Cristiano Ronaldo verlässt Portugals Camp und deutet Rücktritt an
Einen Tag vor dem Nations-League-Spiel in Dänemark verlässt Cristiano Ronaldo das Camp der portugiesischen Nationalmannschaft. Auslöser ist Trainer Jorge Jesus, der den 41-Jährigen nicht in die Startelf stellt – Portugal gewinnt 4:2, ohne ihn.
Cristiano Ronaldo hat das Camp der portugiesischen Nationalmannschaft verlassen – einen Tag vor dem Nations-League-Spiel in Dänemark. Der 41-Jährige flog am Mittwochabend mit einem Privatjet von Kopenhagen nach Madrid und deutete anschließend einen Rücktritt an.
Vorausgegangen war ein Auftritt von Nationaltrainer Jorge Jesus. Der 72-Jährige verkündete auf der Pressekonferenz, dass Ronaldo auch gegen Dänemark nicht in der Startelf stehen werde. Der Bericht zur Abreise Ronaldos aus dem portugiesischen Teamcamp nennt genau diese Ankündigung als Auslöser.
Automatische Übersetzung · Portugiesisch
Nach der Pressekonferenz des Nationaltrainers und im Anschluss an ein Gespräch mit dem Präsidenten des Portugiesischen Fußballverbands habe ich die Entscheidung getroffen, das Trainingslager der Nationalmannschaft zu verlassen.
Zu gegebener Zeit werde ich allen Portugiesen die Wahrheit über die Gründe sagen, die meinen Abschied aus der Nationalmannschaft motiviert haben, der ich mich immer gewidmet habe.
Jetzt ist es Zeit, Portugal und allen meinen Teamkollegen viel Glück zu wünschen, ohne Ausnahme.
Instagram · @cristiano
Nach 18 Jahren erstmals ohne Einsatzminute
Schon am Sonntag war Ronaldo beim 2:1-Sieg in Norwegen ohne Einsatzminute geblieben – erstmals nach 18 Jahren im Nationaltrikot. Nach dem Schlusspfiff verschwand er ohne Gruß an Fans oder Mitspieler in der Kabine. Sein erstes Länderspiel hatte er am 20. August 2003 als 18-Jähriger bestritten.
Am Mittwochabend folgte ein Statement auf Instagram. Darin erklärt Ronaldo seinen Rücktritt weder noch schließt er ihn aus – er kündigt an, sich später zu äußern. Damit lässt er Verband und Trainer mit einer offenen Personalie zurück.
„Zu gegebener Zeit werde ich allen Portugiesen die Wahrheit erzählen über die Gründe, die mich dazu motiviert haben, die Nationalmannschaft zu verlassen, für die ich mich immer aufgeopfert habe.“
Cristiano Ronaldo, Kapitän der portugiesischen Nationalmannschaft
Jesus: Die Regeln gelten für alle gleich
Zwei Tage nach Ronaldos Abflug verteidigte Jesus sein Vorgehen. Es gebe Spieler mit besonderem Status, die Regeln gälten aber für alle gleich, sagte der Nationaltrainer. Die Verteidigung der Regeln für alle fällt in eine Woche, in der Fans in Lissabon mit Plakaten gegen ihn protestieren.
„Es wirkt, als habe es ein Problem gegeben zwischen uns, aber es gab kein Problem. Ich bin derjenige, der die Entscheidungen trifft, und das weiß jeder.“
Jorge Jesus, Nationaltrainer Portugals
Jesus betonte zugleich, niemand könne dem Kapitän nehmen, was er repräsentiere – Ronaldo sei eine Ikone. Laut Marca begleiteten Verbandspräsident Pedro Proença und der Trainer ihn noch zum Flughafen, um ihn zum Bleiben zu bewegen. Sie blieben ohne Erfolg.
Portugal gewinnt 4:2 ohne die Nummer 7
In Kopenhagen gewann Portugal ohne den Kapitän 4:2 gegen Dänemark. Cancelo, Ramos, Vitinha und João Félix trafen. Rafael Leão übernahm dabei Ronaldos Rückennummer 7, Fábio Silva rückte in den Kader nach.
Ronaldos Schwester Elma Aveiro kritisierte den Umgang mit ihrem Bruder öffentlich, in Lissabon protestierten Fans mit Plakaten gegen Jesus. Der Bruch trifft einen Verband, dessen erfolgreichste Ära untrennbar mit dem Kapitän verbunden ist.
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Offen ist, ob Ronaldo überhaupt noch einmal für Portugal aufläuft. Nach der WM 2026 rechnete der Verband offenbar mit seinem Rücktritt und vergab die Nummer 7 neu. Erst im August hatte er ein Karriereende für 2027 angekündigt.
Ronaldo hat 234 Länderspiele und 146 Tore für Portugal vorzuweisen, dazu die Titel bei der EM 2016 und in der Nations League 2019 und 2025. Nach dem Aus im WM-Achtelfinale gegen Spanien hatte er seine WM-Karriere für beendet erklärt. Wann er die versprochene Wahrheit erzählt und ob sie das Ende im Nationalteam bedeutet, ist offen.