Jeff Bezos erwartet Drei-Tage-Woche und mehr Ein-Verdiener-Haushalte
Bild: KI-generiert
Arbeitswelt

Jeff Bezos erwartet Drei-Tage-Woche und mehr Ein-Verdiener-Haushalte

Jeff Bezos sagt im Fox-News-Interview die Drei-Tage-Woche und mehr Ein-Verdiener-Haushalte voraus – und warnt Anleger zugleich vor dem KI-Boom. Sein eigener Konzern Amazon streicht parallel Tausende Stellen.

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Amazon streicht Tausende Stellen – und der Mann, der den Konzern groß gemacht hat, verspricht weniger Arbeit. Jeff Bezos erwartet, dass Künstliche Intelligenz die Arbeitswelt umbaut: Die Drei-Tage-Woche werde möglich, Zwei-Verdiener-Haushalte würden seltener.

Bezos sagte das in einem Interview des Fox-News-Moderators Bret Baier für die Sendung „Special Report“, ausgestrahlt am 7. Oktober. Aufgezeichnet wurde es auf dem Werksgelände seiner Raumfahrtfirma Blue Origin in Cape Canaveral in Florida, aus Anlass des 30-jährigen Bestehens des Nachrichtensenders.

Drei Tage Arbeit, ein Verdiener

Seine Kernaussage betrifft den Alltag von Millionen Haushalten. „Sie werden keinen Zwei-Verdiener-Haushalt mehr haben müssen. Wenn Sie es wollen, gut. Wenn nicht, könnte einer der beiden aussteigen“, sagte Bezos. „Manche Leute werden entscheiden: Ich kann meine Familie mit drei Arbeitstagen pro Woche ernähren. Das ist es, was Produktivität in der Wirtschaft bedeutet.“

Damit steht Bezos nicht allein: Nvidia-Chef Jensen Huang hält eine Vier-Tage-Woche für möglich, JPMorgan-Chef Jamie Dimon 3,5 Tage, Microsoft-Gründer Bill Gates zwei Tage – er fordert eine Robotersteuer für Jobs von Menschen. Elon Musk nennt Arbeit optional, wie der Vergleich der Tech-Chefs bei Fortune ausfällt.

So viele Arbeitstage pro Woche halten Tech-Chefs für möglich

Prognosen führender Köpfe für das KI-Zeitalter

Quelle: Fortune, Oktober 2026

Warnung an die Anleger

Zugleich warnte Bezos die Anleger. Ob der KI-Boom eine Blase sei, sei schwer zu sagen. Die Technologie selbst aber sei real und für die Gesellschaft nützlich. Wer derzeit in KI-Firmen investiere, könne nicht zwischen tragfähigen und aussichtslosen Geschäftsmodellen unterscheiden – finanziert würden beide.

„Es ist schwierig für Anleger. Jedes Experiment wird finanziert – die guten Ideen und die schlechten.“
Jeff Bezos, Amazon-Gründer

Und selbst wenn die Blase platzt: „Die Erfindungen verschwinden nicht, wenn die Blase platzt“, sagte Bezos. Die KI-Technik hält er für real und für die Gesellschaft nützlich – wie der Focus-Bericht zu Bezos' optimistischer KI-Prognose zeigt.

30.000 Stellen und Personalmangel

Auf Baiers Hinweis, Amazon habe seit Ende vergangenen Jahres rund 30.000 Stellen gestrichen, erklärte Bezos den Abbau mit dem starken Personalaufbau während der Corona-Pandemie. Amazon habe nun eine „sehr spezielle Position“.

Zeitgleich bestätigte der Konzern einen weiteren, kleineren Stellenabbau von weniger als 1.000 Verwaltungsstellen, vor allem im Einzelhandelsgeschäft, mitten in den Prime Big Deal Days. Für Bezos ist das kein Widerspruch: „Es wird schwierig werden, Leute einzustellen“, sagte er – die Produktivität sorge dafür, dass niemand zwei Jobs arbeiten müsse, der nicht wolle.

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Erfolg ist kein Verbrechen

Kritik an seiner eigenen Rolle wies Bezos zurück. Er widersprach der Darstellung, Reichtum an sich sei Unrecht. „Erfolg ist kein Verbrechen“, sagte er – eine Reaktion auf die Kritik des unabhängigen US-Senators Bernie Sanders an Milliardären.

Ob Bezos recht behält, entscheidet sich nicht im Fernsehstudio. Amazon streicht weiter Stellen, während sein Gründer einen Mangel an Arbeitskräften vorhersagt. Ob zuerst die Stellen oder die Bewerber knapp werden, zeigt sich erst, wenn sich die milliardenschweren KI-Investitionen in den Bilanzen niederschlagen.