Energiekonzepte Deutschland meldet Insolvenz an – 400 Jobs betroffen
Bild: KI-generiert
Solarbranche

Energiekonzepte Deutschland meldet Insolvenz an – 400 Jobs betroffen

Der Londoner Eigentümer Pemberton stellt die Finanzierung ein, jetzt hat die Energiekonzepte Deutschland GmbH Insolvenz angemeldet. Rund 400 Beschäftigte bangen um ihre Jobs, laut Handelsblatt sollen Anträge für sieben Gesellschaften der Gruppe folgen.

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Rund 45.000 Solaranlagen hat die Energiekonzepte Deutschland GmbH (EKD) installiert, das Leipziger Unternehmen zählte zu den größten Anbietern im deutschen Privatkundengeschäft mit Photovoltaik. Jetzt ist der Anbieter selbst zahlungsunfähig: Nach Unternehmensangaben sind rund 400 Mitarbeitende von der Insolvenz betroffen.

Am 2. Oktober stellte EKD beim Amtsgericht Leipzig den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens, wie aus der Meldung über den Insolvenzantrag beim Amtsgericht Leipzig hervorgeht. Auslöser ist der Finanzierungsstopp des Londoner Eigentümers.

Der Finanzinvestor Pemberton Asset Management, der EKD 2025 übernommen hat, teilte der Führungsebene am 26. September mit, keine weiteren Finanzmittel mehr bereitzustellen. Pemberton hält das Geschäftsmodell wegen des anhaltenden Marktrückgangs im Privatkundengeschäft mit Photovoltaik für nicht mehr tragfähig.

„Die Energiekonzepte Deutschland GmbH hat am 2. Oktober beim Amtsgericht Leipzig einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt.“
Julia Neuer, Unternehmenssprecherin der EKD

Strittig bleibt, wie viele Beschäftigte die Insolvenz trifft: EKD nennt rund 400 Mitarbeitende, MDR, tagesschau, TAG24 und die Berliner Zeitung berichten von rund 340 Beschäftigten.

Vom Zwei-Mann-Start zum Solar-Giganten

EKD ist eine junge Firma mit kurzer Erfolgsgeschichte. 2018 gründete Mathias Hammer das Unternehmen in Leipzig mit zwei Mitarbeitern. 2020 montierte EKD die 1.000. Solaranlage, 2022 beschäftigte die Firma mehr als 100 fest angestellte Mitarbeiter, dazu kamen Tausende Handelsvertreter und Beteiligungen an Herstellern von Wechselrichtern, Speichern und Wärmepumpen.

Das Wachstum war teuer. Für 2024 weist EKD laut TAG24 einen Verlust von mehr als 40 Millionen Euro aus. Ende 2024 vereinbarten von Pemberton beratene Fonds die Übernahme, 2025 vollzog der Investor sie und leitete eine Sanierung ein: 86 Mitarbeiter wurden gekündigt, die Bild berichtet von 80 gestrichenen Jobs. Im August 2025 wurde Christian Arnold CEO.

Der Weg von EKD in die Insolvenz

  1. 2018
    Gründung in Leipzig

    Mathias Hammer gründet die Energiekonzepte Deutschland GmbH mit zwei Mitarbeitern.

  2. 2020
    Die 1.000. Solaranlage

    EKD montiert die 1.000. Anlage des Unternehmens.

  3. Ende 2024
    Übernahme vereinbart

    Von Pemberton beratene Fonds vereinbaren die Übernahme. Für 2024 weist EKD laut TAG24 einen Verlust von mehr als 40 Millionen Euro aus.

  4. 2025
    Sanierung unter neuem Eigentümer

    Pemberton vollzieht die Übernahme, 86 Mitarbeiter werden gekündigt. Im August 2025 wird Christian Arnold CEO.

  5. 26. September 2026
    Der Geldhahn wird zugedreht

    Pemberton teilt der EKD-Führungsebene mit, keine weiteren Finanzmittel bereitzustellen.

  6. 30. September 2026
    Belegschaft informiert

    In einer außerordentlichen Mitarbeiterversammlung informiert EKD die Beschäftigten über die finanzielle Notlage.

  7. 2. Oktober 2026
    Insolvenzantrag

    EKD stellt beim Amtsgericht Leipzig den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens.

Sieben Gesellschaften unter einem Dach

Bericht des Handelsblatts nennt insgesamt sieben Gesellschaften, für die Anträge eingereicht werden sollen – darunter die EKD GmbH, die EKD Holding GmbH, die EKD Investorenholding GmbH und die EKD PV-Montage GmbH.

Das Handelsblatt hatte bereits am 1. Oktober unter Berufung auf vertraute Kreise über die bevorstehende Insolvenz berichtet; einen Tag später bestätigte EKD den Antrag für die GmbH. Nach Angaben der Bild sind 15 Standorte betroffen.

Drei Monate Insolvenzgeld

Für die Beschäftigten greift zunächst das Insolvenzgeld: Die Löhne und Gehälter sind laut EKD für rund drei Monate abgesichert. Danach braucht es einen Sanierungsplan, damit die Jobs bleiben.

„Die Löhne und Gehälter unserer circa 400 Mitarbeitenden sind über das Insolvenzgeld abgesichert.“
Julia Neuer, Unternehmenssprecherin der EKD

EKD ist kein Einzelfall: Für 2025 zählten Creditreform und ZEW 17.604 Firmenpleiten in Deutschland – der höchste Stand seit 20 Jahren. Im selben Jahr dokumentierten sie die Aufgabe von 187.744 Betrieben, fast jede dritte freiwillige Schließung aus Altersgründen.

Sanierung, Investor oder Verkauf

Der Geschäftsbetrieb läuft nach Unternehmensangaben uneingeschränkt weiter. Die Geschäftsführung will in den kommenden Wochen gemeinsam mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter prüfen, wie das Unternehmen saniert werden kann.

Als Wege gelten ein neuer Investor, eine Restrukturierung oder der Verkauf von Unternehmensteilen. Für eine Sanierung braucht EKD einen Geldgeber – der bisherige hat abgesagt.

Unternehmenssprecherin Julia Neuer sagt, Ziel der Geschäftsführung sei es, „gemeinsam mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter einen Weg zur Sanierung des Unternehmens zu finden“. Ob sich binnen Wochen ein neuer Geldgeber findet, entscheidet, wie viele der 340 bis 400 Beschäftigten ihren Job behalten.

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