Sophia Thiel (31) hat sich für den perfekten Körper jahrelang isoliert. In der Podcast-Folge „Tigges trifft – Sophia Thiel in Rosenheim“ vom 28. September 2026 schildert die Fitness-Influencerin, wie die Angst vor einer Gewichtszunahme sie aus ihrem Alltag drängte: Restaurantbesuche mit Freunden strich sie, ihre Zeit verbrachte sie zwischen Hanteln und abgewogenen Mahlzeiten.
Hinter diesem Rückzug steht ein Glaubenssatz, den Thiel heute als fatalen Trugschluss bezeichnet. Sie formuliert ihn in der Folge so:
„Ich war nie wirklich sehr freundlich zu mir, und langfristig hat es mir mehr geschadet, mir all diese Dinge einzureden: Wenn du als Fitnessinfluencerin in der Öffentlichkeit zunimmst, dann will dich niemand, dann wirst du nicht gebraucht. Du musst einen gewissen Preis dafür zahlen.“
Thiel nimmt sich nicht aus der Verantwortung: „Das war irgendwie auch selbst gewählt“, sagt sie. Der Anspruch, immer die perfekte Figur zu liefern, war am Ende ihr eigener. Schon Ende August warnte sie öffentlich vor dem enormen Druck und Perfektionswahn im Netz.
Kontrolle um jeden Preis
Die Kontrolle war vor dem Kontrollverlust da. „Ich war sehr verbissen, verkrampft und wollte alles kontrollieren“, sagt Thiel über ihre Jahre als Fitness-Influencerin. Rückblickend sagt sie, sie habe dadurch massiv an Lebensqualität eingebüßt. Wie der Bericht über Thiels verlorene Lebensqualität festhält, bestand ihr Tag aus Training und abgewogenen Mahlzeiten.
Was die Jahre aus ihr machten, beschreibt sie drastisch: „Und auf einmal wird man zu dieser Hülle, die keine Kraft mehr für nichts hat. Man kann sich seine Persönlichkeit wirklich wegdiäten.“ Den Vergleich für die Vorbilder dieser Zeit hat sie auch: Was heute Social Media sei, sei früher die Bravo oder Barbie gewesen.
Der Druck trifft nicht nur Thiel. Die Reality-Bekanntheit Jill Lange hat erklärt, sie wolle nicht mehr für Social Media leben – ihr Ausstieg aus dem Leben für Instagram beschreibt denselben Konflikt.
2019: Flucht nach Los Angeles
Am härtesten wurde es 2019. Thiel verschwand aus den sozialen Medien und flüchtete in ein Airbnb nach Los Angeles – in eine Stadt, in der sie rund um die Uhr Zugang zu Essen hatte, zu gesundem wie zu ungesundem. Dort erlebte sie ihre schlimmsten Essanfälle.
„Ich habe den ganzen Tag ununterbrochen gegessen, um mich zu betäuben. Es ist wie ein Junkie in der Drogenhöhle, man betäubt sich einfach und tut sich unglaublich weh.“
Sie aß so lange, bis sie physische Schmerzen hatte und weder sitzen noch richtig liegen konnte. Damals kamen Suizidgedanken hinzu: Thiel sagt, sie habe zum ersten Mal im Leben gespürt, sie wolle komplett allein und so weit weg wie möglich sein. Wie der Bericht über Thiels Kampf gegen die Essstörung festhält, spricht sie heute offen über diese Zeit.
Nach rund einem Jahr Auszeit begann Thiel eine Therapie. Im Februar 2021 kehrte sie öffentlich zurück und sprach erstmals über ihre Bulimie. Ihre Bilanz dieser Jahre: „Ich bin von einem Extrem ins andere Extrem gerutscht.“
Therapie, Aufklärung und ein Anker in Rosenheim
Die Podcast-Folge trägt eine Triggerwarnung – für Magersucht, Binge-Eating, Depressionen und Suizidgedanken. Thiel spricht darin über ihre rund zweijährige Auszeit, über den Weg zurück in die Öffentlichkeit und über die Aufklärungsarbeit an Schulen, die sie inzwischen leistet.
Eine zentrale Rolle spielt ihr bayerisches Elternhaus: Rosenheim sei ihr „rettender Ankerpunkt“ gewesen, sagt Thiel. Deshalb will sie von Berlin dorthin zurückkehren. Auch das Kinderwunsch-Thema und ihr Umgang damit kommen in dem Gespräch zur Sprache.
Von den Essanfällen in Los Angeles bis zur geplanten Rückkehr nach Rosenheim
- 2019Flucht nach Los Angeles
Thiel verschwindet aus den sozialen Medien, zieht sich in ein Airbnb zurück und erlebt ihre schwersten Essanfälle samt erster Suizidgedanken.
- 2020/2021Therapie und öffentliche Rückkehr
Nach rund einem Jahr Auszeit beginnt sie eine Therapie; im Februar 2021 kehrt sie zurück und spricht erstmals über ihre Bulimie.
- Herbst 2024Neuer Partner
Thiel lernt einen Berliner Polizisten über Tinder kennen, die beiden ziehen zusammen.
- Frühjahr 2026FIBO in Köln
Auf der Fitnessmesse macht Thiel die Beziehung öffentlich.
- 28. September 2026Podcast-Folge erscheint
„Tigges trifft – Sophia Thiel in Rosenheim“ läuft bei Podimo, samt Triggerwarnung zu Essstörungen, Depressionen und Suizidgedanken.
- 1. Oktober 2026Öffentliche Rezeption
Die Berichte über die Folge erscheinen und rücken Thiels Essanfälle und Suizidgedanken in den Mittelpunkt.
Der neue Partner und ein gelasseneres Verhältnis zum Essen
Dass Thiel heute gelassener über Essen spricht, wird auch ihrem neuen Partner zugeschrieben. Sie lernte den Berliner Polizisten im Herbst 2024 über Tinder kennen, die beiden leben zusammen. Öffentlich gemacht hat sie die Beziehung bereits auf der Fitnessmesse FIBO in Köln im Frühjahr 2026.
Ihr heutiges Fazit hat sie in einen Satz gefasst, der das Gegenteil ihres alten Glaubenssatzes beschreibt:
„Dass man einfach seinen eigenen Wert bedingungslos immer bei sich hat und dass man einfach versteht, dass es nichts mit dem Aussehen zu tun hat.“
Der Umzug von Berlin zurück nach Rosenheim steht, die Aufklärungsarbeit an Schulen läuft weiter. In der Podcast-Folge spricht Thiel auch über das Thema Kinderwunsch. Wie viel von ihrem neuen Leben sie künftig noch öffentlich zeigen will, ist damit nicht beantwortet.
