Susan Sarandon wird 80 und verliert wegen Aktivismus Rollen
Bild: KI-generiert
Aktivismus

Susan Sarandon wird 80 und verliert wegen Aktivismus Rollen

Die Oscar-Preisträgerin feiert am 4. Oktober 2026 ihren 80. Geburtstag – und sagt selbst, dass sie wegen ihres Einsatzes für Palästinenser kaum noch Rollen bekommt. Ende 2023 beendete ihre Agentur die Zusammenarbeit, im September 2026 wurde sie bei einem Protest in New York festgenommen.

Veröffentlicht
JUX auf Google folgen

Susan Sarandon (80) verliert nach eigenen Angaben Rollen, weil sie sich öffentlich für Palästinenser einsetzt. An diesem 4. Oktober 2026 wird die Oscar-Preisträgerin achtzig Jahre alt.

Zum Jubiläum widmen ihr Medien ausführliche Porträts und würdigen mehr als fünf Jahrzehnte Schauspielkarriere – neben einem Aktivismus, der bei ihr gleichrangig daneben steht. Ihr Selbstbild fassen drei Wörter zusammen: Mutter, Aktivistin, Schauspielerin. Genau in dieser Reihenfolge beschreiben sie auch die Medien-Würdigungen zum 80. Geburtstag.

Auf den Vorwurf, sie solle sich aufs Schauspielen beschränken, hat sie eine Antwort, die keine Rücksicht kennt.

„Ich habe keine Wahl, was Aktivismus betrifft. Wenn Menschen keine Stimme haben, glaube ich, dass es meine Verantwortung ist, ihnen eine zu geben.“
Susan Sarandon, Schauspielerin und Oscar-Preisträgerin

Von Janet zur Oscar-Preisträgerin

Geboren wird Susan Abigail Tomalin am 4. Oktober 1946 in New York City, im Stadtteil Jackson Heights, als ältestes von neun Kindern. Zur Schauspielerei kommt sie über ihren Mann: 1967/68 heiratet sie den Schauspieler Chris Sarandon, begleitet ihn zu einem Casting – und bekommt selbst ihre erste Filmrolle, in „Joe“.

1975 gelingt ihr der Durchbruch als Janet in „The Rocky Horror Picture Show“. 1991 spielt sie in „Thelma & Louise“ die Louise an der Seite von Geena Davis. Über den Film sagt sie später: „Es war damals revolutionär, zwei Frauen zu zeigen, die nicht verfeindet sind und zusammen einfach Spass auf der Leinwand haben.“

Oscar-Nominierungen sammelt sie für „Atlantic City“, „Thelma & Louise“, 'Lorenzo's Oil' und „Der Klient“. 1996 gewinnt sie die Trophäe als beste Hauptdarstellerin für „Dead Man Walking“ – unter der Regie von Tim Robbins, ihrem damaligen Partner.

Achtzig Jahre Susan Sarandon

  1. 4. Oktober 1946
    Geburt in New York

    Susan Abigail Tomalin kommt in Jackson Heights zur Welt, als ältestes von neun Kindern.

  2. 1975
    Durchbruch mit „The Rocky Horror Picture Show“

    In der Rolle der Janet wird sie einem großen Publikum bekannt.

  3. 1996
    Oscar für „Dead Man Walking“

    Sie gewinnt als beste Hauptdarstellerin; Regie führt ihr damaliger Partner Tim Robbins.

  4. 1999
    UNICEF-Botschafterin

    Sie wird zur Botschafterin des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen ernannt.

  5. 2016
    Wahlkampf für Sanders, danach für Stein

    Zunächst unterstützt sie Bernie Sanders, nach dessen Ausstieg die Grünen-Kandidatin Jill Stein.

  6. Ende 2023
    United Talent Agency beendet die Zusammenarbeit

    Nach Darstellung mehrerer Porträts beginnt damit die Phase beruflicher Nachteile wegen ihrer pro-palästinensischen Positionen.

  7. 24. September 2026
    Festnahme bei Protest in New York

    Bei einer von Jewish Voice for Peace organisierten Kundgebung gegen Netanjahus Auftritt vor den Vereinten Nationen wird sie festgenommen.

Proteste, UNICEF und der Wahlkampf 2016

Ihre politische Haltung ist fester Teil ihres öffentlichen Bildes: Sie protestierte gegen den Irakkrieg, unterstützte Occupy Wall Street und engagiert sich gegen die Todesstrafe. 1999 ernannte UNICEF sie zur Botschafterin.

2016 machte sie zunächst Wahlkampf für Bernie Sanders, nach dessen Ausstieg unterstützte sie die Grünen-Kandidatin Jill Stein. Über Hillary Clinton sagte sie: „Ich dachte, Hillary sei sehr gefährlich. Wenn sie gewonnen hätte, wären wir jetzt im Krieg.“

Umfrage
Lädt

Was die Haltung kostet

Ende 2023 beendet die Agentur United Talent Agency (UTA) die Zusammenarbeit mit ihr. Nach eigenen Angaben reißt die Serie beruflicher Nachteile seither nicht ab – ausgelöst durch ihre pro-palästinensischen Positionen.

Anfang September 2026 sagt sie bei den Filmfestspielen von Venedig, wo 'The Echo Chamber' Premiere feiert, sie verliere wegen ihres Engagements Rollen. Was das konkret heißt, steht im Bericht über verlorene Rollen wegen Palästina-Support.

Am 24. September 2026 folgt der nächste Einschnitt: Bei einem von Jewish Voice for Peace organisierten Protest gegen Benjamin Netanjahus Auftritt vor den Vereinten Nationen wird Sarandon in New York festgenommen.

Angesichts dieser Kosten stellt sie die Frage nach dem Schweigen andersherum.

„Kannst du mit dir selbst leben, wenn du nichts sagst?“
Susan Sarandon, Schauspielerin und Oscar-Preisträgerin

Ein Zwischenstand mit achtzig

Fast sechzig Jahre nach ihrer ersten Rolle geht es bei Susan Sarandon nicht mehr um Rollen allein: Ihr Aktivismus bestimmt mit, welche sie noch bekommt. Die Porträts zum runden Geburtstag erzählen beides – die widerspenstige Schauspielerin zum 80. Geburtstag.

Am 4. Oktober 2026 wird sie achtzig – gewürdigt in zahlreichen Medienporträts, während sie nach eigenen Angaben weiter Rollen verliert. Ob die Studios ihr die verlorenen Rollen zurückgeben, ist offen. Sarandon selbst hat zuletzt nicht erkennen lassen, dass sie dafür schweigen würde.