Josh Hartnett (48) konnte während der Dreharbeiten zu “Verity„ rund zehn Tage lang nicht gehen: Eine schwere Lebensmittelvergiftung hatte seine Muskeln verkrampfen lassen. Der Film selbst, sagt er zum deutschen Kinostart, sei ohnehin bewusst kein sicheres Projekt gewesen.
“Verity – Dunkle Geheimnisse„ läuft seit dem 1. Oktober 2026 in den deutschen Kinos, in den USA startete die Verfilmung von Colleen Hoovers Bestseller am 2. Oktober 2026. Regie führt Michael Showalter, das Drehbuch schrieb Nick Antosca; als Produzenten sind unter anderem Anne Hathaway und Hoover beteiligt.
Im Film spielt Dakota Johnson die glücklose Autorin Lowen Ashleigh. Sie wird von Jeremy Crawford (Hartnett) angeheuert, die erfolgreiche Thrillerreihe seiner Ehefrau, der Bestsellerautorin Verity Crawford (Hathaway), fortzusetzen – Verity ist nach einem mysteriösen Autounfall gelähmt und kann nicht mehr schreiben. Lowen zieht auf das abgelegene Crawford-Anwesen in Vermont, stößt auf verstörende autobiografische Aufzeichnungen und entwickelt Gefühle für Jeremy. Der Film hat FSK 12 und eine Laufzeit von rund 114 Minuten.
“Keine sichere Nummer„
Hartnett tourt zum Kinostart durch die Medien und beschreibt die Dreharbeiten immer wieder als Grenzgang. Dem Portal kino.de sagte er, der Film sei bewusst kein sicheres Projekt gewesen – man gehe darin “ziemlich an die Grenzen„.
„“Verity„ ist in keinster Weise eine sichere Nummer. Wir gehen im Film ziemlich an die Grenzen. Er ist sehr düster und verstörend. Es gab Dinge, die Anne Hathaway, Dakota Johnson und ich definitiv noch nie gemacht haben.“
Der Streitpunkt ist die Vorlage: Millionen Leserinnen und Leser haben eine feste Vorstellung der Figuren. Gegenüber Deadline nannte Hartnett diese Erwartungshaltung “a double-edged sword„, ein zweischneidiges Schwert – sie belege, wie sehr die Geschichte die Menschen berühre, mache die Aufgabe aber unlösbar: “Man muss respektieren, was die Leute von den Figuren halten, aber es ist unmöglich, es allen recht zu machen.„ Die Mehrdeutigkeit des Endes habe ihn überzeugt: “Wir wollen, dass die Leute nach dem Film rausgehen und diskutieren.„
Intimacy Coordinator und Lachanfälle
Weil der Film explizite Szenen enthält, arbeitete das Team mit einer Intimacy Coordinator. Sie habe “eine große Rolle gespielt„, sagte Hartnett im Interview mit ABC News Live Prime – wie Deadline über die Intimacy Coordinator berichtet.
Die Zusammenarbeit mit Hathaway und Johnson sei eingespielt gewesen, man habe sich “fast angefreundet„, und die Chemie sei aus dieser Freundschaft entstanden: “Wir haben am Set viel gelacht, und wenn wir je wieder einen Film zusammen drehen, müsste es eine Komödie sein.„
Regisseur Michael Showalter habe die Dreharbeiten mit seiner Comedy-Erfahrung “lebendig und lustig„ gehalten. Selbst in den dunkelsten Szenen, sagte Hartnett im SiriusXM-Podcast “Front Row„, habe es Lachanfälle gegeben, die einfach nicht aufhören wollten.
Zehn Tage ohne Gehfähigkeit
Die Belastung war auch körperlich: Während der Dreharbeiten in New York City zwischen Februar und April 2025 erkrankte Hartnett schwer. Hartnetts zehn Tage ohne Gehfähigkeit am Set gehen auf eine Lebensmittelvergiftung zurück, wie er am 1. Oktober 2026 im SiriusXM-Podcast “Front Row„ schilderte: “Es war eine Lebensmittelvergiftung, aber eine schreckliche. Das Problem war, dass ich nicht laufen konnte, weil meine Muskeln alle verkrampft waren.„
Rund zehn Tage lang habe er nicht gehen können, nur “ein paar Drehtage„ seien betroffen gewesen. Showalter schilderte die Lage drastisch: “Während des größten Teils des Films liegt Josh, wenn er nicht vor der Kamera steht, daneben und wird versorgt. Josh kämpfte mit etwas sehr, sehr, sehr Ernstem.„
Von der Selbstverlag-Vorlage zum Kinostart
- 2018Roman erscheint im Selbstverlag
Colleen Hoover veröffentlicht “Verity„ selbst; 2021 folgt die Neuauflage über Grand Central Publishing, nachdem BookTok den Roman zum Phänomen gemacht hat.
