Quadriga-Hochschule hält trotz Titelverlust an Voigt als Dozent fest
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Plagiatsaffäre

Quadriga-Hochschule hält trotz Titelverlust an Voigt als Dozent fest

Mario Voigt darf an der Quadriga Hochschule Berlin weiter als Dozent unterrichten – auf seine Professur kann er nicht zurück. Das Berliner Hochschulgesetz verlangt eine gültige Promotion, die der Ministerpräsident seit Januar 2026 nicht mehr besitzt.

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Mario Voigt verliert seine Professur an der Quadriga Hochschule Berlin endgültig – unterrichten darf er dort trotzdem weiter. Die private Hochschule teilte am 8. Oktober 2026 mit, der thüringische Ministerpräsident bleibe als Dozent willkommen; eine Professur sei ihm nach dem Berliner Hochschulgesetz nicht mehr möglich.

Der Grund steht im Gesetz: Für eine Professorenberufung verlangt Berlin zwingend eine abgeschlossene, gültige Promotion. Voigt aber ist seinen Doktorgrad los. Der Erweiterte Fakultätsrat der TU Chemnitz entzog ihm den Titel am 28. Januar 2026 einstimmig wegen Verstößen gegen wissenschaftliche Standards.

Die Hochschule Voigt weiter als Dozent lehren lässt, und bezeichnet ihn als „versierter Experte, Fachmann in verschiedensten Bereichen der Politik und hervorragender Dozent“. Den Titel „Prof. Dr.“ führt er seit der Aberkennung nicht mehr.

Wie die Hochschule Voigt schon aussortierte

Voigt war seit Januar 2017 an der privaten Hochschule tätig; Ende 2016 hatte die Berliner Senatsverwaltung für Wissenschaft seiner hauptberuflichen Beschäftigung zugestimmt. Seit seinem Amtsantritt als Ministerpräsident im Dezember 2024 ist seine Professur beurlaubt.

Bereits Mitte Juni 2026 strich die Hochschule Voigt vollständig von der Seite des Professoriums – eine Begründung dafür nannte sie nicht. Aus der Teilzeitprofessur erzielte er nach eigenen Angaben gegenüber dem Thüringer Landtag zwischen 1.000 und 3.500 Euro zu versteuerndes Einkommen im Monat.

Mario Voigts Weg vom Professor zum Regierungschef ohne Doktorgrad

  1. Januar 2017
    Berufung an die Quadriga Hochschule

    Voigt wird Professor für Digitale Transformation und Politik an der privaten Berliner Hochschule.

  2. Dezember 2024
    Amtsantritt als Ministerpräsident

    Mit dem Wechsel in die Thüringer Staatskanzlei wird seine Professur an der Quadriga Hochschule beurlaubt.

  3. 28. Januar 2026
    Doktorgrad entzogen

    Der Erweiterte Fakultätsrat der TU Chemnitz entzieht Voigt den Titel einstimmig. Die Hochschule entfernt „Prof. Dr.“ aus seinem Profil.

  4. 12. Juni 2026
    Von der Professorenliste gestrichen

    Die Quadriga Hochschule nimmt Voigt ohne Begründung vollständig von der Seite des Professoriums.

  5. Juli 2026
    Widerspruch zurückgewiesen

    Die TU Chemnitz weist Voigts Widerspruch gegen die Aberkennung des Doktorgrads zurück.

  6. 28. August 2026
    Zweites Misstrauensvotum scheitert

    Die AfD kommt im Thüringer Landtag zum zweiten Mal mit einem Misstrauensantrag gegen Voigt nicht durch.

  7. 7. Oktober 2026
    Klage zurückgezogen

    Voigt zieht seine Klage gegen den Entzug des Doktorgrads vor dem Verwaltungsgericht Chemnitz zurück; das Verfahren wird eingestellt.

Voigt beendet den Rechtsstreit

Einen Tag vor der Mitteilung der Hochschule zog Voigt seine Klage gegen den Entzug des Doktorgrads zurück. Das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht Chemnitz wurde am 7. Oktober 2026 eingestellt. Zuvor hatte die TU Chemnitz im Juli seinen Widerspruch gegen die Aberkennung zurückgewiesen.

Voigt begründete den Schritt mit dem Aufwand eines solchen Verfahrens. Über den Rückzug der Klage gegen den Doktortitel-Entzug hatte jux.net berichtet.

Druck aus Erfurt bleibt

In Thüringen nutzt die Opposition das Thema weiter. Am 28. August 2026 scheiterte der zweite Misstrauensantrag der AfD gegen Voigt im Landtag; schon im Februar war ein erster Versuch mit 33 von 45 nötigen Stimmen gescheitert.

Der Ton aus der AfD bleibt scharf. Fraktionschef Björn Höcke hält Voigt nach der Affäre nicht mehr für tragbar und verlangt seinen Rücktritt.

„Björn Höcke: „Wer nach dieser Affäre den Rücktritt verweigert und so tut, als sei nichts geschehen, hat sich von politischem Anstand verabschiedet.““
Björn Höcke, AfD-Fraktionschef Thüringen

Die Hochschule lässt offen, wann Voigt unterrichtet

Offen bleibt, wann Voigt tatsächlich wieder unterrichtet. Seine Beurlaubung besteht fort, auf der Professorenliste steht er nicht mehr. Und ob er die Lehre nach dem Ende seiner Zeit als Ministerpräsident überhaupt wieder aufnimmt, hat die Hochschule nicht erklärt.

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