Trump kündigt 300.000 Tonnen russischen Diesel für die USA an
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Energiepolitik

Trump kündigt 300.000 Tonnen russischen Diesel für die USA an

Donald Trump lässt russischen Diesel in die USA liefern, um den Preis von 6,28 Dollar je Gallone zu drücken. Wolodymyr Selenskyj nennt den Deal ein Geschenk an Putin – und eine Investition in den Krieg.

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In den USA kostet eine Gallone Diesel im Schnitt 6,28 Dollar – rund 70 Prozent mehr als Ende Februar, als der Krieg gegen den Iran begann. Ende September markierte der Preis mit 6,53 Dollar ein Rekordhoch. Am 9. Oktober 2026 verkündete Donald Trump seine Antwort auf den Preisschock: russischen Diesel.

Nach einem Telefonat mit Wladimir Putin erklärte Trump, Russland liefere sofort mehr als 300.000 Tonnen Diesel an den amerikanischen und internationalen Markt, im November 500.000 Tonnen, danach eine weitere Million. Die BBC-Berichterstattung zur Ankündigung des Deals hält den Wortlaut fest.

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Ich habe gerade eine äußerst erfolgreiche Diskussion mit Präsident Vladimir Putin von Russland abgeschlossen, in der vereinbart wurde, dass Russland sofort über 300.000 Tonnen Dieselkraftstoff an den amerikanischen und globalen Markt liefern wird, weitere 500.000 Tonnen im Laufe des Monats November und 1.000.000 Tonnen unmittelbar danach. Darüber hinaus wird Russland, basierend auf dem Zustand ihrer Dieselraffinerien, dann innerhalb eines kurzen Zeitraums 3.000.000 Tonnen Dieselkraftstoff liefern. Zwischen unserer TOTALEN KONTROLLE der Straße von Hormus und dieser großartigen Ankündigung zur russischen Energie werden die Dieselpreise für Amerikaner und tatsächlich für die Welt SINKEN, IN REKORDZAHLEN UND SCHNELL! Niedrigere Preise für Amerikaner, insbesondere unsere großartigen Farmer, Rancher und Trucker, sind meine größte Priorität. Dies ist eine sehr große und wichtige Ankündigung. Darüber hinaus muss verstanden werden, dass Iran keine Nuklearwaffe haben wird! Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit in dieser Angelegenheit. Präsident DONALD J. TRUMP ( TS: Oct 9 2026, 2:46 PM ET )

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In Kiew fiel die Ankündigung als Schlag auf: Präsident Wolodymyr Selenskyj verurteilte den Deal als Geschenk an Putin und als „Investition in einen Krieg“. Nach seiner Darstellung belohnen die USA damit jenen Staat, dessen Sanktionen sie im September noch verschärft hatten.

4,8 Millionen Tonnen in vier Tranchen

Zusammen ergibt das rund 4,8 Millionen Tonnen – etwa 36 Millionen Barrel. Die letzten drei Millionen Tonnen machte Trump vom Zustand der russischen Raffinerien abhängig. Bislang sind das Ankündigungen, keine Lieferungen.

Trump begründet den Schritt mit dem Druck an der Zapfsäule: „Niedrigere Preise für die Amerikaner, besonders unsere großartigen Farmer, Rancher und Trucker, sind meine höchste Priorität.“

Russlands Diesel-Zusagen an die USA

Angekündigte Liefermengen in Tonnen

Quelle: Trumps Ankündigung vom 9. Oktober 2026

Der Preisschock als Auslöser

Auslöser ist der Dieselpreis. Seit dem 28. Februar 2026, dem Beginn des gemeinsamen Kriegs der USA und Israels gegen den Iran, ist er um rund 70 Prozent gestiegen. Der landesweite Durchschnitt der AAA lag zuletzt bei 6,28 Dollar je Gallone.

Russischer Diesel war 2022 vom US-Markt verschwunden: Präsident Joe Biden verbot nach dem russischen Angriff auf die Ukraine die Einfuhr russischen Öls und russischer Erdölprodukte. Im September 2026 unterzeichnete Trump ein Gesetz, das Sanktionen gegen Banken, Regierungsvertreter und die Schattenflotte verschärfte und Strafzölle vorsah.

Erst Anfang Oktober hatten die USA von der EU Diesel aus den EU-Notreserven verlangt – 120 Millionen Barrel binnen sechs Monaten, sonst drohte ein Exportstopp. Gut eine Woche später kam die Lieferzusage aus Moskau.

