Polizei räumt Migrantenlager in Ceuta vor dem Königsbesuch
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Polizei räumt Migrantenlager in Ceuta vor dem Königsbesuch

Nach zwei Tagen ist das Strandlager Trampolín in Ceuta geräumt: Rund 350 Beamte, Panzerwagen und Drohnen rückten an, viele Bewohner flohen in die Wälder. Die Frist der Regierung läuft bis zum 15. Oktober – zwei Tage nach dem Besuch des Königspaars.

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Die spanische Polizei hat das Migrantenlager am Strand Trampolín in der Exklave geräumt. Nach zwei Einsatztagen war die Aktion am 5. Oktober abgeschlossen. Nach dem Bericht zur Operation Trampolín waren rund 350 Beamte, gepanzerte Fahrzeuge, Drohnen, Patrouillenboote und Taucher der Guardia Civil im Einsatz; das Militär errichtete eine zusätzliche Sicherheitslinie.

Die Räumung begann am 4. Oktober um 08.00 Uhr. Rund 600 Marokkaner verließen Ceuta freiwillig, andere wurden in Bussen zum Grenzübergang Tarajal gebracht. Viele der bis zu 3.500 Lagerbewohner flohen in die umliegenden Wälder, wie dem Bericht über die Flucht in umliegende Wälder zu entnehmen ist.

Am zweiten Tag, dem 5. Oktober, war die Räumung abgeschlossen. Nach Angaben der Behörden wurden alle ursprünglich rund 3.000 Menschen weggebracht; andere Berichte nennen bis zu 3.500 Bewohner. Wie viele die Exklave verlassen haben und wie viele sich im Umland versteckt halten, ist damit offen.

Wie aus dem Durchbruch ein Dauerlager wurde

Der Massenansturm auf die Grenze von Ceuta begann am 30. und 31. Juli 2026. Nach Regierungsschätzungen gelangten damals bis zu 80.000 Migranten aus Marokko in die spanische Exklave; die meisten kehrten anschließend zurück, Tausende blieben. Ab Ende Juli lebten sie am Strand Trampolín in Zelten und Hütten aus Plastikplanen.

Bereits in den Monaten zuvor hatten die Behörden andere Strandlager in Ceuta geräumt, darunter den Strand Benítez. Die Strände liefen danach teils wieder voll. Ende August eskalierte die Lage in der Stadt, als Anwohner das Lager am Strand Benítez stürmten und Hütten anzündeten.

Ceuta seit Ende Juli: vom Massenansturm zur Räumung

  1. 30.–31. Juli 2026
    Bis zu 80.000 Menschen erreichen die Exklave

    Nach Regierungsschätzung gelangen binnen zwei Tagen bis zu 80.000 Migranten aus Marokko nach Ceuta; die meisten kehren zurück, Tausende bleiben.

  2. Ende Juli 2026
    Der Strand Trampolín wird zum Dauerlager

    Tausende Menschen leben in Zelten und Hütten aus Plastikplanen direkt am Meer.

  3. August und September 2026
    Andere Strandlager geräumt

    Die Behörden räumen unter anderem den Strand Benítez; die Strände laufen teils wieder voll.

  4. 4. Oktober 2026
    Erster Tag der Räumung

    Ab 08.00 Uhr rücken rund 350 Beamte mit Panzerwagen, Drohnen, Booten und Tauchern an; rund 600 Marokkaner verlassen Ceuta freiwillig.

  5. 5. Oktober 2026
    Die Räumung ist abgeschlossen

    Alle ursprünglich rund 3.000 Menschen sind weggebracht, viele Lagerbewohner fliehen in die Wälder.

  6. 13./14. Oktober 2026
    Königspaar reist nach Ceuta und Melilla

    Felipe VI. und Letizia besuchen die Exklaven – der erste Besuch eines spanischen Monarchen seit Juan Carlos I. im Jahr 2007.

  7. 15. Oktober 2026
    Frist der Regierung läuft ab

    Bis zu diesem Datum soll die Räumung der Lager in Ceuta abgeschlossen sein.

Der Königsbesuch erhöht den Druck

Die Regierung hatte für die vollständige Räumung der Lager in Ceuta eine Frist bis zum 15. Oktober gesetzt. Zwei Tage zuvor, am 13. und 14. Oktober, reisen König Felipe VI. und Königin Letizia nach Ceuta und Melilla – der erste Besuch eines spanischen Monarchen in den Exklaven seit Juan Carlos I. im Jahr 2007.

Der Termin erhöht den Druck auf die Behörden, ist nach deren Darstellung aber nicht der einzige Grund für das Tempo der Räumung. Sie verweisen auf die Verschmutzung in den Lagern und auf Gesundheits- und Sicherheitsrisiken für die Bewohner und die Stadt.

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Mission Lifeline wirft der Polizei Zwang vor

Kritik an dem Vorgehen kommt von der Hilfsorganisation Mission Lifeline. Sie wirft der Polizei vor, mit Panzerwagen Druck auf die Menschen ausgeübt zu haben, und widerspricht damit der Darstellung der Behörden, die die Ausreisen als freiwillig bezeichnen.

Bis zum 15. Oktober will die Regierung alle Lager in Ceuta geräumt haben. Ob die Beamten auch die Menschen erreichen, die sich in die Wälder abgesetzt haben, ist damit nicht gesagt. Und ob der Besuch des Königspaars am 13. Oktober die Debatte über das Vorgehen beendet, steht ebenfalls offen.