CIA warnt Spanien, Frankreich und Italien vor Drohnenangriffen
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Hybride Kriegsführung

CIA warnt Spanien, Frankreich und Italien vor Drohnenangriffen

Nach einem Bericht der spanischen Zeitung El Mundo hat die CIA mehrere europäische Regierungen vor möglichen russischen Drohnenangriffen auf Spanien, Frankreich und Italien gewarnt. Italiens Verteidigungsminister Guido Crosetto nennt die Warnung unbestätigt, Frankreich nimmt sie ernst.

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Russland könnte Spanien, Frankreich und Italien mit Drohnen angreifen, die von Handelsschiffen aus gestartet und in Containern versteckt werden. Vor diesem Szenario hat die CIA laut dem Exklusivbericht von El Mundo zur CIA-Warnung mehrere europäische Regierungen gewarnt.

Der Bericht erschien am 23. September 2026; Autor Xavier Colás stützt sich auf eine anonym bleibende Quelle aus dem Umfeld des litauischen Verteidigungsministeriums. Einen Tag später wies Italiens Verteidigungsminister Guido Crosetto die Warnung öffentlich zurück – und löste damit einen Streit über ihre Glaubwürdigkeit aus.

Container als Startrampe

Als Angriffsmittel gilt die Gerbera-Drohne: rund zwei Meter lang, 2,5 Meter Spannweite, bis zu 18 Kilogramm schwer, etwa 160 Kilometer pro Stunde schnell, bis zu 600 Kilometer Reichweite. Per Katapult ließe sie sich von einem Handelsschiff aus einfacher starten als die großen Shahed- oder Geran-Modelle – im Februar 2026 registrierte Schweden einen solchen Start vom russischen Schiff Zhigulevsk im Öresund.

Aus 200 bis 300 Kilometern Küstenentfernung dauerte der Flug eineinviertel bis zwei Stunden. Vier bis fünf Kilogramm Sprengstoff zerstören keine großen Anlagen, könnten aber Brände auslösen oder einen Hafen vorübergehend lahmlegen. Vor einem Jahr drangen 19 unbewaffnete Drohnen in Polen ein; Anfang August 2026 folgte der Drohnenanschlag auf Leipzig mit GRU-Spur – für Experten der Wendepunkt.

Warnung nach Ratcliffes Moskau-Reise

Die Warnung kam kurz nach dem Moskau-Besuch von CIA-Direktor John Ratcliffe am 25. August 2026 in Umlauf. Sein US-Militärflugzeug hatte zuvor in Riga, an der baltischen NATO-Flanke, Zwischenstation gemacht. Das Wall Street Journal und Politico berichteten, Ratcliffe habe Moskau vor Angriffen oder Provokationen gegen die NATO warnen wollen; was dort besprochen wurde, blieb geheim.

Laut El Mundo erhielten Litauen und andere Staaten die Informationen kurz nach der Reise – ebenso die Regierungen Spaniens, Frankreichs und Italiens. In Frankreich fiel die Warnung mit einer ungewöhnlichen Reaktion zusammen: Präsident Emmanuel Macron berief am 16. September den nationalen Verteidigungsrat ein und lud zwei Tage später alle Parteivorsitzenden und die Präsidentschaftskandidaten für 2027 in den Élysée-Palast.

Von Leipzig bis zur CIA-Warnung

  1. Anfang August 2026
    Drohnen am Flughafen Leipzig/Halle

    Bewaffnete Drohnen dringen auf das Gelände des Flughafens vor. Deutsche Behörden schreiben den Vorfall dem russischen Geheimdienst zu; er gilt als Wendepunkt der Eskalation.

  2. 25. August 2026
    Ratcliffe reist überraschend nach Moskau

    Der CIA-Direktor landet mit einem US-Militärflugzeug in Moskau, zuvor mit Zwischenstopp in Riga. Laut WSJ und Politico will er vor Provokationen gegen die NATO warnen.

  3. 16. September 2026
    Macron beruft den Verteidigungsrat ein
  4. 18. September 2026
    Élysée lädt Parteispitzen und Präsidentschaftskandidaten
  5. 19. September 2026
    Rybar veröffentlicht Mittelmeer-Karte

    Der dem russischen Verteidigungsministerium nahestehende Telegram-Kanal spielt Geran-5-Drohnen für Algerien durch und nennt Ziele in Südfrankreich.

  6. 23. September 2026
    El Mundo veröffentlicht den Exklusivbericht
  7. 24. September 2026
    Italien widerspricht, Europas Medien greifen auf

Rom widerspricht der Warnung

Italiens Verteidigungsminister Guido Crosetto wies den Bericht am 24. September öffentlich zurück. Der Widerspruch italienischer Behörden gegen den Drohnenbericht ist deutlich: Laut der Nachrichtenagentur ANSA ist die Warnung auf keiner zuständigen Ebene eingegangen – weder bei Geheimdiensten noch bei diplomatischen oder militärischen Stellen.

„Die heute Morgen von einer spanischen Zeitung verbreitete Warnung über mögliche Angriffe auf Italien, Spanien und Frankreich durch russische Schiffe und Drohnen ist durch nichts bestätigt. Wir leben bereits in schwierigen, angespannten Zeiten, und niemand braucht zusätzliches Öl ins Feuer zu schütten.“
Guido Crosetto, italienischer Verteidigungsminister

El-Mundo-Autor Xavier Colás konterte in der spanischen Sendung Al Rojo Vivo mit dem russischen Sprichwort „Cuanto menos sepas, mejor duermes“: Je weniger man wisse, desto besser schlafe man – besser sei es, die Bedrohung zu kennen und Maßnahmen zu ergreifen. Selbst das als russlandfreundlich geltende Rassemblement National kritisierte russische Versuche, die Souveränität Frankreichs zu verletzen.

Warum Südeuropa ins Visier gerät

Der britische Russland-Analyst Keir Giles warnt vor einem Denkfehler: „Nicht unbedingt die Frontstaaten werden das Ziel sein. Das Ziel wird dort sein, wo sich Europas schwächster Punkt befindet.“ Zu den Schwachstellen zählt er Länder wie Spanien oder Großbritannien mit unzureichender Luftverteidigung. Als Motiv gilt die innenpolitische Lage: 2027 wird in Spanien, Frankreich und Italien gewählt.

In russischen, militärnahen Kreisen gilt die Mittelmeerflanke offen als Angriffsweg gegen Frankreich: Der dem Verteidigungsministerium nahestehende Kanal Rybar spielte am 19. September Geran-5-Drohnen für Algerien durch, die Südfrankreich und den Militärhafen Toulon erreichen könnten. Experten halten solche Karten für Propaganda. Eine offizielle Bestätigung der CIA-Warnung gibt es bislang nicht; die CIA hat den Bericht nicht kommentiert.

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