25-Jähriger wird nach Schutz für Mädchen in Bremen mit Flasche verletzt
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Hasskriminalität

25-Jähriger wird nach Schutz für Mädchen in Bremen mit Flasche verletzt

Ein 41-Jähriger hat in der Straßenbahnlinie 10 drei Mädchen rassistisch und homophob beleidigt. Ein 25-jähriger Fahrgast stellte sich dazwischen und wurde am Depot Gröpelingen mit einer Glasflasche attackiert. Die Polizei sucht die Mädchen als Zeuginnen.

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Ein 41 Jahre alter Mann hat am Samstagabend in einer Straßenbahn der Linie 10 in Bremen drei Mädchen rassistisch beleidigt – und danach den Fahrgast attackiert, der sich schützend vor die Kinder gestellt hatte.

Der Übergriff ereignete sich nach Angaben der Polizei Bremen am 10. Oktober gegen 18.50 Uhr in einem Wagen in Fahrtrichtung Gröpelingen. In der Bahn saßen drei Mädchen im Alter von etwa acht bis 13 Jahren. Der Mann ging auf die Kinder zu und äußerte sich nach Polizeiangaben rassistisch und homophob.

Ein 25-jähriger Fahrgast bemerkte die Situation, stellte sich zwischen die Mädchen und den Mann und forderte ihn auf, damit aufzuhören. Stattdessen richtete der 41-Jährige seine Beschimpfungen nun gegen den jüngeren Mann.

Am Depot Gröpelingen eskaliert die Situation

An der Endhaltestelle am Depot Gröpelingen verließen die drei Mädchen die Straßenbahn und stiegen in einen Bus um. Als der 41-Jährige ihnen folgen wollte, schritt der 25-Jährige erneut ein und zog den Mann aus dem Bus.

Daraufhin wurde der Ältere gewalttätig: Er attackierte den Helfer mit einer Glasflasche und schlug ihm damit unter anderem auf den Kopf. Der 25-Jährige wurde dabei verletzt.

Der junge Mann setzte sich zur Wehr, brachte den Angreifer zu Boden und hielt ihn dort fest, bis die Einsatzkräfte der Polizei eintrafen. Die Beamten übernahmen den 41-Jährigen noch vor Ort.

1,6 Promille – und wieder auf freiem Fuß

Ein bei dem Beschuldigten durchgeführter Atemalkoholtest ergab 1,6 Promille. Nach den polizeilichen Maßnahmen – darunter die Feststellung der Personalien – wurde der 41-Jährige wieder auf freien Fuß gesetzt. Das geht aus der NDR-Meldung zum Vorfall in der Straßenbahn hervor.

Die Polizei Bremen ermittelt gegen den Mann wegen Volksverhetzung, Beleidigung und gefährlicher Körperverletzung. Es handelt sich um Vorwürfe; eine Verurteilung liegt bislang nicht vor.

Ausdrücklich lobte die Polizei das couragierte Einschreiten des 25-jährigen Zeugen. Er habe sich nicht nur schützend vor die Kinder gestellt, sondern den Angreifer auch bis zum Eintreffen der Einsatzkräfte festgehalten.

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Polizei sucht die drei Mädchen als Zeuginnen

Die drei Mädchen sind für die Ermittlungen zentral: Sie stiegen in Gröpelingen in einen Bus um und fuhren weiter, ihre Identität ist bislang unbekannt. Die Polizei bittet sie und ihre Eltern, sich beim Kriminaldauerdienst unter der Telefonnummer (0421) 362-3888 zu melden.

Die Mädchen werden in dem butenunbinnen-Bericht über die Attacke in Gröpelingen als acht bis 13 Jahre alt beschrieben, mit dunkler Hautfarbe und langen geflochtenen Haaren; eine von ihnen soll eine blaue Brille getragen haben.

Solange die Mädchen nicht identifiziert sind, fehlt der Polizei ein wichtiges Beweismittel. Sie können als unmittelbar Betroffene wichtige Angaben zu den Beleidigungen im Wagen machen.

Namen des Beschuldigten, des 25-jährigen Helfers und der drei Kinder hat die Polizei bislang nicht veröffentlicht.

Weitere Hassdelikte in derselben Woche

Der Übergriff steht nicht allein: Erst wenige Tage zuvor, am Wochenende nach dem Bremer Einheitsfest, war in der Altstadt ein homosexuelles Paar von einer Gruppe beleidigt und attackiert worden. Über die Attacke auf ein homosexuelles Paar nach dem Einheitsfest hatte die Polizei ebenfalls berichtet.

In derselben Woche stellte die Polizei Bremen zudem einen 25-Jährigen, der in einer Straßenbahn in der Bahnhofsvorstadt auf zwei junge Frauen eingeprügelt hatte. Mutmaßlicher Auslöser war auch dort die sexuelle Orientierung der Betroffenen.

Offen ist, ob die drei Mädchen identifiziert werden können. Für die Ermittlungen wegen Volksverhetzung und gefährlicher Körperverletzung wären ihre Aussagen zentral – bislang fehlen sie der Polizei.