Aigner kehrt nach Knie-OP im Dirndl auf die Wiesn-Bühne zurück
Bild: KI-generiert
Oktoberfest

Aigner kehrt nach Knie-OP im Dirndl auf die Wiesn-Bühne zurück

Nach einer Knie-Operation meldet sich Ilse Aigner auf dem Oktoberfest zurück: In pinkem Dirndl und Turnschuhen dirigiert die Landtagspräsidentin in der Bräurosl den Olympiadenmarsch. Am selben Tag kürt der DOSB München zum Olympia-Bewerber – im Herbst fällt die Entscheidung über die Nachfolge von Bundespräsident Steinmeier.

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Acht Wochen nach ihrer Knie-Operation ist Ilse Aigner zurück in der Öffentlichkeit – ausgerechnet auf einer Wiesn-Bühne. Am Samstag, 26. September 2026, betritt die Präsidentin des Bayerischen Landtags in pinkem Dirndl und Turnschuhen die Zeltmitte der Pschorr-Bräurosl, greift zum Taktstock und dirigiert den Olympiadenmarsch.

Der Auftritt markiert den sichtbarsten Schritt ihres Comebacks nach gesundheitlich herausfordernden Wochen mit Krankenhausaufenthalt und Reha. Er ist auch ein politisches Signal: Aigner gilt als mögliche Kandidatin für die Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

Comeback nach der Knie-Operation

Seit Jahren litt die 61-Jährige unter zunehmenden Knieschmerzen, „insbesondere wenn ich wieder vom Berg runter ging“; zuletzt ging auch das Skifahren nicht mehr. Anfang August 2026 nutzte sie die Sitzungspause des Landtags – die Sommerpause dauerte vom 23. Juli bis Mitte September – für den Eingriff mit der Knie-Teilprothese.

Vorab hatte Aigner angekündigt, sich „mindestens vier Wochen aus dem Spiel“ zu nehmen und in dieser Zeit nicht erreichbar zu sein. Nach dem Klinikaufenthalt folgten drei Wochen Reha mit neurozentriertem Training, Lymphdrainage, Bewegungsbad und einer motorisierten Bewegungsschiene. Ende August meldete sie sich mit den Worten „Langsam wird's!“ zurück.

Aigners Weg zurück auf die Bühne

  1. Mitte Juli 2026
    Aigner kündigt die Knieoperation an

    Sie will sich mindestens vier Wochen aus dem Spiel nehmen und in dieser Zeit nicht erreichbar sein.

  2. Anfang August 2026
    Operation in der Sitzungspause

    Der Eingriff erfolgt in der parlamentarischen Sommerpause, danach folgen drei Wochen Reha.

  3. 25. August 2026
    Einblicke ins Reha-Training

    Aigner zeigt sich bei Gymnastik und Heimtrainer.

  4. 20. September 2026
    Erster größerer Auftritt

    Beim Trachten- und Schützenzug fährt sie mit Landwirtschaftsminister Alois Rainer in einer Kutsche.

  5. 26. September 2026
    Wiesn-Comeback in der Bräurosl

    Aigner dirigiert den Olympiadenmarsch; der DOSB kürt München zum Olympia-Bewerber.

  6. 30. September 2026
    Erste Plenarsitzung nach der Pause

    Aigner leitet wieder die Sitzung des Bayerischen Landtags.

Dirigat in der Bräurosl

Gefeiert wurde im Kreis von rund 20 Gästen: Aigner war privat mit Kollegen aus verschiedenen Landtagen in der Hausbox der Bräurosl zu Gast, gemeinsam mit den Wiesn-Wirten Franziska und Peter Reichert. Mit dabei war auch Bayerns neuer Justizminister Josef Schmid (CSU), der von 2014 bis 2018 Wiesn-Chef war.

Den Dirigier-Auftritt hatte sich die Karolinenfelder-Kapelle ausdrücklich gewünscht. Als die Landtagspräsidentin in die Zeltmitte kam und zum Taktstock griff, begrüßten die Festzeltbesucher sie mit lautem Applaus.

Ihr Schuhwerk war bewusst gewählt: Zum Dirigieren trug Aigner Turnschuhe, weil sie sich weiter schonen muss und nach der Operation nicht lange sitzen, stehen und laufen kann. Am zweiten Wiesn-Samstag strömten ohnehin viele Politiker zum Oktoberfest.

Olympia-Entscheidung und die Präsidentenfrage

Der dirigierte Marsch war ein politischer Zufallstreffer: Am selben 26. September kürte der DOSB in Baden-Baden im ersten Wahlgang mit 91:50 Stimmen München – mit Kiel als Segelstandort – zum deutschen Bewerber für die Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044; Köln-Rhein-Ruhr ging leer aus. Verkündet wurde die Entscheidung für München als Olympia-Bewerber von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und DOSB-Präsident Thomas Weikert.

In der Union ist um die Nachfolge ein Machtkampf entbrannt, wie der Streit um die Steinmeier-Nachfolge zeigt. CSU-Chef Markus Söder sprach sich im April 2026 öffentlich für Aigner aus, Kanzler und CDU-Chef Friedrich Merz nannte sie eine „respektable, denkbare Bundespräsidentin“.

Rückendeckung kommt sogar aus der SPD: „Ich finde, Aigner sollte Bundespräsidentin werden“, sagt Markus Rinderspacher, Vizepräsident des Bayerischen Landtags. Aigner selbst äußert sich nicht zu dem Thema; die Personalentscheidung soll im Herbst fallen, gewählt wird am 30. Januar 2027 von der Bundesversammlung.

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