Saudi-Arabien aktiviert Beistandspakt – Türkei und Pakistan sollen Truppen verlegen
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Sicherheitspolitik

Saudi-Arabien aktiviert Beistandspakt – Türkei und Pakistan sollen Truppen verlegen

Türkei und Pakistan sollen Truppen nach Saudi-Arabien verlegen – erstmals wird der Mekka-Pakt aktiviert. Auslöser ist ein Drohnenangriff auf die Stromversorgung der Prophetenmoschee in Medina, den die Huthis bestreiten.

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Saudi-Arabien hat den Bündnisfall ausgerufen: Türkei und Pakistan sollen Streitkräfte und militärisches Gerät rasch in das Königreich verlegen.

Das Dringlichkeitstreffen des Strategischen Politischen und Verteidigungsausschusses der Mekka-Allianz in Riad beschloss am Montag, die kollektiven Verteidigungsverpflichtungen unverzüglich umzusetzen.

Es ist die erste Aktivierung des Abkommens, das Saudi-Arabien, die Türkei und Pakistan am 7. August 2026 in Mekka unterzeichnet haben. Nach dem Vorbild der NATO gilt darin ein Angriff auf einen der drei als Angriff auf alle.

Saudi-Arabiens Verteidigungsminister Khalid bin Salman Al Saud nennt das Treffen einen Beleg für die Einheit der drei Länder – gegen die Angriffe auf das Königreich und die heiligen Stätten und gegen alle, die dafür verantwortlich sein sollen.

Der Angriff auf Medina

Auslöser ist ein Drohnenangriff auf die Taibah-Stromverteilerstation in Medina am 29. September 2026 um 5:11 Uhr Ortszeit. Die Station versorgt die Prophetenmoschee mit Strom. Die von Saudi-Arabien geführte Jemen-Koalition machte den Angriff am 1. Oktober öffentlich.

Bereits Mitte September hatte die Koalition den Abschuss einer Drohne bei Mekka gemeldet; die Huthis nannten die Darstellung damals eine Lüge.

Koalitionssprecher Turki al-Maliki sagte, die Untersuchung und die Trümmer der eingesetzten Drohne belegten die Beteiligung der Huthi-Miliz. Am 4. Oktober wiesen die Huthis die Vorwürfe zurück; in ihrer Stellungnahme zum mutmaßlichen Drohnenangriff auf Medina nannten sie die Darstellung der Koalition falsch.

Medina ist nach Mekka die zweitwichtigste heilige Stätte des Islam. Türkei, Katar, die Arabische Liga und die Al-Azhar-Universität verurteilten den Angriff scharf. In der Erklärung der Allianz ist von Angriffen auf die heiligen Stätten die Rede.

Vom Pakt zum Bündnisfall

Im September 2025 schlossen Saudi-Arabien und Pakistan ein strategisches gegenseitiges Verteidigungsabkommen – die Grundlage des späteren Mekka-Pakts. Am 7. August 2026 besiegelten Saudi-Arabien, die Türkei und Pakistan in Mekka ihren gemeinsamen Verteidigungspakt in Mekka. Zwischen Unterzeichnung und Bündnisfall liegen knapp zwei Monate.

Vom Verteidigungspakt zum Bündnisfall

  1. September 2025
    Saudi-Arabien und Pakistan schließen Verteidigungsabkommen

    Das strategische Abkommen wird zur Grundlage des späteren Mekka-Pakts.

  2. 7. August 2026
    Drei Länder unterzeichnen den Mekka-Pakt

    Saudi-Arabien, Türkei und Pakistan vereinbaren: Ein Angriff auf einen gilt als Angriff auf alle.

  3. September 2026
    Huthi-Offensive an der Rotmeer-Küste

    Die Miliz bringt weite Teile der Küste und die Meerenge Bab al-Mandab unter ihre Kontrolle.

  4. 25. September 2026
    Militärchefs verhandeln in Riad

    Die Generalstäbe der drei Länder koordinieren ihr Vorgehen.

  5. 29. September 2026
    Drohne trifft Stromstation in Medina

    Laut der Saudi-geführten Koalition wird die Taibah-Verteilerstation getroffen, die die Prophetenmoschee versorgt.

  6. 1. bis 2. Oktober 2026
    Koalition macht Angriff öffentlich

    Türkei, Katar, Arabische Liga und Al-Azhar verurteilen ihn; Pakistan kündigt ein Dringlichkeitstreffen an.

  7. 4. bis 5. Oktober 2026
    Huthis bestreiten, Ausschuss entscheidet

    Die Miliz weist die Tat zurück. In Riad beschließt die Allianz die rasche Verlegung von Truppen nach Saudi-Arabien.

Fast 1,4 Millionen Soldaten

Nach Angaben der Allianz kommen Saudi-Arabien, die Türkei und Pakistan zusammen auf fast 1,4 Millionen aktive Soldaten, rund 3.400 Militärflugzeuge, 6.000 Panzer und mehr als 340 Marine-Einheiten. Die Zahlen stammen aus dem Global Firepower Index 2026.

Pakistans Verteidigungsminister Khawaja Asif hatte den Automatismus des Pakts schon vor dem Beschluss beschrieben: „Bei unprovozierten Angriffen oder einem Übergreifen der Ereignisse im Jemen auf Saudi-Arabien wird das Mekka-Abkommen definitiv in Kraft treten.“ Eine offizielle Zahl nennt bislang keine Seite.

Zum ersten Generalsekretär der Allianz wurde der pensionierte pakistanische Generalleutnant Nauman Mahmud ernannt. Seine Amtszeit soll drei Jahre dauern. Mahmud ist der erste Generalsekretär der Allianz.

Was die Erklärung offen lässt

Die gemeinsame Erklärung nennt weder Truppenzahlen noch eine Aufgabenzuweisung noch einen Zeitplan. Die Huthis werden nicht namentlich genannt. Wer welche Einheiten stellt, wo sie stationiert werden und wie lange sie bleiben, ist damit offen.

Aus Ankara kam eine deutliche Formulierung. Außenminister Hakan Fidan forderte, die „provokativen Angriffe“, die Saudi-Arabiens Souveränität und die heiligen Werte der islamischen Welt bedrohten, müssten sofort und bedingungslos aufhören. Gegen wen ein türkisches Kontingent kämpfen würde, sagt das nicht.

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Angriffe auf Riad, Jizan und Najran

Am Tag des Beschlusses erklärten die Huthis, sie hätten den Flughafen King Khalid in Riad und eine Raffinerie des Konzerns Aramco in Rabigh beschossen. In der saudischen Hauptstadt waren Explosionen zu hören. Unabhängig bestätigt sind diese Angaben nicht.

Der von Saudi-Arabien unterstützte jemenitische Präsidialrat kündigte am 4. Oktober eine Offensive zur Rückeroberung aller Gebiete an. Am 5. Oktober meldeten jemenitische Truppen die Rückeroberung von Mocha und die Kontrolle über die Meerenge Bab al-Mandab, den Zugang zum Roten Meer.

Am 6. Oktober meldete Saudi-Arabien Angriffe auf die Flughäfen von Jizan und Najran; drei Menschen wurden verletzt. Wann die ersten Verbände der Allianz eintreffen, sagt niemand. Offen ist auch, ob sich Türkei und Pakistan auf Luftverteidigung und Abschreckung beschränken – oder ob ihre Soldaten in Bodenkämpfe im Jemen ziehen.