Kaltfront stürzt Deutschland um 15 Grad ab und bringt ersten Schnee
Erst bis zu 25 Grad, dann Nächte mit minus 4 Grad: Eine Kaltfront beendet den warmen Oktober in Deutschland und lässt die Temperaturen um 10 bis 15 Grad abstürzen. Rund um Zugspitze, Allgäu und Berchtesgadener Land sind oben bis zu 20 Zentimeter Neuschnee drin.
Wer in dieser Woche noch im T-Shirt unterwegs war, braucht ab Mittwochabend Jacke, Schal und Eiskratzer: Eine Kaltfront beendet den warmen Oktober in Deutschland und drückt die Temperaturen binnen gut zwei Tagen um 10 bis 15 Grad nach unten. Auf den Gipfeln der Alpen fällt dabei der erste Schnee der Saison.
Der Deutsche Wetterdienst beschreibt den Umschwung in dem DWD-Bericht zur Wetterentwicklung der Woche: Hoch DIETER sorgt zunächst noch für milde 20 bis 24 Grad. Über der südlichen Nordsee bildet sich an einem Frontensystem ein Tief, dessen Kaltfront Deutschland ab Mittwochabend von Nordwest nach Südost überquert. Den Alpenrand erreicht sie am Donnerstag.
Von 25 Grad auf 8 Grad
Binnen gut zwei Tagen stürzen die Werte um 10 bis 15 Grad: von bis zu 25 Grad am Mittwoch auf 11 bis 15 Grad am Donnerstag und 8 bis 13 Grad am Freitag und Samstag. Ab Sonntag sind verbreitet minus 1 bis minus 4 Grad möglich, dazu Bodenfrost.
Temperatursturz: Höchstwerte fallen von 25 auf 13 Grad
Obere Spanne der erwarteten Höchstwerte in Deutschland
Quelle: DWD und wetter.net, Oktober 2026
Der Meteorologe Dominik Jung von wetter.net ordnet den Umbau so ein: „Damit kippt die Großwetterlage komplett.“ Die stabile Hochdrucklage sei vorbei, es folge „Aprilwetter im Oktober“ – Sonne, Schauer, Graupel und Gewitter im raschen Wechsel. Schon am Mittwochabend ziehen im Westen und Südwesten erste Schauer und Gewitter durch, der Wind frischt auf.
Erster Schnee auf den Gipfeln
In den Alpen wird es weiß. „Im Allgäu, im Berchtesgadener Land und rund um die Zugspitze kommt eine echte Schneedecke zusammen. Ganz oben sind 10 bis 20 Zentimeter Neuschnee drin“, sagt Jung. Er spricht von der ersten richtigen Neuschneeauflage der Saison bis in mittlere Lagen.
„Oberhalb von etwa 900 bis 1000 Metern kann der Regen in Schnee übergehen. Feldberg, Brocken, Fichtelberg und die Alpen könnten die ersten weißen Flocken der Saison abbekommen.“
Dominik Jung, Diplom-Meteorologe bei wetter.net
Im Flachland und in den Städten fällt dagegen kein Schnee. „Dort bleibt es bei kaltem Regen und Graupel“, betont Jung. Die Schneefallgrenze sinkt in den Alpen am Donnerstag zunächst auf rund 1500 Meter und in der Nacht zum Freitag auf etwa 1000 Meter; oberhalb von 900 bis 1000 Metern kann der Regen in Schnee übergehen.
Was Gartenbesitzer jetzt tun müssen
Für Gartenbesitzer wird es konkret: „Eiskratzer raus, empfindliche Kübelpflanzen rein, und wer noch Dahlien oder Geranien draußen hat, sollte spätestens am Samstag handeln“, rät Jung. Der erste Frost der Saison trifft also nicht nur die Bergregionen, sondern auch Balkon und Vorgarten im Tiefland.
Ab Sonntag schiebt sich Hochdruck heran, der Wind lässt nach, der Himmel klart auf. Dann sinken die Temperaturen nachts verbreitet auf minus 1 bis minus 4 Grad. „Die Nächte bleiben lang und kalt, Nebel und Bodenfrost werden uns ab jetzt regelmäßig begleiten“, sagt Jung.
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Ab Mitte Oktober dreht der Wind auf West
Ein Ende des kühlen Musters zeichnet sich nicht ab: Ab Mitte der kommenden Woche dreht die Strömung wieder auf West, tagsüber sind dann noch einmal 14 bis 17 Grad drin. Von den Werten des Sommers, als Meteorologen bis zu 39 Grad und drohende Dürre erwarteten, ist das weit entfernt.
Fest steht nur die Richtung: Nach dem Temperatursturz am Mittwochabend bleibt es in Deutschland kühl, nass und in Höhenlagen winterlich. Bis Samstag entscheidet sich, ob aus Regen in den Mittelgebirgen doch Schnee wird und ob rund um die Zugspitze tatsächlich 20 Zentimeter zusammenkommen.