Polizei durchsucht bundesweit 15 Wohnungen einer Hater-Community
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Hass im Netz

Polizei durchsucht bundesweit 15 Wohnungen einer Hater-Community

Die Kriminalpolizei Karlsruhe geht gegen eine mutmaßliche „Hater-Community“ vor: In sieben Bundesländern durchsuchten Ermittler 15 Wohnungen. Der Vorwurf reicht von jahrelanger Online-Hetze gegen einen 44-Jährigen bis zu Sachbeschädigungen an Gräbern seiner Familie.

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15 Wohnungen in sieben Bundesländern – mit einer bundesweiten Razzia ist die Polizei am Mittwoch gegen eine mutmaßliche „Hater-Community“ vorgegangen. Deren Mitglieder sollen einen 44-jährigen Karlsruher seit Jahren bedroht und verfolgt haben.

Auslöser der Durchsuchungen sind Ermittlungen gegen mehrere Internetnutzer. Der Vorwurf: Sie sollen zwischen März 2023 und September 2026 zahlreiche Straftaten gegen den Mann begangen und ihm angelastet haben – von Online-Hetze bis hin zu Sachbeschädigungen.

Ein Teil der Gruppierung tritt nach Behördenangaben unter der Bezeichnung „Freikreuzzug“ auf, abgekürzt „FKZ“. Die Aktionen gegen den Karlsruher sollen intern teilweise „Maskengames“ genannt worden sein.

Die Vorwürfe reichen bis zu den Gräbern

Die Vorwürfe bleiben nicht im Netz: Der Gruppe werden Sachbeschädigungen am Wohnanwesen des Mannes zur Last gelegt sowie an Gräbern seiner in Karlsruhe bestatteten Familienangehörigen. Nach Angaben der Behörden gehören beide Taten zum Vorwurfskomplex gegen den 44-Jährigen.

Gerichtlich bestätigt ist bislang keiner dieser Vorwürfe; für die Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung. Die Ermittlungen gegen die Gruppe laufen seit Januar 2024.

Was die Ermittler sicherstellten

Bei den Durchsuchungen stellten die Beamten umfangreiche Datenträger als Beweismittel sicher. Grundlage waren mehrere Durchsuchungsbeschlüsse, die das Amtsgericht Karlsruhe auf Antrag der Staatsanwaltschaft erlassen hatte – wie aus der Polizeimeldung zu den Durchsuchungen in sieben Ländern hervorgeht.

In mindestens einem Fall entdeckten die Ermittler mehr als Datenträger: Die Polizei stieß auf eine Indoor-Plantage mit rund 40 Cannabispflanzen. Der Fund ist kein Einzelfall: Bei der Razzia bei einem Brinker-Mitarbeiter mit Drogenfund im September stießen Ermittler ebenfalls auf Drogen.

Von März 2023 bis September 2026

Nach Behördenangaben begann der Tatzeitraum im März 2023 und zog sich bis September 2026. Über dreieinhalb Jahre soll der Karlsruher damit immer wieder zum Ziel der Gruppe geworden sein; laut dem SWR-Bericht über die jahrelange Bedrohung des Karlsruhers wurde er wohl über Jahre hinweg bedroht.

Der Vorwurf wiegt schwer: Die Behörden gehen von einer Hetzkampagne aus. Die Durchsuchungen richteten sich gegen mehrere Internetnutzer, sie liefen in sieben Bundesländern.

Die Vorgeschichte der Razzia

  1. März 2023
    Der Tatzeitraum beginnt

    Nach Angaben der Behörden sollen die später Beschuldigten ab März 2023 zahlreiche Straftaten gegen den 44-jährigen Karlsruher begangen und sie ihm angelastet haben.

  2. Januar 2024
    Die Kriminalpolizei übernimmt

    Die Kriminalpolizei Karlsruhe nimmt die Ermittlungen gegen mehrere Internetnutzer der Hater-Community auf.

  3. September 2026
    Der mutmaßliche Tatzeitraum endet

    Nach mehr als drei Jahren endet der Zeitraum, in dem die Beschuldigten den Karlsruher verfolgt haben sollen.

  4. 30. September 2026
    Bundesweite Durchsuchungen

    In sieben Bundesländern durchsuchen Ermittler 15 Wohnungen. Sichergestellt werden umfangreiche Datenträger sowie in mindestens einem Fall eine Indoor-Plantage mit rund 40 Cannabispflanzen.

Ermittler werten jetzt die Datenträger aus

Nach der bundesweiten Razzia beginnt für die Ermittler die Auswertung der sichergestellten Datenträger. Sie soll klären, wer zu der Gruppe gehörte, wie die Aktionen abgesprochen wurden und wer welche Tat begangen hat.

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Offen ist, ob die Beweise für Anklagen reichen und ob weitere Durchsuchungen folgen. Auch wie viele Menschen zu der Gruppierung gehören, ist bislang nicht bekannt.

Wann die Staatsanwaltschaft Karlsruhe über Anklagen entscheidet, ist offen – und damit auch, ob die Durchsuchungen die Kampagne beenden.