Schüsse in Bielefeld-Schildesche verletzen drei Menschen schwer
Auf einem Supermarktparkplatz in Bielefeld-Schildesche fallen am Sonntagabend Schüsse, drei Menschen werden schwer verletzt. Die mutmaßlichen Täter fliehen, die Polizei hält sich mit Angaben zu Hintergrund und Zahl der Beteiligten zurück.
Auf dem Parkplatz eines Einkaufszentrums in Bielefeld-Schildesche sind am Sonntagabend Schüsse gefallen. Drei Menschen wurden schwer verletzt: zwei durch Schussverletzungen, eine Person durch eine Stichverletzung. Die mutmaßlichen Täter flohen, die Polizei suchte sie stundenlang – mit einem Hubschrauber und mit Beamten, die Maschinenpistolen trugen. Festnahmen meldete sie zunächst nicht, und zu den Hintergründen hielt sie sich bis Montagmorgen bedeckt.
Der Notruf erreichte die Polizei Bielefeld gegen 18:44 Uhr. Anwohner meldeten Schüsse auf dem Parkplatz an der Straße Im Bracksiek; das Einkaufszentrum liegt an der Engersche Straße, zu ihm gehören ein Edeka-Markt und ein Media Markt. Die Beamten sperrten den Platz und umliegende Straßen weiträumig ab, wie der WDR-Bericht über den Polizeieinsatz in Bielefeld beschreibt. Die drei Verletzten kamen in umliegende Krankenhäuser; nach Polizeiangaben schwebte zunächst keiner von ihnen in Lebensgefahr.
Die Polizei richtete eine Mordkommission der Polizei Bielefeld ein. Nähere Angaben zu Hintergrund, Motiv und Ablauf machte sie zunächst nicht – aus „ermittlungstaktischen Gründen“. Für den Stadtteil hieß das: abgesperrte Straßen und keine Auskunft darüber, wen die Ermittler verdächtigen.
Großfahndung mit Hubschrauber und Maschinenpistolen
Mehrere mutmaßliche Täter flohen vom Tatort. Die Polizei fahndete großflächig nach ihnen und setzte zeitweise einen Hubschrauber ein. Beamte mit Maschinenpistolen durchkämmten die Umgebung des Einkaufszentrums. Wie schnell Schüsse im öffentlichen Raum mehrere Menschen treffen, hatte zuletzt ein Angriff auf offener Straße in Köln-Mülheim gezeigt, bei dem vier Menschen verletzt wurden.
Für die Fahndung zählt jede Stunde: Flüchtige Schützen können Ermittler über Tage beschäftigen. In Berlin-Moabit war im September ein 22-Jähriger vor einer Polizeiwache angeschossen worden; der flüchtige Schütze vor einer Berliner Polizeiwache blieb zunächst ungefasst. In Bielefeld endete die Suche am Sonntagabend nach damaligem Stand ohne Festnahme.
Polizei prüft mögliche Tatbeteiligung
Am Montagmorgen wurde die Polizei in einem Punkt konkreter: Nach eigenen Angaben hat sie Personen ermittelt und prüft, ob diese an der Tat beteiligt waren. Wer die Verdächtigen sind, wie viele es gibt und ob jemand festgenommen wurde, teilte sie weiter nicht mit. Offen blieb auch, ob die Tat als Auseinandersetzung zwischen zwei Gruppen einzustufen ist.
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Was bislang unklar bleibt
Wie viele Menschen sich an der Auseinandersetzung beteiligt haben, blieb bis Montagmorgen unklar. Die Polizei nannte weder eine Zahl der Beteiligten noch ein Motiv. Der Tatort liegt mitten in einer Wohnsiedlung, nur wenige Schritte von Supermarkt und Elektromarkt entfernt – am Sonntagabend war er für die Spurensicherung weiträumig gesperrt.
Für die Mordkommission beginnt nun die Auswertung der Spuren vom Parkplatz. Sie muss klären, ob die ermittelten Personen tatsächlich an den Schüssen und an der Stichverletzung beteiligt waren. Offen ist auch, ob die Polizei Hintergrund und Motiv des Angriffs in den kommenden Tagen benennt – und ob weitere Verdächtige festgenommen werden.