Widdecombe-Verdächtiger wegen Terrorplans gegen Farage angeklagt
Die Anklage gegen den mutmaßlichen Mörder von Ann Widdecombe nennt Nigel Farage als Ziel. Innenministerin Mahmood verspricht besseren Schutz für Amtsträger – Reform UK wirft dem Staat vor, jahrelang weggesehen zu haben.
Die britische Staatsanwaltschaft hat am Freitag, 2. Oktober 2026, Anklage gegen den 28-jährigen Joshua Kerry aus Rotherham erhoben. Der Vorwurf: Er soll terroristische Anschläge vorbereitet haben – ausdrücklich auch gegen den Reform-UK-Vorsitzenden Nigel Farage.
Kerry sitzt seit Juli 2026 in Untersuchungshaft. Er soll Widdecombe in ihrem Haus in Haytor auf Dartmoor getötet haben – nach Gerichtsangaben mit 21 Hammerschlägen auf den Kopf, die vorläufige Todesursache war ein stumpfes Kopftrauma. Die Festnahme des Verdächtigen nach Widdecombes Tod löste im Sommer eine Debatte über die Sicherheit von Abgeordneten aus.
Tatzeitraum reicht bis zum Todestag Widdecombes
Laut Counter Terrorism Policing reicht der Tatzeitraum der neuen Anklage vom 31. Mai 2024 bis zum 8. Juli 2026 – dem Tag, an dem Widdecombe getötet wurde. Anklagepunkt ist die Vorbereitung terroristischer Handlungen nach Section 5 des Terrorism Act 2006.
Die Anklage wegen eines geplanten Terrorakts gegen Farage nennt Nigel Farage namentlich als eines der anvisierten Ziele. Chief Crown Prosecutor Frank Ferguson erklärte, man habe die Beweise sorgfältig geprüft und sich für die Anklage entschieden.
Von Farages Brandanschlag bis zur Terroranklage
31. Mai 2024
Beginn des Tatzeitraums
Der neue Terrorvorwurf reicht nach Angaben der Anti-Terror-Polizei bis zu diesem Datum zurück.
Anfang 2025
Brandanschlag auf Farages Haus
Nach Farages Darstellung wurde ein brennendes Brandmittel durch den Briefkastenschlitz seines Hauses in Südlondon gestoßen; die Polizei wertete den Vorfall als versuchten Einbruch.
8. Juli 2026
Ann Widdecombe getötet
Die frühere konservative Ministerin wird in ihrem Haus in Haytor auf Dartmoor mit 21 Hammerschlägen auf den Kopf getötet.
11. Juli 2026
Joshua Kerry festgenommen
Zwei Tage nach dem Auffinden der Leiche nimmt die Polizei den 28-Jährigen fest.
August 2026
Ermittlungen zu Farages Haus wieder aufgenommen
Counter Terrorism Policing nimmt die einjährige Untersuchung zum mutmaßlichen Brandanschlag auf Farages Haus wieder auf.
2. Oktober 2026
Anklage wegen Terrorvorbereitung
Die CPS erhebt Anklage gegen Kerry; Farage wird als eines der Ziele genannt.
Mahmood verspricht mehr Schutz für Amtsträger
Innenministerin Shabana Mahmood (Labour) drückte Farage und seiner Familie ihr tiefes Mitgefühl aus. Nach der Rückkehr des Parlaments aus der Sitzungspause am 12. Oktober will sie über stärkere Schutzmaßnahmen für Amtsinhaber berichten.
Die Ministerin nannte die neuen Vorwürfe extrem beunruhigend. Sie sagte, der Fall werfe ernste Fragen zum Schutz von Menschen im öffentlichen Leben auf, und verlangte, ihn zum Anlass für einen Neuanfang zu nehmen.
„Niemand sollte sich täuschen: Ein Angriff auf irgendjemanden in der Politik ist ein Angriff auf uns alle.“
Shabana Mahmood, britische Innenministerin
Tice: Farage wird seit Jahren nicht gehört
Reform-UK-Vizechef Richard Tice kritisierte am Samstag im BBC-Radio 4, Farage sei in seinen Sicherheitsbedenken jahrelang nicht ernst genommen worden. „Was für die Menschen um ihn herum besonders verstörend ist: Manchmal wird ihm nicht geglaubt, ihm wird nicht zugehört“, sagte Tice.
Ein Sprecher der Partei verwies auf die umstrittene Spende von fünf Millionen Pfund für Farages Personenschutz.
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Am 7. Oktober geht es zum Westminster Magistrates' Court
Kerry soll am Mittwoch, 7. Oktober 2026, wegen der neuen Terroranklage dem Westminster Magistrates' Court in London vorgeführt werden. Der Mordvorwurf besteht parallel weiter, Kerry bleibt in Untersuchungshaft.
Am Old Bailey sind für das Mordverfahren ein Case-Management-Hearing am 9. Oktober, ein Vorbereitungs-Hearing am 20. November und ein vorläufiger Prozesstermin am 8. Juni 2027 angesetzt. Ob die Terroranklage mit dem mutmaßlichen Brandanschlag auf Farages Haus in Südlondon zusammenhängt, hat bislang niemand bestätigt.