Mitreisende Piloten landen Flydubai-Flug nach Cockpit-Angriff
Bild: KI-generiert
Cockpit-Angriff

Mitreisende Piloten landen Flydubai-Flug nach Cockpit-Angriff

Weil die sechsjährige Nina auf die Toilette muss, hört ihre Mutter Tali Manes Schläge an der Cockpittür von Flug FZ1073. Passagiere überwältigen den Co-Piloten, zwei mitreisende Piloten landen die Maschine in Tabuk.

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Nina Manes (6) musste auf die Toilette. Ihre Mutter Tali begleitete sie nach vorn – und hörte dort heftige Schläge gegen die Cockpittür von Flug FZ1073. Sie alarmierte sofort eine Flugbegleiterin. Aus einem Toilettengang wurde die Rettung einer ganzen Maschine.

Der Flydubai-Flug startete am 30. September 2026 in Dubai in Richtung Tel Aviv. An Bord waren Nina und ihre Eltern Tali und Tzvika Manes. Rund zweieinhalb Stunden nach dem Start standen Mutter und Tochter im vorderen Kabinenteil, als die Geräusche begannen. „Das klang für mich sehr, sehr ungewöhnlich“, sagte Tali Manes später.

Blut im Cockpit und ein Kampf um die Maschine

Als die Cockpittür geöffnet wurde, sah Tali Manes Blut im Cockpit und einen Kampf zwischen Kapitän Smit Machchhar und dem Co-Piloten. Sie schrie durch die Kabine: „Er sticht auf den Piloten ein! Kommt und helft!“ Ihr Ruf holte weitere Fluggäste nach vorn.

„Im Cockpit war überall Blut.“
Tali Manes, Fluggast an Bord von FZ1073

Ninas Vater Tzvika brachte seine Tochter zuerst aus dem Gefahrenbereich. Was sie in diesen Minuten zu ihm sagte, hat er später öffentlich wiedergegeben: „Papa, wir wollen nicht sterben.“ Danach lief er mit anderen Passagieren nach vorn, um den Kapitän zu retten.

Passagiere überwältigen den Co-Piloten und fesseln ihn

Die Gruppe überwältigte den Co-Piloten und fesselte ihn mit Kabeln. Der Angriff im Cockpit war damit gestoppt – die Boeing 737 MAX 8 aber noch in der Luft, mit einem verletzten Kapitän an Bord.

Während des Tumults sank die Maschine um mehr als 17.000 Fuß. Zwei Piloten, die als Passagiere an Bord waren, übernahmen die Steuerung und brachten den Jet in Tabuk in Saudi-Arabien sicher auf den Boden. Die Notlandung der Flydubai-Maschine in Tabuk beendete den Flug.

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Herzog nennt Tali Manes eine Heldin

Die Rettung beschäftigt inzwischen die israelische Staatsspitze. Präsident Isaac Herzog kündigte an, fünf Israelis für den Presidential Award for Civilian Heroism vorzuschlagen – darunter Tali Manes. Sie hatte als Erste Alarm geschlagen und damit die Rettungskette in Gang gesetzt.

Herzog machte in seiner Würdigung klar, wie eng das Überleben der Passagiere an Tali Manes' Alarm geknüpft war. Ihre Reaktion vor der Cockpittür sei ausschlaggebend gewesen, sagte der Präsident.

„Tali, je mehr wir über diese dramatischen Momente erfahren, desto klarer wird, wie groß dein Anteil daran ist, dass die Passagiere überlebt haben. Du bist eine Heldin, Tali.“
Isaac Herzog, Staatspräsident Israels

Ein Omaner soll den Kapitän mit einer Crash-Axt attackiert haben

Die Ermittlungen richten sich gegen den Co-Piloten. Der Mann aus dem Oman soll den Kapitän mit einer Crash-Axt attackiert haben, so die Staatsanwaltschaft der Vereinigten Arabischen Emirate; laut dem Bericht über den Angriff mit der Crash-Axt sprechen die Behörden von einem versuchten Terrorakt.

Das Motiv ist offen. In der Berichterstattung wird zwischen einem Suizidversuch und einem geplanten Anschlag unterschieden – die Spekulation über Suizid oder Terroranschlag ist bislang nicht entschieden. Die VAE-Staatsanwaltschaft hat den Fall am 3. Oktober als versuchten Terrorakt eingeordnet; wann sie ein endgültiges Motiv benennt, ist nicht bekannt.