Mitarbeiter an Wiesn-Schiffsschaukel reanimiert – Kripo ermittelt
Am letzten Tag des 191. Oktoberfests trifft eine schwingende Schaukel einen 47-jährigen Mitarbeiter am Kopf. Sanitäter reanimieren ihn vor Ort, die Kripo übernimmt – der Betreiber sieht bislang ein Eigenverschulden.
Auf der Oidn Wiesn ist am Sonntagvormittag eine schwingende Schaukel gegen den Kopf eines Mitarbeiters geprallt. Der 47-jährige Rumäne wurde so schwer verletzt, dass er noch am Fahrgeschäft reanimiert werden musste.
Der Unfall ereignete sich gegen 10.15 Uhr an der historischen Schiffsschaukel, nur Stunden bevor das 191. Oktoberfest nach 16 Tagen schließen sollte. Der 47-Jährige wurde am Kopf und im Bereich der Halswirbelsäule getroffen, wie der BR über den Schiffsschaukel-Unfall berichtet. Sanitäter der Aicher Ambulanz begannen sofort mit der Erstversorgung.
Der Betrieb des Fahrgeschäfts wurde eingestellt, die Polizei sperrte es ab. Das Kommissariat 13 der Münchner Kriminalpolizei, zuständig unter anderem für Betriebsunfälle, übernahm die Ermittlungen. Der Verletzte kam mit lebensgefährlichen Verletzungen in eine Münchner Klinik.
Schausteller sehen Eigenverschulden
Betreiber der Schiffsschaukel ist Schausteller Gilbert Schmack aus Kirchasch. Nach Angaben von Yvonne Heckl, Sprecherin der Wiesn-Schausteller, deutet bislang alles auf einen Unfall durch Eigenverschulden hin.
Gewerbeaufsicht und Kripo konnten zunächst weder einen technischen Defekt noch Fremdverschulden feststellen, wie der Merkur über den schweren Betriebsunfall berichtet. Für die Fahrgäste habe zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr bestanden, betonte die Polizei.
„Er hat da sehr lange schon gearbeitet. Er wusste eigentlich, wie man sich da bewegt. Wir stehen alle noch unter Schock.“
Yvonne Heckl, Sprecherin der Wiesn-Schausteller
Heckls Einschätzung stützt die These vom Eigenverschulden, belegt ist sie nicht: Sie stammt von der Sprecherin der Schausteller, nicht von den Ermittlern. Nach ihren Angaben hat niemand den Ablauf gesehen; die Augenzeugen würden befragt und betreut.
Der zweite schwere Unfall des Festes
Es war nicht der erste schwere Betriebsunfall dieser Wiesn: Am 21. September war ein 52-jähriger Sicherheitsmitarbeiter aus Serbien am 85 Meter hohen Freefall-Tower „Hangover“ von einer Gondel getroffen worden. Er starb wenig später im Krankenhaus.
Nach dem tödlichen Unfall am Hangover war das Fahrgeschäft gesperrt und später wieder geöffnet worden. Der übrige Festbetrieb lief am letzten Wiesn-Tag weiter. Am frühen Nachmittag meldete die Stadt München die bestbesuchte Wiesn ihrer Geschichte: 7,4 Millionen Besucher.
Was die Ermittler jetzt auswerten
Unbeantwortet ist bislang, wie der 47-Jährige in die Bahn der schwingenden Schaukel geraten konnte, obwohl er nach Angaben der Schausteller mit dem Ablauf des Fahrgeschäfts vertraut war. Die Polizei will Zeugen befragen und mögliche Videoaufnahmen auswerten; sie rechnet damit, dass die Ermittlungen mehrere Tage dauern.
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Für die Wiesn endet die Saison mit diesem Sonntag. Der Betreiber der Schiffsschaukel bekommt erst dann Gewissheit, wenn die Kripo eine Ursache benennt – ob Heckls Verdacht vom Eigenverschulden zutrifft, ist offen.