Jauch hält Tastaturfrage bei „Wer wird Millionär?“ für völlig unlösbar
Moderator Günther Jauch nennt die Qualifikationsfrage der jüngsten „Wer wird Millionär?“-Ausgabe „völlig unlösbar“ – kein Kandidat fand die Zeichen über 5, 6, 0 und ß. Die Redaktion musste nachliefern; den Platz auf dem Ratestuhl holte sich Anwalt Giuseppe Russo in 2,14 Sekunden.
Günther Jauch (70) hat die Qualifikationsfrage der jüngsten „Wer wird Millionär?“-Ausgabe für „völlig unlösbar“ erklärt – und damit offen Front gegen die Fragenredaktion der eigenen Sendung gemacht. Kein einziger Kandidat löste die Aufgabe. Die Redaktion hatte von ihnen verlangt, auf einer klassischen deutschen Computertastatur die Zeichen über „5“, „6“, „0“ und „ß“ zu tippen.
Die Aufgabe lautete wörtlich: „Drücken Sie 'Shift' und nutzen Sie auf einer klassischen deutschen Computertastatur die Zeichen über '5', '6', '0' und 'ß'!“ Wer den Platz auf dem Ratestuhl wollte, musste die Frage verstehen, sich die Tastatur vor dem inneren Auge vergegenwärtigen und die vier Sonderzeichen möglichst blitzartig eingeben. Die Schilderung der Tastaturfrage bei nordbayern.de dokumentiert Wortlaut und Ablauf.
Jauch schimpft schon beim Vorlesen
Schon beim Vorlesen reagierte der Moderator ungehalten: „Das kann nicht sein. Leute, das kriegt doch niemand hin.“ Der Blick auf die Kandidaten bestätigte seinen Verdacht – einer tippte offenbar immer noch, wie Jauch spöttisch anmerkte.
„Der da tippt immer noch.“
Günther Jauch, Moderator „Wer wird Millionär?“
Bevor nach rund 30 Sekunden das Ergebnis der Qualifikationsrunde eingeblendet wurde, machte Jauch seinem Ärger Luft: „Das weiß doch keine Sau!“ Als kein einziges Namenspanel auf Grün sprang, schüttelte er den Kopf: „Unlösbar. Das war völlig unlösbar.“ Damit stellte er sich auf die Seite der Kandidaten und gegen die Fragenredaktion. Der Unmut über Aufgaben aus der eigenen Redaktion ist kein Einzelfall: Anfang September sorgte in der „Klugscheißer“-Ausgabe Jauchs Drohung mit Abbruch nach schwerer Frage für Aufsehen.
Die Lösung lautet % & = ?
Richtig gewesen wäre die Abfolge % (über der 5), & (über der 6), = (über der 0) und ? (über dem ß). Fehlerhaft war dagegen die Lösung, die mehrere teleschau-basierte Berichte verbreiteten: Sie gaben das letzte Zeichen als „? über B“ wieder. Im Kommentarbereich des Nürnberger Portals wurde umgehend darauf hingewiesen, dass es sich um das scharfe S handelt und die Schreibweise „B“ falsch ist.
Ob die Frage wirklich unlösbar war, dazu ließ ein Portal abstimmen: Am 24. September fragte das Portal Promiflash seine Leser, und das Ergebnis lautete „Ja, absolut! So etwas gehört nicht in die Qualifikationsrunde.“
Umfrage
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Ersatzfrage bringt Anwalt Russo auf den Ratestuhl
Weil niemand richtig lag, musste die Redaktion eine Ersatzfrage stellen. „Versuchen wir's damit“, sagte Jauch. Wie der Bericht von TAG24 zur Ersatzfrage schildert, kicherte er schon beim Vorlesen, weil die neue Aufgabe erkennbar aus dem Einfach-Fach kam. Gesucht war die Fortsetzung des Kinderversteckspiel-Verses „Eins, zwei, drei, vier Eckstein …“, also die Wortfolge „… alles muss versteckt sein“.
„Da möchte ich eine Kaskade der richtigen Antworten sehen.“
Günther Jauch, Moderator „Wer wird Millionär?“
Genau so kam es: Alle Kandidaten lagen richtig. Den begehrten Platz auf dem Ratestuhl sicherte sich Giuseppe Russo (38), ein Rechtsanwalt aus Grevenbroich und Sohn neapolitanischer Eltern, der nur 2,14 Sekunden für seine Antwort brauchte.
Was offen bleibt
Die Ausgabe ist seit dem 21. September bei RTL+ abrufbar und läuft linear am Montag, 28. September 2026, ab 20:15 Uhr bei RTL. Die Tastaturfrage war nicht die einzige Merkwürdigkeit des Abends: Auch eine 32.000-Euro-Frage zum Film „Jeanne Dielman“ sorgte für Verwirrung, und mitten im Spiel unterbrach die Regie den Moderator, weil ihm zwei Haare vom Kopf abstanden.
Eine offizielle Stellungnahme der Fragenredaktion zu der als unlösbar kritisierten Aufgabe ist bislang nicht dokumentiert – die Rüge stützt sich allein auf Jauchs Äußerungen im Studio. Ob die Redaktion die Tastaturfrage intern aufarbeitet oder künftig auf ähnliche Aufgaben verzichtet, ist offen.