Andrew Mountbatten-Windsor will Durchsuchungsbeschlüsse kippen
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Epstein-Ermittlungen

Andrew Mountbatten-Windsor will Durchsuchungsbeschlüsse kippen

Andrew Mountbatten-Windsor will die Durchsuchungsbeschlüsse vom Februar 2026 kippen, mit denen die Polizei Marsh Farm und die Royal Lodge durchsuchte. Am Donnerstag verhandelt der High Court in London nichtöffentlich – die Polizei will den Zugang zu Gerichtsunterlagen sperren.

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Andrew Mountbatten-Windsor (66) will die Durchsuchungsbeschlüsse kippen, mit denen die Polizei im Februar seine Anwesen durchkämmt hat. Sein Antrag auf gerichtliche Überprüfung liegt beim High Court in London – dort verhandelt Mr Justice Hilliard an diesem Donnerstag ab 14 Uhr.

Die Beschlüsse hatte am 18. Februar 2026 ein Richter am Central Criminal Court in London erlassen, einen Tag vor Andrews Festnahme. Sie erlaubten die Durchsuchung von Marsh Farm auf dem Sandringham Estate in Norfolk und seiner früheren Residenz Royal Lodge in Windsor; dort stellten Ermittler tagelang Dokumente und Gegenstände sicher.

Wogegen die Klage sich richtet

Die Klage richtet sich nach BBC-Berichterstattung über Andrews Klage gegen die Polizei gegen den Chief Constable der Thames Valley Police und den Central Criminal Court. Ein High-Court-Richter hat den Antrag in diesem Jahr zugelassen; Andrew will die Beschlüsse für ungültig erklären lassen. Laut dem Telegraph-Bericht über den ersten Royal-Prozess seit 1649 ist es das erste Mal seit dem Verfahren gegen Charles I., dass ein Mitglied der Königsfamilie die Rechtmäßigkeit eines Strafverfahrens gegen sich selbst anficht.

Thames Valley Police bestätigt, dass die Ermittlungen wegen Amtsmissbrauchs weiterlaufen. Die Behörde erklärte, sie befinde sich „in rechtlichen Verfahren“ in Bezug auf die vom Central Criminal Court erlangten Durchsuchungsbeschlüsse. Dass die zuständigen Behörden den Fall ordentlich aufklären, hatte König Charles III. öffentlich zugesagt – sein Bruder geht nun gerichtlich gegen sie vor.

„Was nun folgt, ist das volle, faire und ordentliche Verfahren, mit dem diese Sache in angemessener Weise und von den zuständigen Behörden untersucht wird.“
Charles III., König des Vereinigten Königreichs

Festnahme am 66. Geburtstag

Am 19. Februar 2026, seinem 66. Geburtstag, wurde Andrew auf dem Sandringham Estate festgenommen. Die Beamten brachten ihn zur rund 40 Meilen entfernten Polizeistation Aylsham und verhörten ihn dort fast zwölf Stunden lang; in einigen Berichten ist von elf Stunden die Rede. Anschließend durchsuchten Ermittler tagelang seine Anwesen.

Der Vorwurf lautet Amtsmissbrauch (misconduct in public office). Entlassen wurde Andrew „under investigation“, bis heute ohne Anklage. Er hat alle Vorwürfe stets bestritten und öffentlich lediglich sein Bedauern über die Freundschaft zu Jeffrey Epstein geäußert.

Im Mai 2026 teilte Thames Valley Police mit, die Ermittlungen prüften auch Vorwürfe sexuellen Fehlverhaltens, und warb um weitere Hinweise. Berichten zufolge kommt die Aufklärung nur schwer voran, weil das US-Justizministerium die ungeschwärzten Epstein-Akten bis heute nicht herausgibt.

Von den Epstein-Kontakten zur Klage gegen die Polizei

  1. November 2019
    Rückzug von allen royalen Pflichten

    Andrew tritt wegen seiner Kontakte zu Jeffrey Epstein von allen offiziellen royalen Aufgaben zurück.

  2. Oktober 2025
    Titel und Herzogswürde entzogen

    König Charles III. entzieht seinem Bruder Prinz-Titel und Herzogswürde.

  3. 18. Februar 2026
    Richter erlässt die Durchsuchungsbeschlüsse

    Der Central Criminal Court in London genehmigt die Durchsuchung von Marsh Farm auf dem Sandringham Estate und der Royal Lodge in Windsor.

  4. 19. Februar 2026
    Festnahme am 66. Geburtstag

    Andrew wird auf dem Sandringham Estate festgenommen, fast zwölf Stunden in Aylsham verhört und „under investigation“ entlassen.

  5. Mai 2026
    Ermittlungen ausgeweitet

    Thames Valley Police prüft auch Vorwürfe sexuellen Fehlverhaltens und bittet um Hinweise.

  6. 4. Oktober 2026
    Klage wird bekannt

    Der Telegraph berichtet exklusiv vom Judicial Review; die Polizei bestätigt eine rechtliche Auseinandersetzung um die Beschlüsse.

  7. 8. Oktober 2026
    Nichtöffentliche Anhörung in London

    Vor Mr Justice Hilliard verhandelt der High Court über eine Zugangsbeschränkung zu Gerichtsunterlagen.

Was am Donnerstag ansteht

Für Donnerstag, den 8. Oktober 2026, 14 Uhr, ist eine nichtöffentliche Anhörung vor Mr Justice Hilliard angesetzt. Sie betrifft einen Antrag der Thames Valley Police, den Zugang zu Gerichtsunterlagen einzuschränken – nicht die Rechtmäßigkeit der Durchsuchungsbeschlüsse selbst.

Die Justizverwaltung hat die Klage und den Termin bestätigt; Polizei und Buckingham Palace äußerten sich auf Anfrage nicht. Andrew, dem Charles III. im Oktober 2025 Prinz-Titel und Herzogswürde entzogen hat und der im Februar 2026 die Royal Lodge räumen musste, lebt zurückgezogen auf dem Sandringham-Anwesen. Dort beschäftigt ihn ein weiteres Verfahren: Sein Prozess gegen den maskierten Bedroher wurde vertagt, weil er zehn Bodyguards fordert.

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Ob die sichergestellten Unterlagen am Ende verwertet werden dürfen, hängt auch vom Ausgang des Verfahrens ab. Eine Entscheidung über die Rechtmäßigkeit der Durchsuchungsbeschlüsse steht bislang aus – und die Ermittlungen wegen Amtsmissbrauchs laufen unverändert weiter.