Tom Cruise erlebt mit „Digger“ seinen schwächsten Start seit 19 Jahren
Acht Millionen Dollar zum US-Start, rund 20 Millionen weltweit: Tom Cruises „Digger“ bleibt weit unter seinem Budget von mindestens 125 Millionen Dollar. Warner Bros. droht ein Verlust von bis zu 200 Millionen – es ist der letzte Film des Studios vor der Fusion mit Paramount Skydance.
Tom Cruise (64) hat mit „Digger“ den schwächsten Kinostart seiner Karriere seit 19 Jahren hingelegt. Der Film spielte am Startwochenende in Nordamerika nur 8 Millionen US-Dollar ein. Kinostart in den USA und Kanada war Freitag, der 2. Oktober 2026; in Deutschland lief „Digger“ bereits ab dem 1. Oktober.
International kamen nach Studio-Schätzungen vom Sonntag 12 Millionen US-Dollar aus 73 bis 74 Märkten hinzu – weltweit also rund 20 Millionen US-Dollar. Dem stehen Produktionskosten von ursprünglich 125 Millionen US-Dollar gegenüber, die in Berichten auf 160 bis 180 Millionen beziffert werden; für Marketing kamen rund 100 Millionen US-Dollar hinzu. Warner Bros. bestreitet die höhere Budgetangabe.
Ein Budget, das nie zurückkommt
Erst bei rund 350 Millionen US-Dollar weltweit hätte „Digger“ seine Kosten wieder eingespielt – davon ist der Film nach dem ersten Wochenende weit entfernt. Die Schätzung von mindestens 125 Millionen US-Dollar Verlust stammt von der New York Times, Variety rechnet mit 150 bis 200 Millionen US-Dollar.
Der Vergleich mit Cruises bisher schwächstem Start zeigt die Größenordnung: „Von Löwen und Lämmern“ spielte 2007 zum Auftakt 6,7 Millionen Dollar ein – bei nur 35 Millionen Dollar Produktionskosten. „Digger“ liegt mit 8 Millionen kaum darüber, kostete aber mindestens das Dreifache. Schon vor dem Start deuteten die Prognosen vor dem Kinostart von „Digger“ einen schwachen Auftakt an.
Budget und Startwochenende im Vergleich
Produktionsbudget ursprünglich; für „Digger“ nennen Berichte 160 bis 180 Millionen US-Dollar
Quelle: Studio-Schätzungen und Branchenberichte, Stand 5. Oktober 2026
Gespaltene Kritiken, offensiver Werbefeldzug
Die Kritiken fielen gespalten aus: 51 Prozent bei Rotten Tomatoes, die Publikumsnote C+ bei CinemaScore. Warner Bros. reagierte am 30. September mit einer ungewöhnlichen Kampagne, die negative Kritiken offensiv zitierte – die Zuschauer sollten sich selbst ein Bild machen, statt den Verrissen zu glauben.
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Regisseur Alejandro G. Iñárritu verteidigt das Werk: „Der Film ist nicht perfekt. Ich gehe gern Risiken ein“, sagte er. Und: „Das ist mir lieber als eine lauwarme Aufnahme.“ Auf den Ton der Verrisse reagierte er mit einem Satz über die Aufmerksamkeitsökonomie: „Alles dient nur dazu, Aufmerksamkeit zu bekommen, Likes zu sammeln, unangenehm zu sein, zu nerven.“
Cruise denkt nicht ans Eröffnungswochenende
Am 2. Oktober, dem Tag des US-Starts, erschien ein Interview mit Cruise im Podcast „On Film With Kevin McCarthy“. Darin sagte er, er mache Filme nicht fürs Eröffnungswochenende. Cruise‘ Aussagen kurz vor dem Flop stehen in deutlichem Kontrast zu den 8 Millionen Dollar des Wochenendes.
„Wenn ich Filme mache, denke ich nicht: ‚Eröffnungswochenende!‘ Ich habe das Gefühl, wir machen etwas, das als Film Bestand hat.“
Tom Cruise, Hauptdarsteller von „Digger“
Im selben Gespräch sagte Cruise über Filme, die bleiben sollen: „Sie überdauern … man hofft nur, dass man einen Film machen kann, der Bestand hat.“ An den Kassen sah es anders aus: In Deutschland kam „Digger“ nur auf Platz 8 der Kinocharts, mit 46.500 Tickets und 530.000 Euro Umsatz. Spitzenreiter war „Verity“ mit 2,75 Millionen Euro – auch in Nordamerika lag „Verity“ mit 32,6 Millionen Dollar klar vorn, „Digger“ belegte dort Platz 5.
Letzter Film vor der Fusion
Für Warner Bros. hat der Flop Symbolkraft: „Digger“ war der letzte Film, den das Studio vor der Fusion mit Paramount Skydance in die Kinos brachte. Der Verlust trifft einen Konzern im Umbruch – und einen Star, dessen nächste Projekte bereits terminiert sind.
Cruise‘ nächstes Projekt ist „Days of Thunder 2“ mit Anne Hathaway, angekündigt für den 2. Juni 2028 unter Regie von Jonathan Levine. Ob das fusionierte Studio nach dem Millionverlust noch einmal ein Projekt dieser Größenordnung mit ihm finanziert, muss sich an diesem Termin messen lassen.