Unbekannter sticht 15-Jährigen in Gesundbrunnen mehrfach nieder
In Berlin-Gesundbrunnen ist ein 15-Jähriger von einem Unbekannten mehrfach mit dem Messer niedergestochen worden; der Täter und die Gruppe entkamen. Der Fall trifft einen Ortsteil, der seit Jahren durch schwere Gewalt auffällt – die Polizeigewerkschaft GdP erneuert ihre Forderung nach einem generellen Messerverbot.
Ein Unbekannter hat am Freitagabend in Berlin-Gesundbrunnen einen 15 Jahre alten Jugendlichen mit einem Messer attackiert und mehrfach auf ihn eingestochen. Die Stiche trafen den Jugendlichen ins Gesäß. Rettungskräfte brachten ihn schwer verletzt in ein Krankenhaus.
Der Angriff begann gegen 17:50 Uhr im Bereich Gartenstraße/Feldstraße im Ortsteil Gesundbrunnen im Bezirk Mitte. Zuvor war der 15-Jährige mit einer mehrköpfigen Personengruppe in ein Streitgespräch geraten. In einer nahe gelegenen Parkanlage zog ein Mann dann ein Messer – so schildert es der Bericht über den Messerangriff in Gesundbrunnen.
Der Angreifer und die übrige Gruppe entfernten sich vom Tatort und entkamen. Festnahmen gab es bislang nicht, ein bekannter Tatverdächtiger ist nicht bestätigt. Auch wer zu der Gruppe gehörte, die mit dem 15-Jährigen stritt, ist unbekannt.
Die Polizei machte keine Angaben zur Nationalität, zum Hintergrund oder zu einem möglichen Motiv des Täters. Ob aus dem Streit eine gezielte Attacke wurde, lassen die Ermittler bislang offen.
Der Fall steht in einer Reihe ähnlicher Taten. Mitte September wurde in Marsberg-Essentho in Nordrhein-Westfalen ein 15-Jähriger aus Dortmund bei einer Feier erstochen; Messerangriff in Marsberg.
Gesundbrunnen ist seit Jahren ein Brennpunkt
Der Ortsteil fällt seit Jahren durch schwere Gewaltkriminalität auf. Im Juli 2025 starb in Gesundbrunnen ein 30-Jähriger an Stichverletzungen, nachdem eine Massenschlägerei mit Dutzenden Beteiligten eskaliert war.
Nach dieser Tat forderte die Gewerkschaft der Polizei (GdP) ein generelles Messerverbot im öffentlichen Raum – und sie hält die Forderung aufrecht. Ihr Berliner Landesvorsitzender Stephan Weh begründet sie mit der Gewaltlage in der Stadt:
„Die zurückliegende Nacht zeigt uns noch mal, warum wir ein generelles Messerverbot im öffentlichen Raum fordern, weil alles andere kleinteiliges Herumdoktern ist und wir gesellschaftlich umdenken müssen.“
Stephan Weh, Landesvorsitzender der GdP Berlin
Seither wiederholt die Gewerkschaft die Forderung. Ob ein generelles Verbot im öffentlichen Raum eingeführt wird, ist offen; darüber müsste die Berliner Landespolitik entscheiden.
GdP sieht vor allem junge Männer betroffen
Die GdP sieht in solchen Taten kein Zufallsprodukt. Ihr Landesvorsitzender Weh beschreibt eine Entwicklung, die aus seiner Sicht vor allem junge Männer betrifft:
„Gerade junge Männer nehmen heute überall ein Messer mit hin, weil sie bereit sind, es einzusetzen und damit andere schwer zu verletzten oder zu töten.“
Stephan Weh, Landesvorsitzender der GdP Berlin
Weh vertritt damit eine Zuspitzung: Nicht das Mitführen allein, sondern die Bereitschaft zum Einsatz sei das Problem. Ein Verbot, wie die GdP es fordert, würde jeden treffen, der ein Messer bei sich trägt.
Andere Fälle der vergangenen Wochen passen in dieses Bild: Anfang September wurde in Gießen ein 18-Jähriger in einer Wohnung getötet, ein 19-Jähriger sitzt nach dem tödlichen Messerangriff auf einen 18-Jährigen in Gießen in Untersuchungshaft.
Was bislang offen bleibt
Der 15-Jährige war schwer verletzt in eine Klinik gekommen und wird dort stationär behandelt. Der Angreifer floh gemeinsam mit der Gruppe; wer die Beteiligten sind, ist unbekannt.
Damit bleiben zwei Fragen offen: ob die Ermittler den Mann identifizieren, der zugestochen hat – und ob Berlin nach diesem Fall erneut über ein generelles Messerverbot diskutiert.