König Haakon verliert nach Thronwechsel viele Schirmherrschaften
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Norwegens Royals

König Haakon verliert nach Thronwechsel viele Schirmherrschaften

Mit dem Tod von König Harald V. sind in Norwegen alle festen königlichen Schirmherrschaften erloschen – auch die von König Haakon, Königin Mette-Marit und Königin Sonja. Der Hof vergibt die Ehrenämter komplett neu, Bewerbungen sind bis zum 1. Februar 2027 möglich; nur die TV-aksjonen im Oktober behält ihren königlichen Schirmherrn.

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Norwegens neuer König Haakon VIII. (53) verliert mit dem Thronwechsel viele seiner bisherigen Ehrenämter. Mit dem Tod seines Vaters Harald V. († 89) am 28. August 2026 sind nach Angaben des Königlichen Hofes die festen königlichen Schirmherrschaften grundsätzlich erloschen – eine Ausnahme bildet die diesjährige TV-aksjonen.

Betroffen sind neben Haakon auch Königin Mette-Marit (53) und Königin Sonja (89). Praktisch steht derzeit keiner der drei an der Spitze einer festen Schirmherrschaft; die Organisationen, die bislang unter königlichem Schutz standen, werden nicht automatisch weitergeführt.

Der Hof machte den Vorgang am 25. September 2026 publik. In seiner Erläuterung zu den königlichen Schirmherrschaften schreibt er, die Ämter seien mit dem Thronwechsel „i tråd med sedvane“ erloschen – nach altem Brauch. Norwegische Medien wie Nettavisen, Adresseavisen, Dagbladet und TV 2 griffen die Mitteilung auf.

Organisationen wussten von nichts

Die Institution der Schirmherrschaft bleibt ausdrücklich erhalten. Der Hof kündigte ein neues Vergabeverfahren an: Sowohl bisherige Schirmherrschafts-Organisationen als auch andere Organisationen können eine Schirmherrschaft beantragen. Alle bisherigen Organisationen seien informiert worden und würden bei einer Neu-Bewerbung unterstützt, teilt der Hof mit.

Wie unvorbereitet die Organisationen waren, belegt eine Recherche von Dagbladet. Nach König Haralds Tod hatte die Redaktion alle Schirmherrschafts-Organisationen des Verstorbenen kontaktiert – keine von ihnen wusste genau, was passieren würde. Alle hofften jedoch auf irgendeine Form der Fortführung.

Harald V. starb am 28. August 2026 im Alter von 89 Jahren; sein Sohn übernahm automatisch den Thron und legte am 1. September vor dem Storting in Oslo den Amtseid ab. Wie es von Haralds Tod bis zu Haakons Vereidigung kam, fasst der Bericht Norwegens König Harald V. mit 89 Jahren gestorben zusammen.

Vom Tod des Königs bis zur Bewerbungsfrist

  1. 28. August 2026
    König Harald V. stirbt

    Der 89-jährige Monarch stirbt; sein Sohn Haakon wird automatisch Staatsoberhaupt.

  2. 1. September 2026
    Haakon legt den Amtseid ab

    Vor dem Storting in Oslo schwört Haakon VIII. den Eid.

  3. 11. September 2026
    Prinzessin Astrid stirbt

    Haakons Tante stirbt zwei Tage nach dem Staatsbegräbnis ihres Bruders.

  4. 25. September 2026
    Hof: alle Schirmherrschaften entfallen

    Der Königliche Hof gibt bekannt, dass mit dem Thronwechsel alle festen Schirmherrschaften erloschen sind.

  5. 18. Oktober 2026
    TV-aksjonen mit königlichem Schutz

    Haakon bleibt als einzige Ausnahme Schirmherr der NRK-Spendensammlung zugunsten des Norwegischen Flüchtlingsrats.

  6. 1. Februar 2027
    Frist für neue Bewerbungen

    Bis dahin können Organisationen eine neue königliche Schirmherrschaft beantragen.

Eine einzige Ausnahme bleibt bestehen

Nur eine Schirmherrschaft überdauert den Thronwechsel: König Haakon bleibt Schirmherr der diesjährigen TV-aksjonen, der großen norwegischen Fernseh-Spendensammlung von NRK. Sie findet am 18. Oktober 2026 statt und sammelt zugunsten von NRC Flyktninghjelpen, dem Norwegischen Flüchtlingsrat, für Menschen auf der Flucht – unter anderem in Syrien, Gaza, Afghanistan, Tschad, Sudan und der DR Kongo.

