Škoda ruft weltweit 1,7 Millionen Autos wegen Lenkungsrisiko zurück
Bild: KI-generiert
Qualitätsmängel

Škoda ruft weltweit 1,7 Millionen Autos wegen Lenkungsrisiko zurück

Škoda holt weltweit mehr als 1,7 Millionen Fahrzeuge in die Werkstätten, in Deutschland sind rund 370.000 Pkw betroffen. Grund ist eine korrosionsanfällige Schraube am Lenkgetriebe: Bricht sie, kann die Lenkung ausfallen. Die neue Schraube war zuletzt nicht ausreichend lieferbar.

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Škoda ruft weltweit mehr als 1,7 Millionen Fahrzeuge zurück. In Deutschland sind nach dem Eintrag in der Rückrufdatenbank des Kraftfahrt-Bundesamts rund 370.000 Pkw betroffen – Stand: 2. Oktober 2026, 19:57 Uhr. Der Auslöser ist eine korrosionsanfällige Schraube am Lenkgetriebe. Reißt sie ab, kann die Lenkung im schlimmsten Fall ausfallen.

Betroffen sind die Baureihen Karoq, Kodiaq, Superb und Octavia. Die Datenbank weist für die Bundesrepublik rund 370.000 Fahrzeuge aus; die genaue Zahl der betroffenen Fahrzeuge in Deutschland liegt bei 370.879 Pkw. Die Angaben stammen aus der amtlichen Datenbank, in der der Hersteller seine Rückrufe meldet.

Rückrufvolumen 2026: Škoda und der Volkswagen-Konzern

Angaben in Millionen Fahrzeugen

Quelle: KBA-Rückrufdatenbank (Stand 2.10.2026); Handelsblatt (25.9.2026)

Warten auf eine Schraube, die noch fehlt

Wie gefährlich der Defekt ist, bewertet der Hersteller bislang als beherrschbar. Ein VW-Sprecher erklärte, bei internen Qualitätsüberprüfungen seien Auffälligkeiten an der Lenkung festgestellt worden. Betroffene Fahrzeuge könnten bis zum Werkstatttermin weitergefahren werden, eine „heiße Gefahr“ bestehe nicht. Für die Halter heißt das: abwarten.

Das Ersatzteil, das den Fehler beheben soll, ist knapp. Eine Arbeitsanweisung von Volkswagen zum Wechsel der Schraube liegt der Fachzeitschrift kfz-betrieb seit dem 24. September vor. Die neue Schraube mit der Teilenummer WHT 013 461 war zu diesem Zeitpunkt noch nicht ausreichend verfügbar. Bei rund 370.000 Fahrzeugen allein in Deutschland hängt es damit an der Teilelieferung, wie schnell die Werkstätten die Fälle abarbeiten können.

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Der Rückruf wächst auf Konzernweite

Schon am 25. September war klar, dass deutlich mehr Marken betroffen sind. Das Handelsblatt berichtete von einem Rückruf bei VW, Audi, Škoda und Seat, konzernweit ging es um etwa vier Millionen Fahrzeuge. Die Krone-Zeitung titelte damals „Fast vier Millionen Autos“. Škoda und Seat wurden in diesem Zusammenhang erstmals als betroffen genannt.

Am 27. September folgten Berichte über eine Ausweitung auf Seat und Cupra mit den Modellen Ateca und Tarraco. Zwei Tage später fassten Überblicksberichte, unter anderem bei auto motor und sport, den Mega-Rückruf für VW, Audi, Seat und Škoda zusammen. Die Berichte vom 27. und 29. September nannten keine belastbaren Stückzahlen für die einzelnen Marken.

Die Größenordnungen sind nicht deckungsgleich, weil sie unterschiedlich abgegrenzt werden: Die mehr als 1,7 Millionen Fahrzeuge beziehen sich allein auf Škoda, die rund vier Millionen auf den gesamten Volkswagen-Konzern mit VW, Audi und Seat. Für Deutschland lässt sich aus der KBA-Datenbank bislang nur der Škoda-Block mit rund 370.000 Fahrzeugen ablesen.

Ein Konzern im Umbau

Der Rückruf trifft den Konzern in einer angespannten Phase. Anfang September hat der VW-Aufsichtsrat den Zukunftsplan 2030 mit dem Wegfall von 50.000 Stellen beschlossen. Reparaturkosten in noch unbekannter Höhe kommen damit zu einem Sparprogramm hinzu, das gerade erst verabschiedet wurde.

Offen ist, wann die Schrauben in ausreichender Stückzahl bei den Werkstätten ankommen und wie lange sich der Rückruf zieht. Škoda hat bislang nicht mitgeteilt, ob weitere Modelle oder weitere Marken dazukommen. Der Eintrag vom 2. Oktober nennt die Dimension und nicht den Zeitplan: Mehr als 1,7 Millionen Fahrzeuge warten auf einen Termin.