König Charles begleicht Andrews 1,5-Millionen-Pfund-Schuld beim Crown Estate
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Pachtvertrag

König Charles begleicht Andrews 1,5-Millionen-Pfund-Schuld beim Crown Estate

Andrew Mountbatten-Windsor erhält 302.000 Pfund Entschädigung für seinen Auszug aus der Royal Lodge – muss aber 1,8 Millionen Pfund für Schäden zahlen. Unterm Strich bleiben 1,5 Millionen Pfund Schulden, die König Charles III. aus privatem Vermögen begleicht.

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Andrew Mountbatten-Windsor (66) bekommt für seinen Auszug aus der Royal Lodge bei Windsor rund 302.000 Pfund Entschädigung – und muss im selben Vorgang 1,8 Millionen Pfund für Schäden und unterlassene Instandhaltung zahlen.

Der Crown Estate bestätigte am Freitag, 9. Oktober 2026, mit seiner Mitteilung zur Rückgabe des Pachtvertrags, dass der Vertrag für das Anwesen formal beendet ist. Nach Verrechnung beider Beträge bleibt eine Nettoforderung von 1,5 Millionen Pfund, die Andrew dem Kronbesitz schuldet – eingegangen ist sie bereits.

Das juristisch korrekte Ergebnis steht gegen die Stimmung im Land: Der Mann, dem König Charles III. (77) wegen seiner Verbindungen zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein Titel und Wohnsitz entzogen hat, erhält eine sechsstellige Summe für seinen Rauswurf.

Ein Vertrag mit Entschädigungsklausel

Der Vertrag, den Andrew 2003 unterzeichnete, lief über 75 Jahre. Damals war er arbeitendes Mitglied der Königsfamilie und britischer Sonderhandelsbeauftragter. Er verpflichtete sich zu Renovierungsinvestitionen von rund 7,5 Millionen Pfund und zu einer Einmalzahlung von einer Million Pfund an den Crown Estate.

Im Gegenzug wurde die laufende Pacht auf einen symbolischen Betrag festgesetzt – einen sogenannten Peppercorn. Weil der Vertrag diese Vorleistungen berücksichtigte, enthielt er eine Entschädigungsklausel: Wer innerhalb der ersten 25 Jahre zurückgibt, erhält einen Teil der Investitionen erstattet, mit jedem Jahr sinkt der Anspruch. Andrew gab mehr als 50 Jahre vor dem Vertragsende 2078 zurück.

Der britische Rechnungshof (National Audit Office) hatte diese Summe in einem Bericht vom Juni 2026 mit 301.967,66 Pfund beziffert; die endgültige Höhe hing vom Zeitpunkt der Beendigung und vom Zustand des Anwesens ab. Im Dezember 2025 hatte der Crown Estate dem Unterhaus-Ausschuss für öffentliche Rechnungsprüfung noch erklärt, nach Verrechnung der Reparaturkosten sei eine Auszahlung an Andrew nicht zu erwarten.

Andrews Royal-Lodge-Abrechnung in Pfund

Entschädigung, Reparaturkosten und Vorleistungen im Vergleich

Quelle: Crown Estate, National Audit Office, Oktober 2026

Der König zahlt aus eigener Tasche

Die 1,5 Millionen Pfund, die Andrew dem Crown Estate schuldete, hat König Charles III. aus seinem privaten Einkommen bereitgestellt – nach übereinstimmendem BBC-Bericht über die übernommene Reparaturrechnung in Form eines Darlehens an seinen jüngeren Bruder. So sollte dem Kronbesitz und den Steuerzahlern kein Ausfall entstehen.

Ob Andrew das Geld an seinen Bruder zurückzahlt, gilt als Privatsache. Der Crown Estate wies ausdrücklich darauf hin, keine Zahlung an Mountbatten-Windsor geleistet zu haben, sondern netto 1,5 Millionen Pfund erhalten zu haben. Der Palast betont zugleich, die Zahlung habe nichts mit der Klarstellung derselben Woche zu tun, dass königliche Finanzhilfe nicht Andrews Rechtsstreit gegen die Polizei finanzieren solle.

Die Royal-Reporterin Emily Nash von HELLO! Magazine sieht in der Entschädigung ein Wahrnehmungsproblem für das Königshaus: „Andrew könnte noch Hunderttausende Pfund Entschädigung dafür bekommen, dass er die Royal Lodge vor dem Ende seines Pachtvertrags verlassen hat. Das wird die Menschen meiner Meinung nach sehr verärgern, wenn man bedenkt, was alles passiert ist.“

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Epstein-Vorwürfe, Titelverlust, Auszug

Der Auszug steht am Ende einer Eskalation rund um Andrews Verbindungen zu Epstein. Nach der Veröffentlichung weiterer Epstein-Dokumente durch das US-Justizministerium, in denen auch Vorwürfe einer Betroffenen gegen Andrew auftauchen, entzog König Charles seinem Bruder im Herbst 2025 die Prinzen- und Herzogstitel und ordnete den Auszug aus der Royal Lodge an.

