Roboterpanzer Schturm bleibt bei Vorführung vor Putin im Schlamm stecken
Russland zeigt beim Manöver Zentr-2026 erstmals den ferngesteuerten Panzer Schturm auf T-72-Basis – doch die Funkverbindung reißt ab, das Fahrzeug bleibt im Schlammsgraben stecken. Ein Militärexperte hält das ganze Konzept für sinnlos.
Der Roboterpanzer „Schturm“ hat seinen ersten großen Auftritt vor Wladimir Putin nicht überstanden. Während der Vorführung auf dem Truppenübungsplatz Tschebarkul riss mehrfach die Funkverbindung zwischen dem ferngesteuerten Fahrzeug und seinem Führungsfahrzeug ab. Fotos zeigen den Panzer mit der Nase in einem Schlammsgraben stecken.
Anlass war das strategische Kommandostab-Manöver „Zentr-2026“ im Gebiet Tscheljabinsk, dessen aktive Phase am 2. und 3. Oktober 2026 lief. Das Verteidigungsministerium in Moskau meldete am 2. Oktober, Putin seien die neuen unbemannten Kampffahrzeuge vorgeführt worden; gesteuert werden sie aus gepanzerten Führungsfahrzeugen.
Zwei Varianten auf Basis des T-72B3M
Gezeigt wurde das schwere robotisierte Sturm-Kampfsystem (TSchRK) „Schturm“ in zwei Varianten: als unbemannter Panzer und als unbemannte BMPT-Version, die den neuen Namen „Spiridon“ trägt. Technische Basis ist der Kampfpanzer T-72B3M. Entwickelt hat das System der russische Hersteller Uralwagonsawod, zugeschnitten auf den Stadtkampf.
Ein einziges Führungsfahrzeug, in russischen Darstellungen „Mutterpanzer“ genannt, soll bis zu 50 Roboterpanzer in einem Radius von drei Kilometern steuern. Die ferngesteuerten Fahrzeuge erreichen bis zu 40 km/h. So jedenfalls die Ankündigung zur Vorstellung des Schturm-Systems beim Großmanöver.
Funkverbindung reißt, Panzer steckt fest
Doch die Demonstration neuer Fähigkeiten geriet zum Beleg für alte Probleme. Wie der Bericht zum festsitzenden Roboterpanzer festhält, riss die Funkverbindung zwischen dem ferngesteuerten Fahrzeug und dem Führungsfahrzeug während der Vorführung wiederholt ab.
Aufnahmen von dem Gelände zeigen den „Schturm“ mit der Nase in einem Schlammsgraben. Genau in diese Lücke stößt der Militärexperte Tarasenko: Das Konzept hänge von einem Kommandoposten in drei bis vier Kilometern Entfernung ab, der das Fahrzeug auf Sicht führen muss. Ohne verlässliche Kommunikation sei die Konstruktion wertlos. Sein Urteil:
„Die Idee dieses Fahrzeugs erscheint mir nicht erfolgversprechend: die Abhängigkeit von einem Kommandoposten, der drei bis vier Kilometer entfernt sein muss und in direkter Sichtlinie steht. Ohne geeignete Kommunikationsmittel wie Starlink oder etwas Vergleichbares ergibt ein solches Fahrzeug keinen Sinn.“
Tarasenko, Militärexperte
Tarasenkos Einwand zielt auf die Architektur des Systems. Die ferngesteuerten Fahrzeuge haben keine Besatzung an Bord, ihre Wirkung hängt vollständig an der Funkstrecke zum Führungsfahrzeug. Bricht sie ab, steht der Panzer. In Tschebarkul war genau das zu sehen.
Jet-Drohnen und die offene Frage der Steuerung
Am Rande des Manövers präsentierte Ildar Tazutdinov Putin auch neue strahlgetriebene Angriffsdrohnen. Über den Abschluss der aktiven Phase von „Zentr-2026“ berichteten Beloussow, Jewkurow und Mordwitschjow. Der Roboterpanzer blieb damit einer von mehreren Technikauftritten – und derjenige, bei dem die Funkverbindung nachweislich riss.
Ob der „Schturm“ über die Vorführung hinauskommt, ist offen. Gebaut ist er für den Stadtkampf, für Gefechte also, wie sie den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine prägen. Dort streitet der Westen weiter über weitreichende Waffen: In der Debatte um Taurus-Lieferungen an Kiew wächst der Druck auf Bundeskanzler Merz.