Frank Strada tritt nach Pikes gescheiterter Hinrichtung zurück
Nach der gescheiterten Hinrichtung von Christa Pike tritt Tennessees Strafvollzugschef Frank Strada zurück. Gouverneur Bill Lee hat alle weiteren Exekutionen des Jahres 2026 ausgesetzt, Pikes Anwälte fordern die Umwandlung des Todesurteils.
Nach der gescheiterten Hinrichtung von Christa Pike verliert Tennessee seinen obersten Strafvollzugsbeamten. Frank Strada hat am Samstag, dem 3. Oktober, seinen Rücktritt angeboten, wie der Nashville Banner über den Rücktritt berichtet; Gouverneur Bill Lee hat ihn angenommen.
Strada scheidet noch im Oktober aus dem Amt. Lee erklärte, sein Commissioner habe mit Integrität gedient und er sei dankbar für dessen Einsatz für einen reibungslosen Führungswechsel. Strada selbst hält daran fest, dass seine Behörde das Hinrichtungsprotokoll eingehalten habe.
„Selbst wenn ich beiseitetrete – es liegt im besten Interesse der Einwohner Tennessees, während die unabhängige Prüfung voranschreitet. Ich halte diese Prüfung für völlig angemessen und notwendig und freue mich darauf, alles zu tun, um genau festzustellen, was geschehen ist.“
Frank Strada, Commissioner des Tennessee Department of Correction
Zweite gescheiterte Hinrichtung seit Mai
Auslöser ist die Nacht auf Mittwoch, den 30. September: Im Riverbend Maximum Security Institution in Nashville überlebt Christa Pike zwei Dosen Pentobarbital – wie Christa Pike die Giftspritze überlebte. Sie liegt in kritischem Zustand in einem Krankenhaus in Nashville; der Bericht über Pikes Zustand im Krankenhaus nennt sie bewusstlos, intubiert und beatmet.
Es ist die zweite gescheiterte Hinrichtung in Tennessee unter Stradas Führung innerhalb weniger Monate. Im Mai 2026 war die Exekution von Tony Carruthers abgebrochen worden, weil kein intravenöser Zugang gelegt werden konnte. Nach Pikes Fall setzte Lee alle weiteren für 2026 geplanten Hinrichtungen aus.
Kritik an der Berufung Stradas
Der Streit reicht bis zur Personalie selbst zurück. Lee hatte Strada im Januar 2023 als Commissioner berufen. Zuvor war der Beamte stellvertretender Direktor der Strafvollzugsbehörde von Arizona – und beaufsichtigte dort 2022 drei Hinrichtungen, bei denen es Probleme mit dem Venenzugang gab.
Kit Thomas, Federal Public Defender in der Capital Habeas Unit, sieht darin den Kern des Problems: „Als Gouverneur Lee Strada einstellte, um die Probleme mit Hinrichtungen in Tennessee zu beheben, war dessen problematische Bilanz in Arizona wohlbekannt.“ Strada habe dann ein neues Protokoll durchgesetzt, das Empfehlungen der unabhängigen Untersuchung ignorierte und Schutzmechanismen schwächte.
US-Senatorin Marsha Blackburn nannte den Rücktritt „das Richtige, um voranzukommen“, kündigte aber an, dass es bei Personal und Verfahren im Department of Correction Änderungen geben werde. Pikes Anwalt Randy Spivey sagte, der Rücktritt sei gerechtfertigt, helfe seiner Mandantin aber nicht; das Geschehene gehe über eine einzelne Person hinaus. Die Anwälte fordern, Pikes Todesurteil umzuwandeln.
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Von Knoxville 1995 bis Nashville 2026
Pikes Fall reicht drei Jahrzehnte zurück. 1995 war die damals 18 Jahre alte Christa Pike in Knoxville an Folter und Mord an der 19-jährigen Colleen Slemmer beteiligt. 1996 wurde sie zum Tode verurteilt; ihr damaliger Freund, damals 17, erhielt lebenslange Haft, eine weitere Beteiligte Bewährung.
Von der Tat 1995 bis zum Rücktritt 2026
1995
Mord in Knoxville
Die damals 18-jährige Christa Pike ist an Folter und Mord an der 19-jährigen Colleen Slemmer beteiligt.
1996
Todesurteil gegen Pike
Pike wird zum Tode verurteilt; ihr damaliger Freund erhält lebenslange Haft, eine weitere Beteiligte Bewährung.
Januar 2023
Bill Lee beruft Frank Strada
Der stellvertretende Leiter der Strafvollzugsbehörde von Arizona wird Commissioner in Tennessee.
Mai 2026
Hinrichtung von Tony Carruthers abgebrochen
Es gelingt nicht, einen intravenösen Zugang zu legen; die Exekution wird abgebrochen.
30. September 2026
Pikes Hinrichtung scheitert
Im Riverbend Maximum Security Institution überlebt sie zwei Dosen Pentobarbital und wird in ein Krankenhaus in Nashville gebracht.
1. Oktober 2026
Lee setzt alle Hinrichtungen aus
Der Gouverneur stoppt alle weiteren für 2026 geplanten Exekutionen und ordnet eine unabhängige Untersuchung an.
3. Oktober 2026
Strada tritt zurück
Der Commissioner bietet seinen Rücktritt an, Gouverneur Lee akzeptiert ihn.
Wie es weitergeht
Lee hat eine unabhängige Untersuchung angeordnet, die der frühere US-Bundesstaatsanwalt Ed Stanton leitet. Sie soll klären, wie es zu den beiden gescheiterten Exekutionen kommen konnte; ein Abschlussdatum gibt es nicht. Ein Interims-Commissioner für das Department of Correction soll zu einem späteren Zeitpunkt benannt werden.
Für Pike ist nichts entschieden: Ihre Anwälte fordern die Umwandlung des Todesurteils und haben die Sicherung aller Beweise beantragt. Sie selbst liegt weiter bewusstlos und beatmet in der Klinik. Ob Tennessee 2026 überhaupt noch einmal eine Hinrichtung vollstreckt, hängt am Ausgang der Untersuchung.