Russland greift Kiew in zwei Wellen an – mindestens 15 Tote
Bild: KI-generiert
Ukraine-Krieg

Russland greift Kiew in zwei Wellen an – mindestens 15 Tote

Russland hat in der Nacht zum 7. Oktober Kiew und weitere Städte mit Raketen und Marschflugkörpern angegriffen – an Putins 74. Geburtstag. Landesweit starben mindestens 15 Menschen, in Pryluky traf eine Rakete ein Wohnhaus, unter den Toten sind drei Kinder.

Veröffentlicht
JUX auf Google folgen

Um 3:15 Uhr Ortszeit rissen die ersten Explosionen die Menschen in Kiew aus dem Schlaf. Rund zwei Stunden später folgte eine zweite Angriffswelle: Gegen 5:15 Uhr schlugen erneut Raketen und Drohnen ein. Als es hell wurde, stand in der Stadt Pryluky ein fünfstöckiges Wohnhaus in Trümmern.

Russland griff die Ukraine in der Nacht zum 7. Oktober mit ballistischen Raketen, Marschflugkörpern und Kampfdrohnen an. Nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj galt der Beschuss der Energieinfrastruktur in Kiew und zwölf weiteren Regionen des Landes.

Laut dem Bericht über den Großangriff an Putins Geburtstag kamen landesweit mindestens 15 Menschen ums Leben. Der Angriff fiel auf den 74. Geburtstag des russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Angekündigt hatte Selenskyj genau das. In seiner abendlichen Videoansprache am 6. Oktober berief er sich auf Informationen des Geheimdienstes:

„Es liegen aktuelle Informationen des Geheimdienstes vor, wonach die Russen einen massiven Angriff vorbereiten.“
Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine

Trümmer in Darnyzja, Obolon und Podil

In Kiew schlugen Raketen und Drohnen in mehreren Stadtteilen ein. Bürgermeister Vitali Klitschko meldete mindestens zwei Tote in den Trümmern von Garagen im Stadtteil Darnyzja. In Obolon und Podil wurden Gebäude und Lagerhallen getroffen; schon im August hatte Russland Kiews Warenlager mit Raketen zerstört.

Wie dicht die Einschläge in der Innenstadt lagen, beschrieb der Journalist Tim Zadorozhnyy vom Kyiv Independent, der die Nacht in der Hauptstadt verfolgte.

„Die Raketen schlagen eine nach der anderen ein. Soweit ich zählen kann, sind es mindestens 10 bis 12 Explosionen. In der Innenstadt ist es ziemlich laut.“
Tim Zadorozhnyy, Journalist des Kyiv Independent

Neun Tote in Pryluky

Am schwersten traf es die Stadt Pryluky in der Region Tschernihiw. Gegen 6 Uhr schlug eine russische Rakete in einen fünfstöckigen Wohnblock ein, wie der ukrainische Bericht über den Einschlag in Pryluky beschreibt.

Die Zahl der Toten stieg im Tagesverlauf auf mindestens neun, darunter drei Kinder. Mindestens 38 Menschen wurden verletzt, sieben von ihnen sind Kinder.

Umfrage
Lädt

39 von 48 Marschflugkörpern abgefangen

Die ukrainische Luftwaffe meldete am Morgen, sie habe 39 von 48 Marschflugkörpern, fünf ballistische Raketen und 117 von 130 Angriffsdrohnen abgefangen oder durch elektronische Kampfführung unterdrückt.

Abgefeuert und abgefangen: russische Waffen in der Nacht zum 7. Oktober

Quelle: Ukrainische Luftwaffe, 7. Oktober 2026

Trotz dieser Abfangquote schlugen Waffen an 18 Orten im Land ein. Getroffen wurden nach Angaben der Behörden Wohnhäuser, Garagen, Lagerhallen und Anlagen der Energieversorgung.

Kriegsverbrechen und Nato-Besuch in Kiew

Außenminister Andrij Sybiha verurteilte den Angriff als Kriegsverbrechen und forderte verschärfte Sanktionen gegen den russischen militärisch-industriellen Komplex. An Putins Geburtstag hätten die russischen Generäle ihr Lieblingsgeschenk gemacht, sagte er:

„An Putins Geburtstag haben ihm die russischen Generäle sein Lieblingsgeschenk gemacht – Kriegsverbrechen.“
Andrij Sybiha, Außenminister der Ukraine

Am selben Tag traf das Nato-Militärkomitee unter Admiral Giuseppe Cavo Dragone zu einem offiziellen Besuch in Kiew ein. Nach dem Großangriff auf Kiew im Juni hatte Selenskyj eine Antwort auf die Angriffe auf Kiew angekündigt.

Offen bleibt, ob der Westen nach diesem Angriff weitere Luftverteidigungssysteme liefert – und ob Russland die Angriffe auf die Energieinfrastruktur vor dem Winter wiederholt.