 24. September 2026
    Bessent: „Ich bin nicht sicher“

    Bei Fox News sagt der Finanzminister, er wisse nicht, wie die iranischen UN-Vertreter nach Hause kämen. Die VAE untersagen der Bank Melli das Geschäft.

  7. 26. September 2026
    Geplante Rückkehr nach Teheran

    Peseschkian will laut Al-Dschasira an diesem Samstag heimfliegen – nach Bessents Ankündigung ungewiss.

Teheran droht den Nachbarn

Mohsen Resai, Generalsekretär des iranischen Sicherheitsrates, warnt die Staaten der Region vor dem „amerikanischen Abenteuer“: Wenn sie keine iranischen Maschinen fliegen ließen, würden ihre Flughäfen „auch keine anderen Flüge mehr abwickeln können“. Mit dieser Drohung gegen die Flughäfen der Nachbarstaaten reagiert Teheran auf die US-Sanktionen. Ob die Antwort diplomatisch, wirtschaftlich oder militärisch ausfällt, ließ Resai offen; den USA gab er „vier bis fünf Tage“ Zeit, seine Bedingungen zu erfüllen.

„Die Straße von Hormus ist unsere Würde. Die Straße von Hormus ist unsere Macht.“
Mohsen Resai, Generalsekretär des iranischen Sicherheitsrates

Wie ernst die Drohung ist, bezweifeln Fachleute. Wolfgang Pusztai, früherer österreichischer Verteidigungsattaché, hält einen militärischen Angriff Irans auf die Flughäfen der Nachbarn für extrem unwahrscheinlich. Die praktische Wirkung der US-Maßnahmen sei begrenzt, weil Iran weiter Verbindungen zu Türkei, Pakistan und China habe. Die größere Wirkung sei psychologisch – als sichtbarer Beleg wachsender Isolation.

Streit um das Gastlandrecht

Als Sitz des UN-Hauptquartiers müssten sich die USA gegenüber Repräsentanten auch verfeindeter Staaten neutral verhalten. Im Fall des Iran setzt sich Washington darüber hinweg: Vor Beginn der Generalversammlung verweigerten die USA Peseschkians Presseteam die Visa, auch Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas durfte nicht einreisen. Einen ausländischen Staatschef nach einem UN-Besuch an der Heimreise zu hindern, wäre bislang beispiellos.

Peseschkian nutzte seinen Auftritt am Mittwoch zu scharfer Kritik an USA und Israel. Er hielt ein Bild des getöteten Obersten Führers Ali Chamenei hoch: „Unser Führer wurde ohne Prozess hingerichtet.“ Während der anwesende US-Vertreter den Saal verließ, sagte Peseschkian, Iran strecke der Welt die Hand zur Zusammenarbeit entgegen und rufe nicht zu einem weiteren Krieg auf. Donald Trump hatte zuvor vor der Vollversammlung mit der Vernichtung des Iran gedroht.

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Was die Abschnürung bewirken soll

Bessent begründet den Druck wirtschaftlich: „Sie sind in die Enge getriebene Tiere“, sagt er – auf sechs Wochen Militäraktion und die Seeblockade folge nun die finanzielle Abschnürung. Über die Öffnung der Straße von Hormus würden weiter 10 bis 17 Millionen Barrel Öl täglich herausgebracht, vor dem Konflikt rund 20 Millionen. Der Plan soll Iran zu Zugeständnissen zwingen und die Bevölkerung gegen das Regime aufbringen. Der Chefredakteur des Analyseportals Amwaj Media warnt: Geben die Iraner den USA die Schuld statt den eigenen Herrschern, verfehle der Plan sein Ziel.

Für Peseschkian wird die offene Rückreise zum politischen Problem: Hardliner hatten ihm vor der Reise geraten, zu Hause zu bleiben und seine UN-Rede per Video zu halten. Ali Alfoneh vom Institut der Arabischen Golf-Staaten in Washington sieht ihn dennoch gestärkt – Peseschkian gelte als ehrlich und unbestechlich und habe als einer der wenigen Fehler des Staates öffentlich zugegeben. Ob die US-Behörden den Airbus tatsächlich nicht betanken lassen, blieb bis Redaktionsschluss unbestätigt. Ob er am Samstag abhebt, entscheidet sich damit in den nächsten zwei Tagen.