Andrew bestreitet jede Verfehlung im Zusammenhang mit Epstein. Anfang Februar 2026 verließ er die Royal Lodge und wechselte auf das private Sandringham-Anwesen in Norfolk, wo ihm der König das renovierte Bauernhaus Marsh Farm zur Verfügung stellte.

Kurz nach dem Umzug – an seinem Geburtstag – wurde er unter dem Verdacht des Amtsmissbrauchs festgenommen; die Polizei durchsuchte die Royal Lodge sechs Tage lang und sein neues Domizil. Am 8. Oktober 2026 einigten sich Andrews Anwälte und die Thames Valley Police vor dem High Court darauf, dass die richterlich angeordneten Durchsuchungsbeschlüsse rechtswidrig waren – Andrews Vorstoß gegen die Durchsuchungsbeschlüsse war damit erfolgreich.

Der Vorwurf, Andrew habe während seiner Zeit als Handelsbeauftragter vertrauliche Informationen an Epstein weitergegeben, wird weiter untersucht. Nach einem NAO-Bericht von 2026 vermietete er zudem drei Cottages auf dem Anwesen gewinnbringend unter.

Von der Unterschrift bis zur Rückgabe des Pachtvertrags

  1. 2003
    75-Jahres-Pachtvertrag

    Andrew unterzeichnet: rund 7,5 Millionen Pfund Renovierungsinvestitionen, eine Million Pfund Einmalzahlung, dafür nur eine symbolische Pacht.

  2. Oktober 2025
    Titelentzug

    König Charles III. entzieht seinem Bruder die Prinzen- und Herzogstitel und ordnet den Auszug aus der Royal Lodge an.

  3. Dezember 2025
    Keine Auszahlung erwartet

    Der Crown Estate teilt dem Unterhaus-Ausschuss für öffentliche Rechnungsprüfung mit, nach Verrechnung der Reparaturkosten sei eine Entschädigung nicht zu erwarten.

  4. Februar 2026
    Auszug und Festnahme

    Andrew zieht nach Marsh Farm auf Sandringham; kurz darauf wird er unter Verdacht des Amtsmissbrauchs festgenommen, die Polizei durchsucht beide Anwesen.

  5. Juni 2026
    NAO-Bericht

    Der Rechnungshof beziffert den möglichen Entschädigungsanspruch mit 301.967,66 Pfund.

  6. 8. Oktober 2026
    Durchsuchungen waren rechtswidrig

    Andrews Anwälte und die Thames Valley Police einigen sich vor dem High Court darauf, dass die Durchsuchungsbeschlüsse rechtswidrig waren.

  7. 9. Oktober 2026
    Pachtvertrag beendet

    Der Crown Estate bestätigt die Rückgabe: 302.000 Pfund Entschädigung, 1,8 Millionen Pfund Reparaturkosten, 1,5 Millionen Pfund netto.

Wie es mit der Royal Lodge weitergeht

Der Crown Estate erklärte, der Pachtvertrag sei beendet; der Fokus liege nun „fest auf seiner künftigen Nutzung und den Möglichkeiten, aus der vorzeitigen Rückgabe zusätzlichen finanziellen Wert für die Nation zu schaffen“. Nach Abschluss der Prüfung soll das Anwesen von zwei national bekannten Immobilienmaklern für die vorgesehene Nutzung vermarktet werden; jede Transaktion unterliegt den üblichen Genehmigungsprozessen.

Die Royal-Korrespondentin Kate Mansey von der Times ordnet den Vorgang als Ergebnis eines lange gehegten Wunsches des Königs ein: „Der König wollte ihn schon lange aus diesem palastartigen Anwesen in Windsor heraushaben.“

Die Royal Lodge ist ein denkmalgeschütztes Anwesen der Kategorie Grade II mit 30 Zimmern und rund 99,5 Acres (etwa 40 Hektar) Parkland auf dem Windsor Estate; der geschätzte Wert liegt bei rund 30 Millionen Franken. Eine Nutzung, die einen kommerziellen Ertrag abwirft, gilt als wahrscheinlich, ein neuer royaler Bewohner ist derzeit nicht vorgesehen. Offen ist, wie viel der Crown Estate vor der Vermarktung noch investieren muss.