München gewinnt Olympia-Auswahl mit 91 zu 50 Stimmen
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Bewerbungsrennen

München gewinnt Olympia-Auswahl mit 91 zu 50 Stimmen

Mit 91 zu 50 Stimmen hat München das Duell gegen Köln-Rhein-Ruhr entschieden und geht für Deutschland ins Olympia-Rennen. Verkündet wurde der Sieg um 14:43 Uhr von Bundespräsident Steinmeier in der ARD – NRW verliert nach einer aus Sicht des DOSB exzellenten Bewerbung.

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München wird deutscher Olympia-Kandidat: Mit 91 zu 50 Stimmen setzte sich die Stadt am Samstag bei der außerordentlichen DOSB-Mitgliederversammlung in Baden-Baden gegen Köln-Rhein-Ruhr durch. Für Nordrhein-Westfalen ist das Rennen damit verloren – nach einer Bewerbung, die der DOSB selbst als exzellent bewertet hatte.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verkündete das Ergebnis um 14:43 Uhr in einer ARD-Sondersendung; die Kandidatenkür im BR-Stream und im TV lief parallel. „Wer es jetzt eben nicht gesehen hat, dem sage ich: Der Sieger ist München“, sagte Steinmeier. Zuvor hatte DOSB-Präsident Thomas Weikert den Siegerumschlag versehentlich etwas zu früh geöffnet.

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Knapp war es nur auf dem Papier der Bewertung: Dort lag München mit 87,03 Punkten vor Köln-Rhein-Ruhr (85,02). Beide Konzepte stufte der DOSB als „sehr gut“ ein. Berlin, das seine Bewerbung am 24. September zurückzog, kam auf 74,64 Punkte und die Note „gut“.

München lag in der DOSB-Bewertung knapp vor Köln-Rhein-Ruhr

Bewertungspunkte der drei deutschen Bewerber vor der Abstimmung

Quelle: DOSB-Evaluierung

Zehn Milliarden Euro für die Spiele

Was der Erfolg kostet, beziffert Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause auf rund zehn Milliarden Euro – etwa fünf Milliarden Euro für die Organisation der Spiele und fünf Milliarden Euro für Infrastrukturmaßnahmen. „Die Freude ist jetzt unendlich“, sagte der Grünen-Politiker nach der Entscheidung.

Rückendeckung kommt aus der Bundesregierung. Kanzler Friedrich Merz erklärte: „Wir wollen die Olympischen und Paralympischen Spiele zu uns holen – für Gänsehaut, große Erfolge, unvergessliche Momente und ein ganzes Land, das mitfiebert.“ Sportstaatsminister Ronald Rauhe sagte: „Vielleicht ist es genau das, was Deutschland gerade gut gebrauchen kann: ein großes gemeinsames Ziel.“

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Berlin ist raus, NRW sucht Schuldige

Zwei Bewerber waren zuvor ausgeschieden. Hamburg hatte sich bereits per Bürgerbefragung verabschiedet, Berlin zog am 24. September offiziell zurück – vier Tage nach der Wahl zum Abgeordnetenhaus, bei der die Olympia-Befürworter im Senat abgewählt wurden. Damit blieben nur München und Köln-Rhein-Ruhr übrig.

In Nordrhein-Westfalen wirft die FDP Ministerpräsident Hendrik Wüst Versäumnisse vor. Wüst selbst sagte: „Köln-Rhein-Ruhr hat seine Hausaufgaben gemacht und eine exzellente Bewerbung vorgelegt, am Ende entscheiden Nuancen.“ Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sagte mit Blick auf den knappen Ausgang: „Ihr habt uns ganz schön zum Zittern gebracht.“

Vom Bürgerentscheid zur Nominierung in Baden-Baden

  1. Oktober 2025
    Bürgerbefragung in München

    Laut dpa stimmen zwei Drittel der Teilnehmer für eine Olympia-Bewerbung, BR24 berichtet von 66 Prozent Zustimmung.

  2. November 2025
    DOSB startet Dialog mit dem IOC

    Der Deutsche Olympische Sportbund tritt mit dem Internationalen Olympischen Komitee in Gespräche über eine deutsche Bewerbung ein.

  3. Februar 2026
    Bund sichert Olympia-Garantie zu

    Finanzminister Lars Klingbeil kündigt eine Olympia-Garantie des Bundes für Spiele in Deutschland an.

  4. Juni 2026
    IOC richtet Bewerbungsprozess neu aus

    Das IOC stellt den internationalen Bewerbungsprozess um, ohne die Details abschließend festzulegen.

  5. 20. September 2026
    Berlin wählt Olympia-Befürworter ab

    Bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus werden die Olympia-Befürworter im Senat abgewählt.

  6. 24. September 2026
    Berlin zieht Bewerbung zurück

    Die Hauptstadt steht damit nicht mehr zur Wahl.

  7. 26. September 2026
    München gewinnt 91 zu 50

    Bei der außerordentlichen DOSB-Mitgliederversammlung im Kurhaus Baden-Baden setzt sich München gegen Köln-Rhein-Ruhr durch.

Gegen Doha, Istanbul und Ahmedabad

Als internationale Konkurrenten gelten Indien mit Ahmedabad, Katar mit Doha, Istanbul, Budapest, Madrid, der Norden Großbritanniens und die Toskana. München hat seit den Sommerspielen 1972 keine Olympischen Spiele mehr ausgerichtet. Münchens nächste Schritte und internationale Gegner entscheiden darüber, ob der deutsche Vorstoß trägt – DOSB-Präsident Thomas Weikert mahnt Geschlossenheit an:

„Wenn wir Olympische und Paralympische Spiele nach Deutschland holen wollen, müssen wir jetzt als Sportnation geschlossen auftreten.“
Thomas Weikert, Präsident des DOSB

Das IOC will im März 2027 eine erste Vorauswahl für die Sommerspiele 2036 treffen; die endgültige Vergabe soll im Juni 2029 fallen. Beim DOSB steht in diesen Wochen auch personell ein Einschnitt an: Thomas Weikert kandidiert nicht erneut als DOSB-Präsident.

Offen ist vor allem die Finanzierung. Ob die Olympia-Garantie des Bundes, die Finanzminister Lars Klingbeil im Februar 2026 angekündigt hat, die von München veranschlagten zehn Milliarden Euro abdeckt, ist nicht geklärt. Die Entscheidung in Baden-Baden ist damit ein erster Schritt auf dem Weg zur internationalen Bewerbung.