Vom Importverbot zum Diesel-Deal

  1. Februar 2022
    USA verbieten russisches Öl

    Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine stoppt Präsident Joe Biden die Einfuhr russischen Öls und russischer Erdölprodukte.

  2. 28. Februar 2026
    Krieg gegen den Iran beginnt

    Mit dem gemeinsamen Krieg der USA und Israels gegen den Iran steigen die US-Dieselpreise um rund 70 Prozent.

  3. Juli 2026
    Moskau stoppt Diesel-Exporte

    Nach ukrainischen Drohnenangriffen auf mehrere große Raffinerien stellt Russland die meisten Diesel-Exporte ein; das Verbot wird bis Ende Oktober verlängert.

  4. September 2026
    Trump verschärft die Sanktionen

    Ein neues Gesetz trifft Banken, Regierungsvertreter und die Schattenflotte und sieht Strafzölle vor.

  5. 1. Oktober 2026
    Putin verlangt Sanktionsende

    Beim Waldai-Diskussionsforum erklärt Putin, Russland könne keinen Diesel auf die Weltmärkte bringen, solange die Sanktionen gelten.

  6. 9. Oktober 2026
    Trump verkündet den Diesel-Deal

    Trump kündigt 300.000 Tonnen sofort, 500.000 Tonnen im November und eine Million Tonnen danach an. OFAC erteilt die General License Nr. 135 und setzt die Sanktionen bis 7. April 2027 aus.

  7. 10. Oktober 2026
    Verbündete distanzieren sich

    Selenskyj verurteilt den Deal als Geschenk an Putin, Großbritannien und Australien bekräftigen ihre Ablehnung, Analysten bezweifeln den Preiseffekt.

Kiew sieht ein Zeichen von Schwäche

Selenskyj wertet den Deal als Belohnung für Moskau. Geschenke an Putin würden „weder Frieden noch irgendeinen Nutzen für die zivilisierte Welt“ bringen, sagte er; Russland werde den Diesel „mit weiterem Terror und weiterer Treulosigkeit“ zurückzahlen.

Für Sanktionslockerungen kennt der ukrainische Präsident nur eine Bedingung:

„Jede Lockerung der Sanktionen gegen Russland ohne eine klare und dauerhafte Vereinbarung mit Russland über eine Deeskalation ist ein offensichtliches Zeichen von Schwäche.“
Volodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine

Zweifel an Lieferfähigkeit und Preiseffekt

Ob Russland liefern kann, ist offen. Seit Juli 2026 stoppt Moskau die meisten Diesel-Exporte, nachdem ukrainische Drohnen mehrere große Raffinerien getroffen hatten; Moskau rationiert deshalb bereits Benzin. Das Exportverbot gilt bis Ende Oktober.

Putin selbst hatte am 1. Oktober beim Waldai-Diskussionsforum gesagt, Russland könne keinen Diesel auf die Weltmärkte bringen, solange die Sanktionen gelten. Acht Tage später war die Sanktionsfrage für Diesel geklärt.

Der Preiseffekt bleibt nach Einschätzung von Fachleuten klein. 300.000 Tonnen entsprechen rund 2,25 Millionen Barrel – gut 14 Stunden des US-Verbrauchs.

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Sanktionen bis April 2027 ausgesetzt

Möglich wird die Lieferung durch eine Ausnahme der US-Finanzaufsicht: OFAC erteilte die General License Nr. 135 und setzte die Sanktionen gegen russischen Diesel bis zum 7. April 2027 aus.

Verbündete reagieren ablehnend: Großbritannien und Australien bekräftigten ihre Ablehnung, wie die australische Berichterstattung zum Diesel-Deal festhält. Australiens Energieminister Chris Bowen sagte:

„Wir wollen nicht, dass Wladimir Putin von diesem Krieg im Nahen Osten profitiert.“
Chris Bowen, australischer Energieminister

Der Kreml sieht es anders: Sondergesandter Kirill Dmitrijew erklärte, die Zusammenarbeit zwischen Russland und den USA bei Diesel und Energie werde der Welt nutzen.

Am 7. April 2027 endet die Ausnahme. Ob Moskau bis dahin liefert, was Trump angekündigt hat, hängt an den eigenen Raffinerien, an der Höhe des Dieselpreises – und an jedem weiteren Drohnenangriff.