Bremen nennt Einheitsfest sicher – vier Polizisten verletzt
Bei der Einheitsfeier in Bremen verbrennen vermummte Demonstranten eine Deutschlandflagge, vier Polizisten werden leicht verletzt. Innensenatorin Eva Högl (SPD) zieht trotzdem eine positive Bilanz: 400.000 Besucher, ein fröhliches und sicheres Fest.
Vier Polizisten sind am Samstag bei der Einheitsfeier in Bremen leicht verletzt worden. Zuvor hatten vermummte Teilnehmer einer angemeldeten Demonstration eine Deutschlandflagge verbrannt; die Polizei brach die Versammlung gegen 16:30 Uhr an der Haltestelle St.-Jürgen-Straße ab.
Bremens Innensenatorin Eva Högl (SPD) zog am Sonntag dennoch eine positive Bilanz: Rund 400.000 Besucher und rund 4.000 Einsatzkräfte, das Fest sei „nicht nur fröhlich, sondern auch sicher“ gewesen. Angriffe auf Einsatzkräfte nannte sie nicht hinnehmbar.
„Wir hatten nicht nur ein fröhliches, sondern auch ein sicheres Fest.“
Eva Högl, Innensenatorin Bremen (SPD)
Flagge verbrannt, Beamte mit Fahnenstangen angegriffen
Die Polizei löste die Versammlung nach der Flaggenverbrennung auf. Bei der anschließenden Identitätsfeststellung griffen Teilnehmer die Einsatzkräfte unter anderem mit Fahnenstangen an. Vier Beamte wurden leicht verletzt, blieben aber dienstfähig. Tatverdächtige wurden festgenommen, weitere Teilnehmer erhielten Platzverweise. Der Weser-Kurier-Bericht zur Eskalation nach der Flaggenverbrennung nennt die verbrannte Flagge als Auslöser.
Im weiteren Verlauf des Tages löste die Polizei im Bereich des Bürgerfestes zwei unangemeldete Versammlungen mit etwa 30 und rund 50 Teilnehmern auf, stellte die Personalien fest und fertigte Anzeigen. Högl zieht bei aller positiven Bilanz eine Grenze:
„Angriffe auf Einsatzkräfte und andere Straftaten gehen gar nicht.“
Eva Högl, Innensenatorin Bremen (SPD)
Ein fragiler Moment für die Staatsspitze
Der Samstag war der Höhepunkt der dreitägigen zentralen Feierlichkeiten unter dem Motto „Viele Stärken – Ein Land“. Um 10:00 Uhr begann der ökumenische Festgottesdienst im St.-Petri-Dom mit rund 720 geladenen Gästen, um 12:00 Uhr folgte der zentrale Festakt im Konzerthaus „Die Glocke“ mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Bundeskanzler Friedrich Merz.
Die Anspannung hatte eine Vorgeschichte: Schon am Freitagabend war die Antifa-Demo in Bremen eskaliert – ein Polizist wurde verletzt, es gab Festnahmen. Beim Zusammentreffen der Staatsspitze am Samstagmittag spricht Högl von einem fragilen Moment.
„Wenn die Spitzen unseres Staates an einem Ort zusammenkommen, ist das immer ein fragiler Moment. Deshalb waren wir angespannt.“
Eva Högl, Innensenatorin Bremen (SPD)
Positive Bilanz trotz vier verletzter Beamter
Am Sonntag veröffentlichte die Polizei Bremen die Polizeibilanz zum zweiten Tag des Bürgerfestes. Darin dokumentiert sie die Flaggenverbrennung, die Angriffe, die vier verletzten Beamten, die Festnahmen und die eingeleiteten Ermittlungen. Bekannt wurden die Vorfälle schon am Samstagabend: Bremen Eins meldete sie um 21:00 Uhr, Spiegel Online um 21:32 Uhr.
Högl verteidigt das Demonstrationsrecht ausdrücklich: „In unserer Demokratie dürfen Menschen gegen etwas demonstrieren.“ Von Gewalt trennt sie das scharf – Straftaten und Übergriffe auf Einsatzkräfte seien damit nicht zu rechtfertigen.
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Ermittlungen wegen schweren Landfriedensbruchs
Die Polizei ermittelt nach eigenen Angaben unter anderem wegen schweren Landfriedensbruchs. Gegen die am Samstag festgenommenen Tatverdächtigen laufen Verfahren; für die Teilnehmer der beiden aufgelösten Versammlungen liegen Anzeigen vor.
Offen bleibt, wie die Staatsanwaltschaft die Fälle bewertet und ob Bremen aus den Angriffen Konsequenzen für künftige Großlagen zieht. Högls Bilanz von einem sicheren Fest steht neben vier verletzten Polizisten und einer verbrannten Deutschlandflagge.