Spritpreise vier Tage nach Tankrabatt-Start wieder gestiegen
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Kraftstoffpreise

Spritpreise vier Tage nach Tankrabatt-Start wieder gestiegen

Vier Tage nach dem Start des zweiten Tankrabatts ist Super E10 mit 2,137 Euro teurer als am 1. Oktober. Der ADAC findet für den Anstieg keine Erklärung, der Mineralölverband en2x verweist auf 17 Cent Weitergabe, der SPD-Fraktionsvize pocht auf den Preisdeckel ab Januar.

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2,137 Euro kostet ein Liter Super E10 im Bundesschnitt, Diesel liegt bei 2,253 Euro. Vier Tage nach dem Start des zweiten Tankrabatts ist Sprit damit wieder teurer als zu dessen Beginn – und in Berlin, Hamburg und Stuttgart gibt es inzwischen kein E10-Angebot mehr unter zwei Euro.

Seit dem 1. Oktober sinkt die Energiesteuer auf Benzin und Diesel um 14,04 Cent je Liter, mit dem Umsatzsteuereffekt sind es 16,7 Cent. Am ersten Tag fielen die Preise um 14,5 Cent bei E10 und 15,2 Cent bei Diesel – doch schon um 12 Uhr ging es an vielen Stationen wieder nach oben. Bund und Länder kostet das Paket bis zum 31. Dezember rund 2,5 Milliarden Euro.

Für den Preissprung fehlt eine Erklärung

Beim ADAC kann den neuerlichen Anstieg niemand mit dem Markt erklären. Ölpreis und Euro-Dollar-Wechselkurs hätten sich kaum verändert, heißt es beim Verkehrsclub; der Preisauftrieb sei aus Verbrauchersicht nur schwer nachvollziehbar. Die tagesaktuellen Werte erhebt der Club selbst in seinem Spritpreis-Vergleich im Wochenverlauf.

„Damit ist ein Teil der anfänglichen Entlastungswirkung bereits innerhalb weniger Tage teilweise wieder aufgezehrt worden. Die Energiesteuersenkung hat zwar zu einem deutlichen Preisrückgang bei den Kraftstoffen geführt, die Entlastung schmilzt jedoch bereits wieder zusammen.“
ADAC, Verkehrsclub

Der Verband verweist auf 17 Cent

Der Mineralölverband Fuels und Energie (en2x) weist den Vorwurf zurück. Seine Mitglieder hätten die Steuersenkung vom ersten Moment an weitergegeben, betont der Branchenverband – und rechnet den Unterschied vor.

„Ohne den Tankrabatt wären die Tankstellenpreise seit Anfang Oktober an ihren Stationen zu jedem Zeitpunkt 17 Cent je Liter höher.“
en2x, Branchenverband der Mineralölwirtschaft

Beim ersten im Mai und Juni blieben laut Monopolkommission gut 200 Millionen Euro des Entlastungsvolumens von 1,6 Milliarden Euro bei den Mineralölkonzernen. Ramona Pop von der Verbraucherzentrale sieht ein „Déjà-vu“ – schon am ersten Tag entstehe der Eindruck, dass die Steuersenkung nicht vollständig ankomme. Laut einer Auswertung zum ersten Rabatt spürten 81 Prozent keine Entlastung.

Vom Iran-Krieg zum zweiten Rabatt

Der zweite Rabatt reagiert auf einen historischen Preisschub: Der September war der mit Abstand teuerste Tankmonat in Deutschland. Am letzten Tag vor dem Ausbruch des Iran-Kriegs Ende Februar kostete Super E10 im Bundesschnitt noch 1,78 Euro, Diesel 1,75 Euro.

Vom ersten Tankrabatt zum zweiten

  1. 28. Februar 2026
    Iran-Krieg beginnt

    Am letzten Tag davor kostet Super E10 im Bundesschnitt 1,78 Euro, Diesel 1,75 Euro.

  2. 1. April 2026
    Österreich-Modell tritt in Kraft

    Tankstellen dürfen ihre Preise nur noch einmal am Tag um 12 Uhr erhöhen.

  3. 1. Mai bis 30. Juni 2026
    Erster Tankrabatt läuft

    Der Rabatt von rund 17 Cent läuft zwei Monate; laut Monopolkommission bleiben gut 200 Millionen Euro des Entlastungsvolumens von 1,6 Milliarden Euro bei den Mineralölkonzernen.

  4. 19. September 2026
    Einigung auf das 2,5-Milliarden-Paket

    Bund und Länder verständigen sich auf Tankrabatt und Spritpreisdeckel.

  5. 25. September 2026
    Bundestag beschließt den Rabatt

    434 zu 128 Stimmen, der Bundesrat lässt das Gesetz passieren.

  6. 1. Oktober 2026
    Zweiter Tankrabatt startet um 0 Uhr

    E10 fällt um 14,5 Cent, Diesel um 15,2 Cent – um 12 Uhr steigen die Preise wieder stark.

  7. 4. Oktober 2026
    Sprit teurer als zum Start

    Tagesdurchschnitt am Sonntag: Super E10 2,137 Euro, Diesel 2,253 Euro.

Ab Januar soll ein Preisdeckel kommen

Union und SPD planen als zweite Stufe einen staatlichen Spritpreisdeckel nach belgischem Vorbild, der spätestens zum 1. Januar 2027 greifen soll. In der CDU ist die Skepsis groß. Die großen Konzerne haben schon abgewinkt: Aral und Shell lehnen einen freiwilligen Preisdeckel ab.

„SPD-Fraktionsvize Matthias Miersch sagte der dpa: „Da will ich die Union jetzt schon mal freundschaftlich, kollegial erinnern, dass das für die SPD wirklich fest vereinbart ist und zum Anfang Januar kommen muss. Da gibt es kein Wackeln.““
Sebastian Roloff, wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion

Miersch macht damit öffentlich Druck auf den Koalitionspartner. Für ihn steht fest, dass der Deckel Teil der Vereinbarung ist und zum Jahreswechsel in Kraft treten muss.

Wie viel von den 16,7 Cent ankommt

Der Rabatt läuft bis zum 31. Dezember, der Deckel soll spätestens zum 1. Januar 2027 kommen. Bis dahin entscheidet sich an einer Frage, ob die Entlastung bei den Autofahrern ankommt: ob die Konzerne die 16,7 Cent je Liter an jedem Tag vollständig weiterreichen.

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