Rund 1.470 Münchner Senioren essen kostenlos auf dem Oktoberfest
Rund 1.470 Seniorinnen und Senioren mit kleinem Einkommen haben am Montag kostenlos in Münchner Wiesn-Zelten gegessen – einen Tag, nachdem Oberbürgermeister Dominik Krause wegen Kreislaufproblemen alle weiteren Wiesn-Termine abgesagt hatte. Krause kam zurück, verteilte Brezn und nennt die gestiegenen Preise als Grund für die Aktion.
Rund 1.470 Münchnerinnen und Münchner mit kleinem Einkommen haben am Montag kostenlos auf dem Oktoberfest gegessen – eingeladen von den Wirtinnen und Wirten und der Stadt. Für Oberbürgermeister Dominik Krause war der Termin die Rückkehr auf die Wiesn: Nur einen Tag zuvor hatte er wegen Kreislaufproblemen alle weiteren Wiesn-Termine abgesagt.
Die Aktion „Wiesn mit Herz“ lief in acht großen und elf kleinen Wiesnzelten. Die Landeshauptstadt zählte rund 1.470 Teilnehmende, wie ihrer offiziellen Mitteilung zur Aktion Wiesn mit Herz zu entnehmen ist.
Eingeladen waren Seniorinnen und Senioren ab 60 Jahren mit geringem Einkommen. Vorgeschlagen wurden sie von rund 90 Münchner Einrichtungen, darunter Alten- und Servicezentren, Sozialbürgerhäuser, Münchenstift, BRK, kmfv e.V. und AWO. Die Einladungen organisierte das Sozialreferat.
Ein Grußwort und Brezn im Schottenhamel
Am Montag gegen 12 Uhr stand Krause in der Schottenhamel-Festhalle, begrüßte rund 250 Gäste mit einem Grußwort und verteilte Brezn. Bürgermeisterin Verena Dietl war parallel in der Augustiner-Festhalle und im Café Theres im Einsatz.
Warum Krause für diese Aktion auf die Wiesn zurückkam, obwohl er tags zuvor alle Termine abgesagt hatte, begründet er mit den Gästen selbst:
„Für mich hat ‚Wiesn mit Herz‘ einen besonderen Charakter. Ich finde es wichtig, dass gerade auch Menschen, die es im Leben oft schwer haben, schöne Stunden auf der Wiesn verbringen können. Vielen Dank an alle, die diese Aktion möglich machen und mit großem Engagement dabei sind.“
Dominik Krause, Oberbürgermeister von München
Vom Anstich zum Kreislaufkollaps
Der Einsatz kam einen Tag nach einem Rückschlag. Am Samstag, dem 19. September, hatte Krause im Schottenhamel-Festzelt mit zwei Schlägen das 191. Oktoberfest angezapft; seit dem 1. Mai 2026 ist der Grünen-Politiker Münchner Oberbürgermeister.
Am Sonntag musste er nach dem Trachten- und Schützenumzug wegen Kreislaufproblemen alle weiteren Wiesn-Termine absagen – darunter das Anzapfen beim „Gay Sunday“ in der Bräurosl.
Am Montag erklärte Krause den Ausfall mit Temperaturwechsel und zu warmer Kleidung; am Alkohol habe es nicht gelegen, wie aus der ZEIT-Berichterstattung über seine Kreislaufprobleme hervorgeht. Bereits ab acht Uhr hatte er nach Angaben von t-online im Rathaus gearbeitet, bevor er zur Wiesn fuhr.
Steigende Preise, kleines Budget
Die Preise auf der Wiesn sind aus Krauses Sicht der Grund, warum es die Aktion braucht: „Ich finde die Wiesn mit Herz eine tolle Aktion. Die Wiesn soll ein Ort sein, wo alle zusammenkommen – gerade in der jetzigen Zeit. Die Preise sind weiter gestiegen und da ist es super, dass es jetzt eine Unterstützung gibt.“ Wie stark der Wiesn-Besuch teurer geworden ist, zeigt die Entwicklung des Bierpreises auf dem Oktoberfest.
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Ob es bei einem Mittagessen an einem einzigen Wiesn-Tag bleibt, ist nicht entschieden. Das Essen geben die Wirtinnen und Wirte, die Einladungen organisiert das Sozialreferat – ob mehr Zelte mitmachen oder die Stadt das Angebot ausweitet, entscheiden damit die Zelte und die Stadtverwaltung.