Die Königsfamilie stellt seit Beginn der Aktion 1974 durchgehend den Schirmherrn, mehr als 50 Jahre. In der Ankündigung des Schirmherrn für die TV-aksjonen 2026 betont die Kampagne diese Kontinuität. Nina E. Larsen, Leiterin der TV-aksjonen, macht deutlich, was der königliche Name für die Sammlung bedeutet.

„Die Königsfamilie hat in der gesamten Geschichte der TV-aksjonen, über 50 Jahre lang, die Sammlung durch ihre Schirmherrschaft unterstützt. Wir sind dankbar, dass König Haakon in diesem Jahr Schirmherr ist – das bedeutet so viel dafür, das ganze Land für die Sammlung zu gewinnen.“
Nina E. Larsen, Leiterin der TV-aksjonen

Jan Egeland, Generalsekretär des Norwegischen Flüchtlingsrats, sagt, man sei „sehr dankbar für König Haakons großen Einsatz für Menschen auf der Flucht“ und froh, ihn bei Norwegens größter Sammlungsaktion im Team zu haben. Haakon war seit 2017 – damals noch als Kronprinz – Schirmherr von NRC Flyktninghjelpen.

Neue Bewerbungen bis zum 1. Februar 2027

Der Hof verknüpft den Wegfall mit neuen Regeln. Eine Schirmherrschaft für eine Organisation wird in der Regel für fünf Jahre vergeben; wer weitermachen will, muss danach neu beantragen. Bewerben können sich Organisationen, aber auch einzelne Veranstaltungen wie Festivals, Ausstellungen und Konferenzen. Bewerbungsschluss ist der 1. Februar 2027.

Was eine Schirmherrschaft konkret bedeutet, ist unterschiedlich: Die Königlichen empfangen Organisationen in Audienzen, nehmen an Veranstaltungen teil oder schicken Grußworte zu Jubiläen. Der Hof dankt den Organisationen ausdrücklich für ihren Beitrag in der Gesellschaft und hofft auf künftige Zusammenarbeit.

Haakons Schritt ist kein Einzelfall in seiner neuen Rolle. Bereits kurz nach der Thronbesteigung hatte er sein Ehrenamt beim UN-Entwicklungsprogramm aufgegeben – dieselbe Trennung von alten Kronprinzen-Rollen, die nun die Schirmherrschaften trifft. Den Ablauf schildert der Beitrag über Haakons Verzicht auf sein UN-Amt nach der Thronbesteigung.

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Der Konflikt hinter dem Verfahren

Hinter dem formalen Vorgang steht eine Vorgeschichte, die das Thema politisch auflädt. Mehrere Organisationen, deren Schirmherrin die damalige Kronprinzessin Mette-Marit war, hatten im Frühjahr 2026 die Zusammenarbeit mit ihr beendet – nach den Enthüllungen über ihren Kontakt zu dem wegen Sexualstraftaten verurteilten Milliardär Jeffrey Epstein, über die Adresseavisen, sol.no und rapport24 berichteten.

Der Thronwechsel und das erzwungene Neu-Bewerbungsverfahren treffen also auf ein beschädigtes Verhältnis zwischen Hof und Teilen der Zivilgesellschaft. In Norwegen läuft parallel die öffentliche Aufarbeitung des Epstein-Netzwerks; der Kontrollausschuss des Storting befasste sich mit Mette-Marits Epstein-Kontakt.

Der Vorgang fällt in eine persönlich schwierige Übergangszeit. Zwei Tage nach dem Abschied von seinem Vater starb Haakons Tante Prinzessin Astrid, beigesetzt am 23. September 2026 in der Ris-Kirche in Oslo. Prinzessin Astrids Tod zwei Tage nach Haralds Begräbnis fiel mitten in diese Wochen. Hinzu kommt die angeschlagene Gesundheit von Königin Mette-Marit.

Bis zum 1. Februar 2027 müssen die Organisationen ihre Bewerbungen einreichen. Offen bleibt, ob sich die früheren Schirmherrschafts-Organisationen nach den Enthüllungen um Mette-Marits Epstein-Kontakt überhaupt erneut bewerben – und wen König Haakon dann in seine neue Riege aufnimmt.