Überholmanöver bei Biesenthal tötet vier junge Menschen
Ein 61 Jahre alter Autofahrer wollte auf der Landesstraße 200 zwischen Biesenthal und Wullwinkel mehrere vor ihm fahrende Fahrzeuge überholen und wechselte auf die Gegenfahrbahn. Dort krachte er in eine Gruppe von Kleinkrafträdern – drei Mopedfahrer und eine 14-jährige Mitfahrerin starben noch am Unfallort.
Vier junge Menschen sind am Mittwochabend auf der Landesstraße 200 zwischen Biesenthal und Wullwinkel getötet worden. Auslöser war nach Angaben der Polizei ein Überholmanöver: Ein 61 Jahre alter Autofahrer wollte mehrere vor ihm fahrende Fahrzeuge überholen und wechselte dafür auf die Gegenfahrbahn.
Der Unfall ereignete sich am Mittwoch, 7. Oktober 2026, gegen 19.40 Uhr auf der Rüdnitzer Chaussee im Landkreis Barnim, nordöstlich von Berlin. Dort stieß der Pkw mit drei von vier entgegenkommenden Kleinkrafträdern zusammen. Der Fahrer des vierten Mopeds konnte ausweichen und blieb unverletzt, wie aus der Polizeimeldung zum Überholmanöver auf der L 200 hervorgeht.
Die vier Kleinkrafträder waren als Gruppe auf der Landstraße unterwegs, als der Wagen auf ihre Fahrspur geriet. Kurz vor Mitternacht erklärte ein Polizeisprecher, die Identifizierung der Toten dauere noch an.
Am Morgen des Donnerstags nannte die Polizei Alter und Geschlecht der vier Getöteten: ein 14-jähriges Mädchen, das auf einem der Mopeds mitfuhr, und drei männliche Teenager im Alter von 15, 16 und 19 Jahren. Alle vier starben noch an der Unfallstelle.
Der Wagen brennt, der Fahrer wird ausgeflogen
Nach der Kollision geriet der Pkw in Brand, schleuderte in den Straßengraben, überschlug sich und blieb auf dem Dach liegen. Die Feuerwehr löschte das Fahrzeug, das fast vollständig ausbrannte.
Den 61 Jahre alten Fahrer retteten die Einsatzkräfte schwer verletzt aus dem Wrack. Ein Rettungshubschrauber flog ihn in eine Berliner Klinik.
Die Landesstraße blieb für Rettungseinsatz, Bergung und Unfallaufnahme voll gesperrt – auch in der Nacht zum Donnerstag.
Seelsorger betreuen Angehörige und Einsatzkräfte
Notfallseelsorger und Einsatznachsorge-Teams kümmerten sich um die Angehörigen der Getöteten und um die Einsatzkräfte an der Unfallstelle.
Andere schwere Unfälle haben in den vergangenen Monaten mehrere Menschen getötet. Bei dem Frontalcrash auf der A45 bei Florstadt starben im Juli zwei Menschen, drei Kinder schwebten in Lebensgefahr.
Für die Rekonstruktion des Unfallhergangs zog die Polizei einen unabhängigen Sachverständigen hinzu. Er soll den Ablauf des Überholmanövers und der Kollision nachvollziehbar machen.
Ungeklärt ist, wie schnell der Pkw vor dem Aufprall war und ob der 61-Jährige die entgegenkommenden Kleinkrafträder rechtzeitig bemerkte. Offen ist auch, wann die L 200 wieder freigegeben wird.