Trump sichert den USA dauerhaften Zugang zu Grönland
Bild: KI-generiert
Arktis-Politik

Trump sichert den USA dauerhaften Zugang zu Grönland

Am Rande der UN-Generalversammlung unterzeichnen die USA, Dänemark und Grönland ein Sicherheitsabkommen für die Arktisinsel. Die USA dürfen Pituffik ausbauen und neue Stützpunkte anlegen; Nicht-NATO-Staaten bleiben ohne Zustimmung ausgeschlossen.

Veröffentlicht
JUX auf Google folgen

Dänemark behält Grönland – die USA bekommen dauerhaften Zugang und neue Militärstützpunkte. Am Rande der 81. unterzeichneten Donald Trump, Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen und Grönlands Regierungschef Jens-Frederik Nielsen am 22. September das Sicherheitsabkommen für die Arktisinsel, wie der AP-Bericht über die Unterzeichnung des Abkommens festhält.

Der Pakt erlaubt den USA den Ausbau des bestehenden Stützpunkts Pituffik sowie Verteidigungsareale in Narsarsuaq im Süden und Mestersvig im Osten, wie der Mitteilung des Weißen Hauses zum Arktis-Abkommen zu entnehmen ist. Trump kündigte an, es würden 'zwei sehr große Militärbasen' entstehen.

Grönland bleibt unter dänischer Souveränität – das Abkommen verschiebt also keine Grenzen. Neu ist die Ausschlussklausel: Nicht-NATO-Staaten dürfen ohne Zustimmung der Unterzeichner keine militärischen Anlagen und keine dauerhafte Präsenz auf der Insel errichten.

Der Vertrag hat kein Enddatum. Er soll auch dann fortgelten, wenn Grönland eines Tages unabhängig wird – dieser Fall ist in dem Abkommen ausdrücklich mitgedacht. Washington bindet seinen Zugang zur Arktis damit dauerhaft, unabhängig davon, wie sich der Status der Insel in den kommenden Jahrzehnten entwickelt.

Ein Meilenstein, der ewig halten kann

Trump, der Grönland seit 2019 haben wollte, wertete die Unterzeichnung als Erfolg für alle Beteiligten.

„Das ist großartig für Europa und für die Vereinigten Staaten und für alle. Und für Grönland wird es unglaublich sein.“
Donald Trump, Präsident der USA

Dänemarks Ministerpräsidentin Frederiksen nannte das Abkommen einen „Meilenstein“ und einen „Deal, der ewig halten kann“. Sie stellte sich dabei hinter Trumps sicherheitspolitische Begründung: „Herr Präsident, Sie waren sehr klar: Sie wollen keine Gegner zu nah herankommen lassen. Ich stimme voll und ganz zu.“

Grönlands Regierungschef Nielsen sprach von einer 'Win-win-win'-Vereinbarung. Die Sicherheit der Insel und die der USA seien nicht voneinander zu trennen: „Ihre Sicherheit ist unsere Sicherheit, und unsere Sicherheit ist Ihre Sicherheit.“

Für Dänemark und Grönland ist der Pakt ein Tausch: Sie behalten die Souveränität über die Insel, überlassen Washington aber den militärischen Zugang und den Ausbau der Präsenz. Für die USA endet damit ein sieben Jahre alter Vorstoß mit einem unterschriebenen Vertrag.

Von der Kaufidee zum Sicherheitspakt

Der Weg dorthin war lang und laut. Anfang September zeigte Trump eine Karte mit Grönland als Teil der USA; Mexiko konterte, weil auf dem Bild die US-Flagge über Kanada, Mexiko und Grönland lag.

Noch im Juli 2026 hatte Washington die Übernahme Grönlands als einzige Lösung bezeichnet – zwei Tage vor dem NATO-Gipfel in Ankara.

Am 18. September verkündete Trump, das Abkommen gebe den USA „dauerhafte Kontrolle über Sicherheit und alle anderen Belange in Grönland“. Dänemark und Grönland bestätigten zunächst lediglich, dass eine Einigung erzielt worden sei.

Die Vorgeschichte des Grönland-Abkommens

  1. 2019
    Trump will Grönland kaufen

    Donald Trump äußert erstmals öffentlich die Idee, Grönland zu kaufen. In Dänemark und Grönland hält man das zunächst für einen Scherz.

  2. Januar 2026
    Rutte entschärft die Krise

    Auf dem Höhepunkt der Grönland-Krise trägt NATO-Generalsekretär Mark Rutte zur Deeskalation bei. Trump nimmt Militäraktionen gegen die Insel vom Tisch und kündigt den „Rahmen eines künftigen Abkommens“ an.

  3. 9. September 2026
    NATO-Übung in Narsarsuaq

    Rund 400 Soldaten aus etwa zehn NATO-Staaten trainieren bei der Übung Arctic Shield 2026 in Narsarsuaq in Grönland.

  4. 22. September 2026
    Unterzeichnung in New York

    Am Rande der 81. UN-Generalversammlung unterschreiben Trump, Frederiksen und Nielsen das Grönland-Sicherheitsabkommen.

Wie es mit dem Pakt weitergeht

In New York wurde der Pakt auch nach der Unterzeichnung öffentlich verteidigt: Dänemarks UN-Botschafterin Christina Lassen lobte das Grönland-Abkommen am 28. September in der Generaldebatte der Vollversammlung. Kopenhagen stellt sich damit international hinter die Vereinbarung.

Umfrage
Lädt

Offen ist, was der Pakt militärisch bedeutet: Die von Trump angekündigten großen Basen müssen erst gebaut werden, einen Termin für einen Baubeginn nannte niemand. Ob und wann in Pituffik, Narsarsuaq und Mestersvig gebaut wird, hängt am weiteren Kurs Washingtons im Arktisraum – und daran, ob Grönlands Weg in die Unabhängigkeit den Zugang der USA unangetastet lässt.