Ben Zucker nennt sich alkoholkrank und trinkt weiter Wodka
Ben Zucker nennt sich selbst alkoholkrank und hat sich 21 Tage in einer Fachklinik behandeln lassen – doch seinen Wodka auf Eis trinkt er weiter. Steuern könne er seinen Konsum nach wie vor nicht, räumt der Schlagerstar ein.
Ben Zucker hat seine Alkoholkrankheit öffentlich gemacht – und trinkt trotzdem weiter. Der Schlagerstar, bürgerlich Benjamin Fritsch und in Ueckermünde geboren, spricht seit August 2025 offen über seine Sucht: in einem Interview mit Bild, in seiner Autobiografie „Kämpferherz“ und in vielen Gesprächen danach. Wie er in dem Gespräch über seine Alkoholkrankheit erklärt, vermeidet er das Wort Alkoholiker bewusst – viele Menschen verbanden damit Hoffnungslosigkeit.
„Ich bin alkoholkrank.“
Ben Zucker, Schlagersänger
Am 2. Oktober 2026 nehmen mehrere Medien die Beichte erneut auf. Der Bericht über Zuckers weiteren Wodka-Konsum steht dafür, dass sich an seiner Lage wenig geändert hat: Er hat sich in einer Klinik behandeln lassen, einen vollständigen Verzicht aber nie als oberstes Ziel seiner Therapie genannt. Er trinkt weiter – nach eigener Darstellung als Belohnung, nicht als Ergebnis von Selbstkontrolle.
Vom Lampenfieber zur Flasche Wodka
Angefangen hat alles mit Lampenfieber. Nach seinem Durchbruch 2017 mit dem Lied „Na und?!“ – bekannt wurde er durch einen Auftritt in einer Show von Florian Silbereisen – trank Zucker vor Auftritten einen Wodka-Shot, um Druck und Nervosität abzubauen. Der Alkohol habe ihn umgarnt, als es mit der Karriere bergauf ging, sagt er heute. Aus dem Ritual wurde eine starke Abhängigkeit.
In der Corona-Pandemie kippte die Lage. Nach der Absage seiner zweiten Arena-Tour verlor Zucker die Kontrolle; über Monate trank er nach eigener Schilderung täglich etwa eine Flasche Wodka. Dazu bestellte er sich jeden Tag Pizza nach Hause und hielt ständig einen Pegel.
Ben Zuckers Weg in die Sucht und durch die Klinik
4. August 1983
Geburt in Ueckermünde
Ben Zucker wird als Benjamin Fritsch in Mecklenburg-Vorpommern geboren.
2017
Durchbruch mit „Na und?!“
Nach einem Auftritt in einer Show von Florian Silbereisen startet seine Karriere – der Alkohol wird zum Begleiter.
2020
Kontrollverlust in der Pandemie
Nach der Absage seiner zweiten Arena-Tour trinkt er über Monate täglich etwa eine Flasche Wodka.
Herbst 2024
21 Tage in der Fachklinik
Zucker geht in einen Alkoholentzug; mindestens 15 Kilogramm hatte er bis dahin zugenommen.
August 2025
Beichte in Interview und Buch
Er macht seine Alkoholkrankheit im Interview und in der Autobiografie „Kämpferherz“ öffentlich.
2. Oktober 2026
Medien greifen die Beichte erneut auf
Zucker trinkt weiterhin gelegentlich Wodka auf Eis, wie er selbst einräumt.
Blick in die Dusche, 21 Tage Klinik
Der Wendepunkt kam im Herbst 2024. Mindestens 15 Kilogramm hatte Zucker zugelegt, der Blick auf sich selbst in der Dusche erschreckte ihn. Er ging für 21 Tage in eine Fachklinik für Alkoholentzug.
In seiner Klinikgruppe saßen Unternehmer, Anwälte und Ärzte. Bei fast allen sei beruflicher Druck der Auslöser gewesen, berichtet Zucker. Ein vollständiger Verzicht auf Alkohol war für ihn nicht das vorrangige Ziel der Behandlung, wie er selbst sagt.
„Ich trinke nach wie vor meinen Wodka auf Eis als Belohnung nach einem Konzert oder wenn ich zur Ruhe komme, das gehört für mich einfach dazu. Aber richtig steuern kann ich das nach wie vor nicht.“
Ben Zucker, Schlagersänger
An der Krankheit zerbrach auch seine Beziehung: Seine damalige Verlobte Suzann Jetzkus und er gingen auseinander. Vor den Spätfolgen hat Zucker Angst. Er spricht von einem Kelch, der bisher an ihm vorübergegangen sei – es sei aber nicht so, dass es ewig dauert, bis ein Leberschaden kommt.
Zucker selbst klang 2025 noch anders: Damals sagte er in einem RTL-Interview, er sei seit 50 Tagen trocken. Ein Jahr später trinkt er wieder seinen Wodka auf Eis, wenn er zur Ruhe kommt. Steuern könne er das nach wie vor nicht. Ob er die Kontrolle behält oder erneut verliert, weiß er selbst nicht.