Polizei fasst drei Verdächtige nach Waffencoup in Innsbruck
Bild: KI-generiert
Großfahndung

Polizei fasst drei Verdächtige nach Waffencoup in Innsbruck

Bewaffnete Einbrecher erbeuten in einem Innsbrucker Waffengeschäft Waffen und fliehen über die Grenze nach Bayern. Bei Mittenwald verunglückt ihr Fluchtwagen, die Polizei startet einen Großeinsatz und warnt die Bevölkerung.

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Mit eingeschlagenen Vitrinen beginnt in der Nacht zum Freitag ein Waffencoup in Innsbruck, der die Polizei beiderseits der Grenze in einen Großeinsatz zwingt. Die Täter erbeuten Waffen und fliehen mit einem schwarzen SUV über den Zirler Berg nach Bayern – und lösen damit eine Warnung an die Bevölkerung aus.

Gegen 5.30 Uhr schlagen die Männer im Waffengeschäft an der Haller Straße im Osten Innsbrucks zu und zertrümmern Vitrinen. Nur Minuten später alarmiert eine Zeugin die Tiroler Polizei und liefert detaillierte Angaben zum Fluchtfahrzeug. Die Bereichsfahndung läuft an, zahlreiche Streifen fahren die Ausfallstraßen ab.

Eine Polizeistreife entdeckt den schwarzen SUV auf der Seefelder Straße (B177) am Zirler Berg und nimmt die Verfolgung auf. Die Jagd führt über das Seefelder Plateau und über die Staatsgrenze. Am Übergang Scharnitz – Mittenwald sind nach Angaben der Tiroler Polizei 15 bis 20 Streifen im Einsatz, dazu die österreichische Spezialeinheit Cobra.

Sichtkontakt bei Mittenwald verloren

Kurz hinter der Grenze reißt die Verfolgung ab – von diesem Moment an können die Fahnder nur noch vermuten, wo die Männer stecken. Der Tiroler Polizeisprecher Stefan Eder beschreibt die entscheidende Sekunde so:

„Bei Mittenwald verlor die Streife dann den Sichtkontakt mit dem Fluchtfahrzeug.“
Stefan Eder, Polizeisprecher der Tiroler Polizei

Der Fluchtwagen kommt am Ortseingang von Mittenwald von der Straße ab, durchbricht eine Hecke und bleibt im Vorgarten eines Hauses liegen. Die Insassen lassen das Auto stehen und fliehen zu Fuß. Für die Einsatzkräfte beginnt damit eine Suche nach bewaffneten Männern in unübersichtlichem Gelände.

Unter Leitung des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, später der Polizeiinspektion Garmisch-Partenkirchen, wächst der Einsatz: Bundespolizei, Bayerisches Landeskriminalamt, SEK und ein Polizeihubschrauber – der Großeinsatz bei Mittenwald nach bewaffneter Flucht zieht sich über Stunden. Die Polizei warnt die Bevölkerung eindringlich, keine Anhalter mitzunehmen und Verdächtige nicht selbst anzusprechen, weil nicht auszuschließen sei, dass die Flüchtigen bewaffnet sind. Die Bahnstrecke zwischen Garmisch-Partenkirchen, Mittenwald und Innsbruck wird zeitweise gesperrt und gegen Mittag wieder freigegeben.

Zwei Festnahmen, am Nachmittag die dritte

Gegen 11 Uhr meldet die Polizei zwei vorläufige Festnahmen: einen 34-jährigen Niederländer und einen 30-Jährigen, dessen Staatsangehörigkeit zunächst ungeklärt bleibt. Im Fluchtwagen stellen die Ermittler nach Angaben der Polizei eine große Anzahl Langwaffen sicher.

Am späten Nachmittag folgt die dritte Festnahme: Die Polizei nimmt einen weiteren Tatverdächtigen gegen 15.34 beziehungsweise 15.38 Uhr fest, wie aus der Meldung zur dritten Festnahme hervorgeht. Zu Alter, Staatsangehörigkeit und Festnahmeort des Mannes macht sie zunächst keine Angaben.

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Ermittler prüfen Serie von Waffendiebstählen

Die Ermittlungen führt die Kriminalpolizeistation Garmisch-Partenkirchen unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft München II und der Generalstaatsanwaltschaft München. Geprüft wird, ob die Männer zu Einbruchserien in Waffengeschäfte in der Schweiz, in Vorarlberg und in Tirol gehören.

Solche Lagen eskalieren schnell – bei einem SEK-Einsatz gegen einen bewaffneten Autofahrer stoppten Spezialkräfte den Mann mit Blendgranaten und Schüssen. Wie viele Menschen am Einbruch in Innsbruck beteiligt waren und ob weitere Tatverdächtige flüchtig sind, ist weiterhin offen; die Fahndung läuft.