Haftbefehl (40) tritt derzeit nicht öffentlich auf. Seine beiden letzten Konzerte in Düsseldorf und Berlin sind abgesagt – verkündet nicht vom Rapper selbst, sondern von seinem jüngeren Bruder Cem Anhan (35), der als Capo selbst rappt. In einem knapp einminütigen Video sprach er in der Nacht zum 12. Oktober „im Namen der Familie“.
Betroffen sind die letzten beiden Termine der „Arena Live Shows 2026“. Die abgesagte Show in der Mitsubishi Electric Halle hätte am 15. Oktober in Düsseldorf stattfinden sollen, Einlass 18:30 Uhr, Beginn 20:30 Uhr. Am 18. Oktober war die Max-Schmeling-Halle in Prenzlauer Berg gebucht, Beginn 20:30 Uhr.
Noch am Morgen des 12. Oktober standen beide Termine auf der Ticketplattform Eventim im Programm. Eine Mitteilung des Veranstalters zu Erstattungen oder Nachholterminen gab es zu diesem Zeitpunkt nicht.
Capo spricht für seinen Bruder
In dem Video erklärt Capo, sein Bruder könne derzeit selbst nicht zu den Fans sprechen – und nennt den Grund: Haftbefehl stehe unter ärztlicher Aufsicht und müsse sich auf seine Gesundheit konzentrieren.
„Wie ihr wisst, kann mein Bruder Aykut gerade nicht zu euch sprechen. Denn er befindet sich unter ärztlicher Aufsicht und muss sich gerade voll und ganz auf seine Gesundheit konzentrieren.“
Die Absage sei als Familie und in Absprache mit Haftbefehl gefallen, betont Capo und bittet um Verständnis: „Wir wissen, dass viele jetzt enttäuscht sind und es tut uns umso mehr leid.“ Er bat die Fans, die Entscheidung zu respektieren und ihm die Zeit zu geben, die er brauche.
Offen blieb, woran Haftbefehl erkrankt ist. Die Familie nannte weder eine Diagnose noch einen Zeitrahmen; ob ein Zusammenhang mit seiner früheren Kokainabhängigkeit besteht, ist nicht bekannt. In der Rap-Szene ist Sucht kein Randthema – Capital Bras offener Umgang mit seiner Abhängigkeit wurde nach seiner Überdosis öffentlich.
Doku, Pause und ein verkürztes Comeback
Im Oktober 2025 hatte Haftbefehl seine Drogensucht selbst öffentlich gemacht – in der Netflix-Dokumentation „Babo – Die Haftbefehl-Story“. Darin sprach er über Rückfälle und gesundheitliche Folgen, darunter eine Überdosis, bei der er wiederbelebt werden musste.
Im Juni 2026 sagte er mehrere Festivalauftritte kurzfristig ab und kündigte eine Pause an; als Grund nannte er die Belastung durch die Aufmerksamkeit nach der Doku. Am 20. September folgte der Comeback-Versuch in der Frankfurter Festhalle: rund eine Stunde Show statt der geplanten zwei, mit schwarzer Hannibal-Lecter-Maske und Unterstützung anderer Rapper.
Von der Doku bis zur Absage
- Oktober 2025Doku über Sucht und Überdosis
Die Netflix-Dokumentation „Babo – Die Haftbefehl-Story“ erscheint. Haftbefehl spricht erstmals öffentlich über Kokainabhängigkeit, Rückfälle und eine Überdosis mit Wiederbelebung.
- Juni 2026Pause und Festivalabsagen
Haftbefehl sagt mehrere Festivalauftritte kurzfristig ab und zieht sich aus der Öffentlichkeit zurück. Als Grund nennt er die Belastung durch die Aufmerksamkeit nach der Doku.
- 20. September 2026Comeback in Frankfurt
In der Frankfurter Festhalle steht er rund eine Stunde auf der Bühne statt der geplanten zwei, mit schwarzer Hannibal-Lecter-Maske.
- 11. Oktober 2026Capo verkündet die Absagen
In einem knapp einminütigen Video teilt Capo mit, sein Bruder stehe unter ärztlicher Aufsicht. Die Konzerte in Düsseldorf und Berlin werden abgesagt.
- 12. Oktober 2026Medien berichten, Eventim listet weiter
Die Absagen sind in den Medien. Auf Eventim stehen beide Termine weiter im Programm, zu Erstattung oder Nachholterminen gibt es keine Mitteilung.
- 15. und 18. Oktober 2026Geplante Konzerttermine fallen aus
Die Mitsubishi Electric Halle in Düsseldorf und die Max-Schmeling-Halle in Berlin bleiben an diesen Abenden ohne Haftbefehl.
Wer erstattet, und wann wird nachgeholt?
Für die Fans beginnt nun das Nachfragen. Bei einer ersatzlosen Absage haben Ticketkäufer in Deutschland grundsätzlich Anspruch auf Rückerstattung des Eintrittspreises; Ansprechpartner sind der Veranstalter oder die Vorverkaufsstelle. Die offenen Fragen zur Rückerstattung der Tickets sind bislang unbeantwortet.
Anteilnahme kam aus der Rap-Szene: Kollegen wie PA Sports und Marteria wünschten Haftbefehl öffentlich Genesung, zugleich wurde Kritik am Management und am Label laut. Offen ist bis zum 15. Oktober vor allem eines: Erstatten Eventim und der Veranstalter von sich aus – oder müssen Fans ihr Geld selbst einfordern?
