Stephanie H. tot im Wald bei Zülpich – Ehemann festgenommen
Fast eine Woche lang sucht die Polizei nach Stephanie H. aus Euskirchen, dann findet sie im Wald bei Zülpich eine Leiche und nimmt den Ehemann fest. Stunden zuvor hatte Marcel H. im TV-Interview seine Unschuld beteuert und von einem fremden dunklen Auto gesprochen.
Fast eine Woche lang suchte die Polizei nach Stephanie H. aus Euskirchen. Am Donnerstagabend endete die Suche mit einem Leichenfund im Wald bei Zülpich – und mit der Festnahme des Ehemanns. Gegen Marcel H. (51) besteht nach Angaben der Ermittler der dringende Verdacht eines Tötungsdelikts.
Gefunden wurde der weibliche Leichnam am Donnerstag gegen 17:35 Uhr in einem Waldstück bei Zülpich, nach Angaben von Radio Euskirchen im „Marienholz“ an der Bundesstraße 265. Die Polizei Bonn schrieb in ihrer Meldung zum Fund der Leiche, es bestünden „keine berechtigten Zweifel“, dass es sich um die Vermisste handelt. Die Tote wurde gegen 22 Uhr abtransportiert.
Der Ehemann wurde in Euskirchen festgenommen und ins Bonner Polizeipräsidium gebracht. Die Ermittlungen liegen beim Kriminalkommissariat 11 der Bonner Polizei, das den Fall am 29. September in Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Bonn übernommen und eine Mordkommission eingerichtet hatte. Eine Öffentlichkeitsfahndung nach der Vermissten lief da bereits.
Was der Ehemann über den letzten Vormittag sagte
Stephanie H. verließ ihr Wohnhaus in der Euskirchener Innenstadt am Freitag, 25. September, gegen 10 Uhr. Um 14 Uhr erschien sie nicht an ihrer Arbeitsstelle – anders als sonst. Ihre erwachsene Tochter meldete sie als vermisst.
Ihr Mann schilderte den Tag des Verschwindens wenige Stunden vor seiner Festnahme dem Sender RTL. Seine Frau sei gegen 10 Uhr in ein fremdes dunkles Auto gestiegen, sagte er. „Muss wohl ein schwarzes oder blaues Auto gewesen sein“, so Marcel H. Am selben Tag habe er selbst Müll zu einem Wertstoffhof gebracht.
Eine Beteiligung an dem Verschwinden bestreitet der 51-Jährige. Er sagte das am Tag, nachdem die Polizei das gemeinsame Wohnhaus und das Gelände eines Recyclinghofs in Weilerswist durchsucht hatte. Kurz vor seiner Festnahme erklärte er über seine Frau:
„Ich habe meine Frau noch nie irgendwie angepackt oder sonst irgendwas.“
Marcel H., Ehemann der Getöteten und Tatverdächtiger
Spürhunde auf dem Recyclinghof in Weilerswist
Am Mittwoch, 30. September, sicherte die Spurensicherung Material im Wohnhaus der Vermissten. Am selben Tag rückten Einsatzkräfte mit Spürhunden, Bereitschaftspolizei und THW auf das Gelände eines Wertstoff- und Recyclinghofs in Weilerswist aus, wie aus der Polizeimeldung zu den Durchsuchungen in Weilerswist hervorgeht. Die Maßnahmen wurden am 1. Oktober fortgesetzt.
Die Eheleute waren nach übereinstimmenden Angaben seit 29 Jahren verheiratet und hatten zwei Kinder; vor wenigen Monaten trennten sie sich, blieben aber im gemeinsamen Haus. In Coesfeld soll ein Ehemann seine Frau in einer Unterkunft erstochen haben; die 36 Jahre alte Mutter von drei Kindern starb an ihren Stichverletzungen.
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Obduktion offen, Haftrichter entscheidet am Freitag
Die rechtsmedizinische Obduktion, die Todesursache und Todeszeitpunkt klären soll, war am Abend des 1. Oktober noch offen. Die Polizei kündigte für Freitag, 2. Oktober, weitere Informationen an – auch zur Frage, ob der Ehemann dem Haftrichter vorgeführt wird.
Was die Obduktion ergibt, entscheidet über den weiteren Gang des Verfahrens. Sollte sie ein Tötungsdelikt belegen, droht Marcel H. Untersuchungshaft. Bis zu einem Urteil gilt die Unschuldsvermutung; der Beschuldigte hat jede Beteiligung bestritten.