Paarberater Thiel kann lesbische Orientierung nicht ausschließen
Bild: KI-generiert
Beziehungskrise

Paarberater Thiel kann lesbische Orientierung nicht ausschließen

Zehn Jahre Beziehung, drei Kinder, kein Spaß am Sex – und plötzlich eine Kollegin, in die sie sich verknallt hat. Paarberater Christian Thiel sagt der Leserin, ob sie lesbisch sein könnte – und warnt sie vor einer Affäre am Arbeitsplatz.

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Zehn Jahre Beziehung, drei Kinder – und Sex nur mit Überwindung. Weil ihr Mann sie nicht mehr erregt, hat sich eine Leserin an den Berliner Paarberater Christian Thiel gewendet. Auslöser ist eine neue Arbeitskollegin, in die sich die Frau „furchtbar verknallt“ hat; nun will sie wissen, ob sie lesbisch ist.

Thiel antwortet vorsichtig: Ausschließen will er eine lesbische Orientierung nicht, belegen kann er sie nicht. Die Zuschrift samt seiner Antwort ist seit dem 3. Mai 2023 bei WELTplus nachzulesen – als Thiels Antwort auf die Frage der Leserin hinter der Bezahlschranke.

Der Text gehört zur WELTplus-Reihe „Frage an den Paarberater“, in der Leserinnen und Leser ihre Beziehungsprobleme schildern und ein Fachmann antwortet.

Was die Frau schildert, kennt sie aus allen früheren Beziehungen – alle waren mit Männern. Den Kern ihrer Zuschrift gibt Thiel in seinem Text so wieder:

„Er möchte immer und ich nie, salopp gesagt. Ich habe nicht so viel Spaß am Sex – mein Mann erregt mich nicht.“
Christian Thiel, Single- und Paarberater

Thiel sieht ein Muster, aber keinen Beweis

„Sind Sie lesbisch? Ich kann das nicht ausschließen. Ihre Beziehungsbiographie gibt dafür allerdings keine klaren Anhaltspunkte“, schreibt der Paarberater. Auch der Sex sei nicht durchgehend schlecht gewesen: „in den ersten ein bis zwei Jahren“ sei er gut gewesen.

Statt einer sexuellen Orientierung sieht Thiel ein Beziehungsmuster. Die Leserin bekomme in der Sexualität mit ihren Partnern „schlicht nicht das, was Sie sich wünschen“ – Verständnis und Empathie. Seine These: Es ist „möglicherweise ein Muster“.

Dass ein Wechsel zu Frauen das Problem lösen würde, glaubt Thiel nicht. „Wenn Sie es nun mit einer Frau versuchen, dann kann Ihnen das ganz genauso wieder passieren. Ein Jahr läuft es gut – dann kommt die Unzufriedenheit“, warnt er.

Warnung vor der Affäre im Büro

Auch von einer Affäre mit der neuen Kollegin rät Thiel ab. „Never fuck the company, heißt ein bekannter Spruch. Es gibt sehr gute Gründe, ihn zu beherzigen“, schreibt er. Seine Reihenfolge für eine unglückliche Beziehung, die nicht zu retten ist, lautet: „Erst trennen – dann neu binden.“

Thiel rät der Leserin zusätzlich zu einer professionellen Beratung. Eine Trennung bleibt ein tiefer Einschnitt: Süfkes Warnung an Männer vor der Einsamkeit beschreibt, was Zurückbleibenden droht, wenn die Partnerin der einzige Mensch war, dem sie wirklich etwas erzählen.

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Ein Berater mit eigenem Podcast

Thiel veröffentlicht Beiträge als Paarberater und schreibt für die WELTplus-Reihe „Frage an den Paarberater“. Die Zuschrift veröffentlichte er zuerst in seinem Blog: Thiels Blogbeitrag Bin ich lesbisch erschien am 1. April 2023, gut einen Monat vor der WELTplus-Version.

Am 7. Juli 2023 folgte bei WELT ein verwandter Beitrag von Anna Peinelt und Christian Thiel: „Verliebt in eine Kollegin – Setze ich meine Ehe aufs Spiel?“. Sein Podcast „Die Sache mit der Liebe“ erscheint seit dem 16. August 2026 unabhängig von welt.de und dem Springer-Verlag. Am 2. Oktober 2026 hat WELT den WELTplus-Beitrag erneut beworben, mit dem Slogan „Ein Paarberater klärt auf“.

Von der Blogfrage zum WELTplus-Beitrag

  1. 1. April 2023
    Die Zuschrift erscheint im Blog

    Christian Thiel veröffentlicht die Leserfrage samt seiner Antwort unter dem Titel „Bin ich lesbisch?“ in seinem Blog „Herzenssache“.

  2. 3. Mai 2023
    WELTplus druckt den Beitrag

    „Mein Mann erregt mich nicht. Stehe ich vielleicht auf Frauen?“ erscheint in der Reihe „Frage an den Paarberater“ – hinter der Bezahlschranke.

  3. 7. Juli 2023
    Ein verwandter Fall bei WELT

    WELT veröffentlicht „Verliebt in eine Kollegin – Setze ich meine Ehe aufs Spiel?“ von Anna Peinelt und Christian Thiel.

  4. 16. August 2026
    Der Podcast wird unabhängig

    „Die Sache mit der Liebe“ erscheint erstmals unabhängig von welt.de und dem Springer-Verlag.

Ob die Leserin sich trennt, ob sie sich tatsächlich zu Frauen hingezogen fühlt oder ob sie mit ihrem Mann an der Beziehung arbeitet, lässt Thiel offen. Nur bei einem Punkt wird er eindeutig: bei der Kollegin. Die Entscheidung liegt bei der Frau – und mit ihr das Risiko, das der Paarberater benennt: dass nach einem guten Jahr die Unzufriedenheit zurückkommt.