- Februar bis April 2025Dreharbeiten in New York City
- 2025Hartnett kann zehn Tage nicht gehen
Eine schwere Lebensmittelvergiftung verkrampft seine Muskeln, nur wenige Drehtage sind betroffen.
- 24. September 2026UK-Premiere im Curzon Mayfair in London
Hartnett erscheint mit Ehefrau Tamsin Egerton, auch Dakota Johnson ist vor Ort.
- 1. Oktober 2026Deutscher Kinostart
- 2. Oktober 2026US-Kinostart
Am selben Tag erscheint das NPR-Interview mit Hartnett.
Die Patentochter ist nicht einverstanden
Gegenwind kam schon vor dem Kinostart – aus dem privaten Umfeld. Hartnetts zwölfjährige Patentochter, ein großer Fan des Romans, sei “absolut nicht damit einverstanden„ gewesen, dass er Jeremy spielt: “Es gibt eine Person, die das Buch gelesen hat und absolut nicht damit einverstanden ist, dass ich Jeremy spiele. Das ist meine Patentochter.„ Ihr Urteil fällt vernichtend aus: “Du spielst Jeremy? Du bist etwa 100 Jahre alt.„
Im Buch ist Jeremy etwa 40 Jahre alt, Hartnett ist 48. Hathaway nannte die Einschätzung der Zwölfjährigen “probably healthy„ – womöglich sei es gesund, dass die Patentochter nicht allzu emotional in seine Mitwirkung an dem düsteren Film investiert sei. Sie selbst berichtete von ähnlicher Zurückhaltung in ihrer Familie: “Mein Vater hat aufgehört, das Buch zu lesen.„
Hathaway habe ihren Eltern geraten, diesmal nicht zur Premiere zu kommen – mit Verweis auf die peinliche Erfahrung rund um “The Idea of You„. Ihr Vater habe es später mit dem Hörbuch versucht und mittendrin aufhören müssen. Dakota Johnson rechnete dagegen nicht mit Rückmeldung ihrer Mutter Melanie Griffith; sie glaube nicht, dass diese das Buch gelesen habe, Freunde von ihr seien dagegen begeistert.
Ein Leben auf Abstand zu Hollywood
Hartnett lebt seit Jahren mit seiner Frau, der Schauspielerin Tamsin Egerton, und den vier gemeinsamen Kindern (etwa 2 bis 10 Jahre) auf einer kleinen Farm in Hampshire in England. Auf dem roten Teppich der Londoner Premiere am 24. September 2026 im Curzon Mayfair sagte er Entertainment Weekly: “Mein Leben ist mein Familienleben, und ab und zu komme ich raus und mache so etwas.„
Gegenüber NPR beschrieb er, er habe Hollywood nach “Black Hawk Down„ den Rücken gekehrt, sei zurück nach Minnesota gegangen und habe “a much less Hollywood existence„ geführt – ein deutlich weniger von Hollywood geprägtes Leben. Angebote für Superman und Batman habe er abgelehnt. Mit dem Promo-Trubel sei er heute “viel wohler„ als früher.
Über die düsteren Dreharbeiten sagte Hartnett der USA Today, er habe den Kummer seiner Figur nicht mit nach Hause nehmen dürfen – “You can't bring it with you„. Zugleich kritisierte er Kollegen, die im Method Acting die Aufmerksamkeit auf sich ziehen: Man zwinge alle anderen am Set, dem eigenen Prozess Aufmerksamkeit zu schenken.
In der BookTok-Community wird die Besetzung eines 48-Jährigen für den etwa 40-jährigen Jeremy teils kritisch gesehen. Das Martin Cid Magazine deutet sie als bewusste Entscheidung: Mit Hartnett rücke der “Schwarm„ der Vorlage zum “Verdächtigen„ – passend zu einem Thriller, der seine Auflösung offen lässt. Anne Hathaway war 2026 in ihrem bislang arbeitsreichsten Kinojahr zu sehen, unter anderem mit “Der Teufel trägt Prada 2„, “Mother Mary„, “Die Odyssee„, “The End of Oak Street„ und “Verity„.
Am 2. Oktober startete in den USA auch Tom Cruises “Digger„, dem nach den Prognosen der schwächste Kinostart seit 2000 droht. Ob das Publikum die düstere Umsetzung von “Verity„ annimmt, entscheidet sich in den kommenden Wochen an den Kinokassen.
