Trump nennt Deutschlands Energiewende „zwei Tage vor der Auslöschung“
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US-Wahlkampf

Trump nennt Deutschlands Energiewende „zwei Tage vor der Auslöschung“

US-Präsident Trump behauptet in Tennessee, Deutschland sei wegen der Energiewende fast ausgelöscht worden. Im selben Auftritt droht er Macron mit 250 Prozent Zoll und verspricht jedem erwachsenen US-Bürger 5.000 Dollar im Jahr.

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US-Präsident Donald Trump hat am Samstag bei einer Wahlkampfrede in Clarksville im US-Bundesstaat Tennessee behauptet, Deutschland sei wegen der Energiewende „ungefähr zwei Tage von der Auslöschung entfernt“ gewesen. Vor rund 4.500 Zuschauern in der F&M Bank Arena sagte er, ihm genüge ein Blick auf ein Land mit grüner Energie, um ein bankrottes Land zu sehen.

Der Auftritt dauerte nach Angaben lokaler Berichterstattung 95 Minuten und begann gegen 15.15 Uhr Ortszeit. Vor Trump sprachen Kid Rock, Marsha Blackburn und Bill Hagerty; außerhalb der Arena demonstrierten Anhänger und Gegner. Ein weiteres Thema war der verstärkte Einsatz von Sicherheitskräften in Memphis.

Kern des Auftritts war der Angriff auf die Energiewende, namentlich auf Windräder. Trump sagte wörtlich:

„Wir wollen keine Windmühlen. (…) Zeigen Sie mir ein Land mit grüner Energie, und ich zeige Ihnen ein bankrottes Land. Sie wissen ja, Deutschland hat es versucht. Sie waren ungefähr zwei Tage von der Auslöschung entfernt.“
Donald Trump, US-Präsident

Ohne Beleg und ohne Zahlen

Trump nannte für seine Deutschland-Behauptung keine Belege. Konkrete technische oder wirtschaftliche Gründe, warum die Energiewende ein Land an den Rand der Auslöschung bringen soll, lieferte er nicht. Der Satz stand für sich: erst die Absage an Windräder, dann der Verweis auf ein angeblich bankrottes Land, dann Deutschland als warnendes Beispiel.

Deutsche und internationale Medien griffen die Aussage am Sonntag auf. Nach Meldungen von dpa und AFP berichteten unter anderem Tagesspiegel, FAZ, WirtschaftsWoche, t-online, ZDF heute und der Schweizer Sender Swissinfo über Trumps These vom Untergang Deutschlands.

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Zoll-Drohung und Beschimpfungen

Im selben Auftritt drohte Trump Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron mit einem Zoll von 250 Prozent auf „euren Wein, euren Champagner und alles, was ihr uns schickt“ – und nannte Macron dabei mit Vornamen.

Scharf ging Trump den demokratischen Senatskandidaten in Michigan an: Abdul El-Sayed nannte er wiederholt „Muhammad“ statt „Abdul“ und bezeichnete ihn als „radikalen Dschihadisten“. Bereits am Donnerstag hatte er ihn auf Truth Social attackiert; US-Medien beschreiben Trumps eskalierende Angriffe auf El-Sayed.

5.000 Dollar für jeden Erwachsenen

Bei derselben Veranstaltung versprach Trump allen erwachsenen US-Bürgern 5.000 Dollar pro Jahr, sollten die Republikaner bei den Zwischenwahlen Repräsentantenhaus und Senat gewinnen. Die Kosten bezifferte er selbst mit rund einer Billion Dollar – ungefähr die Höhe des gesamten US-Verteidigungshaushalts. Auf dem ersten Zwischenwahl-Parteitag der Republikaner in Dallas hatte er dasselbe Versprechen schon einmal gemacht.

„Gewinnen die Republikaner das Repräsentantenhaus und den Senat, gebe ich allen erwachsenen Bürgern der Vereinigten Staaten jedes Jahr 5.000 Dollar.“
Donald Trump, US-Präsident

Knappe Mehrheiten, hoher Einsatz

Die Republikaner halten derzeit knappe Mehrheiten in beiden Kongresskammern. Verlieren sie eine davon, droht Trump deutlich mehr Widerstand gegen seine Politik. In Tennessee hatte er 2024 mit 18 Prozentpunkten Vorsprung gewonnen.

Trump hat die Bedeutung der Wahl selbst benannt: „Wenn wir die Zwischenwahlen nicht gewinnen, werden sie mir die Schuld geben.“ Die Demokraten wollen eine Mehrheit nutzen, um Trumps Nato-Politik per Kongress zu blockieren.

Am 3. November wird ein Drittel des Senats und das gesamte Repräsentantenhaus neu gewählt. Ob Trump seine Deutschland-Behauptung bis dahin wiederholt, ist offen – einen Beleg dafür hat er bislang nicht geliefert.