Antifa-Demo in Bremen eskaliert – Polizist verletzt, Festnahmen
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Polizeieinsatz

Antifa-Demo in Bremen eskaliert – Polizist verletzt, Festnahmen

Steine, Flaschen und Pyrotechnik: Die Antifa-Demo gegen die Einheitsfeier in Bremen ist am Freitagabend eskaliert, ein Polizist wurde verletzt, mehrere Menschen wurden festgenommen. Für die Sicherheit der Feier standen rund vier Millionen Euro bereit.

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Steine, Flaschen und Pyrotechnik flogen auf Einsatzkräfte: Die Antifa-Demo gegen die zentrale Feier zum Tag der Deutschen Einheit ist am Freitagabend in der Bremer Innenstadt eskaliert. Ein Polizist wurde dabei verletzt und musste ärztlich behandelt werden, mehrere Menschen wurden festgenommen, die Polizei fertigte Strafanzeigen.

Die von der „Basisgruppe Antifaschismus Bremen“ angemeldete Demonstration startete kurz nach 18 Uhr am Brill unter dem Motto „Kein Frieden mit der Nation!“. Die Polizei zählte rund 700 Teilnehmer, die Veranstalter sprachen von rund 1.000 – angemeldet waren nur 300 Menschen. Die Route führte durch die Neustadt über die Wilhelm-Kaisen-Brücke bis zur Ostertorstraße.

Polizei geht gegen aggressive Gruppe vor

Nach Polizeiangaben rückte der Einsatz mit zusätzlichen Kräften an und ging gegen die „aggressive Personengruppe“ vor. Strafanzeigen wurden gefertigt, die Ermittlungen dauern an. Wie es an der Sielwallkreuzung zu der Eskalation kam, schildert der Bericht über den eskalierten Abend in Bremen.

Verletzte Beamte sind bei Protesten kein Bremer Einzelfall: Bei den Protesten gegen Rheinmetall in Köln wurden Anfang September elf Polizisten verletzt. In Bremen hatte der Weser-Kurier noch am selben Tag gemeldet, die linke Demonstration bleibe friedlich.

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Steinmeier sieht die Einheit gefährdet

Am Samstag folgte die offizielle Feier: ein ökumenischer Festgottesdienst im St.-Petri-Dom, danach der Festakt im Konzerthaus „Zur Glocke“. Dort sprach Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier – einen Tag, nachdem in Bremen Steine und Pyrotechnik auf Polizisten geflogen waren.

„Die unerträgliche politische Demagogie extremistischer Kräfte, die eine Lust an der Zerstörung ausleben und andere Menschen verhöhnen und bedrohen, gefährdet heute nicht nur Freiheit und Demokratie. Sie gefährdet unsere Einheit.“
Frank-Walter Steinmeier, Bundespräsident

Steinmeier warnte damit vor Kräften, die eine „Lust an der Zerstörung“ ausleben. Wer andere verhöhne und bedrohe, gefährde nicht nur Freiheit und Demokratie, sondern auch die Einheit des Landes, sagte er bei dem Festakt in Bremen.

Vier Millionen Euro für die Sicherheit

Angespannt war die Sicherheitslage schon vorher: Bremens Verfassungsschutzchef sprach am 24. September von einer angespannten Sicherheitslage vor dem Einheitsfest und verwies auf die Mobilisierung der linken Szene. Die Innenbehörde stellte rund vier Millionen Euro für die Sicherheit bereit.

Das Bürgerfest war bereits am Freitag mit einem symbolischen Raketenstart eröffnet worden. Der Senat rechnete mit rund 400.000 Besuchern, die FAZ nannte bis zu 450.000. Bis Sonntag feiert die Stadt zwischen Festmeile, Protest und Polizeiaufgebot; die zentrale Feier steht unter dem Motto „Viele Stärken – ein Land“.

Offen ist, wie viele Verfahren aus den Festnahmen werden und wen die Ermittlungen identifizieren. Unklar bleibt auch, ob es an diesem Wochenende weitere Proteste gegen die Einheitsfeier gibt – der Anlass, gegen den die Demo zog, dauert bis Sonntag.