Reinhard Mey (83) steht an der Spitze der Offiziellen Deutschen Album-Charts – und lässt die gesamte Konkurrenz hinter sich. Der Liedermacher steigt mit seinem neuen Album „Schatzhauser“ am 2. Oktober direkt auf Platz 1 ein. Mit 83 Jahren ist er der älteste nationale Künstler, der jemals die deutschen Album-Charts angeführt hat.
Es ist Meys fünftes Nummer-eins-Album. In der Chartwoche KW40 reichte es für Platz 1, wie die Meldung von MusikWoche zur Chartwoche KW40 belegt. Das Album war erst sieben Tage vorher erschienen – am 25. September 2026.
Ein Veteran gegen vier Neueinsteiger
Vier Neueinsteiger folgen Mey auf den Plätzen 2 bis 4: Till Lindemann mit „Live In Krakow“, Wolfgang Petry mit „Ein Leben lang“ und Kuko mit „Catharsis“. Auf Platz 5 steht der „Unshatter Film Soundtrack“ von Linkin Park. Damit besteht die Top 5 nicht vollständig aus Neueinsteigern.
„Schatzhauser“ ist Meys 30. Studioalbum. Es erschien am 25. September 2026 – zum ersten Mal seit 40 Jahren nicht im Mai, sondern im September. Auf den 13 Liedern ist nur seine Stimme und seine Akustikgitarre zu hören: keine Band, keine Arrangements, keine Gastmusiker.
Ein Rapper holt ein 50 Jahre altes Lied zurück
Ein Lied auf dem Album hat eine eigene Geschichte. „In meinem Garten“ stammt von 1970 und erschien damals auf „Aus meinem Tagebuch“. Rund 50 Jahre später erlebte es eine Renaissance – ausgelöst durch eine Netflix-Dokumentation über den Rapper Haftbefehl. 2025 stieg das Lied erneut in die Charts ein und erreichte Platz 15.
Für „Schatzhauser“ nahm Mey den Song rein akustisch neu auf. Dass ausgerechnet ein Deutschrapper sein Lied aus den 70er-Jahren wieder ins Gespräch brachte, hat den Liedermacher selbst überrascht. Wie er diesen Moment erlebte, beschreibt Mey selbst.
„Als dieser harte Brocken plötzlich über dieses 50 Jahre alte Lied stolpert und Gefühle zeigt, war ich selber wie erschlagen.“
Was ein Musikwissenschaftler in den 13 Liedern hört
Der Schweizer Musikwissenschaftler und Komponist Michael Schneider hat „Schatzhauser“ für den Deutschlandfunk besprochen. Er hebt Meys Konzentration auf Stimme und Gitarre hervor.
„„überzeugend und berührend“, urteilt der Musikwissenschaftler Michael Schneider in seiner Besprechung für den Deutschlandfunk.“
Der Deutschlandfunk hatte die Veröffentlichung bereits am 25. September gemeldet und einen Bericht zum 30. Album in fast 60 Jahren veröffentlicht. Im Mittelpunkt steht dabei ein Musiker, der sein Handwerk auf Stimme und Gitarre reduziert hat.
Vom Blogtext zur Chartspitze
Der Weg an die Spitze dauerte Monate. Am 25. März 2026 kündigte Mey sein 30. Studioalbum an, am 24. August 2026 veröffentlichte er auf seiner Website einen Blogtext zu „Schatzhauser“. Am 25. September erschien das Album, sieben Tage später führte es die Album-Charts an.
Von der Wiederentdeckung an die Chartspitze
- Oktober 2025Ein Lied von 1970 kehrt zurück
Über eine Netflix-Dokumentation über Rapper Haftbefehl erlebt „In meinem Garten“ eine Renaissance und steigt erneut in die Charts ein – auf Platz 15.
- 25. März 2026Ankündigung des 30. Studioalbums
Reinhard Mey kündigt „Schatzhauser“ an – erstmals ein Album, das er komplett allein eingespielt hat.
- 24. August 2026Blogtext auf Meys Website
Mey veröffentlicht einen eigenen Text zu „Schatzhauser“.
- 25. September 2026„Schatzhauser“ erscheint
13 Lieder, nur Stimme und Akustikgitarre – zum ersten Mal seit 40 Jahren nicht im Mai, sondern im September.
- 25./26. September 2026Der Deutschlandfunk meldet die Veröffentlichung
Der Musikwissenschaftler Michael Schneider würdigt das Album als „überzeugend und berührend“.
- 2. Oktober 2026Platz 1 in der Chartwoche KW40
„Schatzhauser“ steigt direkt auf Platz 1 ein – Meys fünftes Nummer-eins-Album.
Dass etablierte Namen die Charts bestimmen, ist kein Einzelphänomen: In den Schlagercharts steht derzeit ein älteres Album von Helene Fischer, weil dort kein aktuelles Schlager-Album in den Top 100 steht. Bei Mey liegen die Dinge anders – sein Material ist brandneu und steht trotzdem an der Spitze. Ob „Schatzhauser“ sich dort hält, entscheidet die nächste Chartauswertung.
