Trump verspricht jedem Erwachsenen 5.000 Dollar pro Jahr
Bild: KI-generiert
Midterms 2026

Trump verspricht jedem Erwachsenen 5.000 Dollar pro Jahr

Trump sagt in Tennessee vor 4.500 Zuschauern, er könne „das Dümmste“ erzählen, und sie würden trotzdem klatschen – zehn Tage vor der Kongresswahl, bei der laut Umfragen nur noch 30 Prozent seiner eigenen Wähler von 2024 sehr begeistert sind.

Veröffentlicht
JUX auf Google folgen

Donald Trump hat seinen Anhängern in Tennessee direkt ins Gesicht gesagt, sie würden ihm jedes Wort durchgehen lassen. „Ich könnte das Dümmste erzählen, und ihr würdet klatschen“, rief der US-Präsident am Samstag in der F&M Bank Arena in Clarksville – und die rund 4.500 Zuschauer in der 6.000 Plätze fassenden Halle klatschten tatsächlich.

Trump betrat die Bühne erst etwa 45 bis 50 Minuten nach dem geplanten Beginn um 14:30 Uhr. Den Satz über sein Publikum schob er sofort nach: „Aber wir sagen nicht das Dümmste; wir sagen Dinge des gesunden Menschenverstands.“ Vor der Kongresswahl am 3. November sollte der Auftritt den Republikanern Schub geben.

X · @cspan
„Ich könnte das Dümmste erzählen, und ihr würdet klatschen. „Oh, ich liebe dich so –“ Es stimmt.“
Donald Trump, US-Präsident

Der Spott blieb nicht in Tennessee: Am 12. Oktober griffen Medien den Auftritt international auf. Konservative Kommentatoren verteidigten die Szene als Scherz, Kritiker wie der Kommentator Harry Sisson fragten, was Trump da eigentlich tue. Der Bericht über die Reaktionen in der Halle hält fest, dass Trumps Anhänger ihm auch bei dieser Spitze zustimmten.

5.000 Dollar pro Jahr für jeden Erwachsenen

Sein zentrales Wahlversprechen wiederholte Trump in Clarksville wörtlich: „Wenn die Republikaner das Repräsentantenhaus und den Senat gewinnen, gebe ich jedem erwachsenen Bürger der Vereinigten Staaten von Amerika 5.000 Dollar pro Jahr.“ Finanziert werden soll das nach dem Bericht über die Kundgebung in Clarksville aus Zolleinnahmen.

Die Gesamtkosten schätzte Trump selbst auf rund eine Billion Dollar. Neu ist das Versprechen nicht: Schon bei einem Auftritt in Dallas am 11. September hatte er sein 5.000-Dollar-Versprechen an alle Erwachsenen vorgetragen, falls seine Partei beide Kammern gewinnt.

Die Begeisterung in der eigenen Basis sinkt

Wenige Tage vor dem Auftritt zeigten Umfragen, dass Trumps Anhänger deutlich weniger motiviert sind als die Gegenseite. In der Erhebung von Reuters und Ipsos vom 30. September bis 5. Oktober bezeichneten sich nur 30 Prozent von Trumps Wählern aus dem Jahr 2024 als „sehr begeistert“ von den Midterms. Bei den Wählern von Kamala Harris waren es 48 Prozent.

Noch deutlicher fällt das Pew Research Center aus. In der am 8. Oktober veröffentlichten Erhebung ist Trumps Zustimmung unter seinen eigenen Wählern von 2024 auf 67 Prozent gefallen – ein Rückgang über vier Erhebungen hinweg.

Trumps Zustimmung unter seinen Wählern von 2024

Anteil der Wähler, die Trumps Arbeit befürworten

Quelle: Pew Research Center, 8. Oktober 2026

Distanzieren oder nicht?

Der republikanische Stratege Charlie Gerow bringt auf den Punkt, worum es in den letzten Wochen geht: „Die Begeisterung muss bei den Republikanern erst entfacht werden, denn die Wahlbeteiligung entscheidet über den Ausgang dieser Midterms.“ Genau das sollte der Auftritt in Clarksville leisten.

Ob der Präsident dabei hilft oder schadet, ist in der Partei umstritten. In einer Umfrage von POLITICO und PF-Global glauben 26 Prozent von Trumps Wählern aus 2024, republikanische Kandidaten hätten bessere Chancen, wenn sie sich vom Präsidenten distanzierten. 62 Prozent der MAGA-Anhänger sehen das Gegenteil.

Umfrage
Lädt

Blackburn, Hagerty und die Tour durch die Staaten

In Clarksville stand Trump nicht allein auf der Bühne: Neben ihm traten Senator Bill Hagerty, der sich in Tennessee zur Wiederwahl stellt, und Senatorin Marsha Blackburn auf, die als republikanische Gouverneurskandidatin antritt. Blackburn nannte ihre demokratische Gegnerin Jerri Green eine „radikale Sozialistin“.

Trump selbst machte die Kongresswahl zur Abstimmung über seine Person: „Ich stehe auf dem Stimmzettel – tut einfach so, als stünde ich auf dem Stimmzettel. Bitte geht hin und wählt.“

Von Dallas nach Clarksville: Trumps Midterm-Kampagne

  1. 11. September 2026
    Parteitag der Republikaner in Dallas

    Trump verspricht jedem erwachsenen US-Bürger 5.000 Dollar im Jahr bei einem Sieg seiner Partei.

  2. 26. September 2026
    Besuch in Knoxville

    Trump schaut im Neyland Stadium das Footballspiel Tennessee gegen Texas an.

  3. 30. September bis 5. Oktober 2026
    Reuters/Ipsos-Umfrage

    Nur 30 Prozent von Trumps Wählern von 2024 sind sehr begeistert von den Midterms, bei den Harris-Wählern sind es 48 Prozent.

  4. 8. Oktober 2026
    Pew Research Center

    Trumps Zustimmung unter seinen eigenen Wählern von 2024 fällt auf 67 Prozent.

  5. 10. Oktober 2026
    Kundgebung in Clarksville

    Vor rund 4.500 Zuschauern sagt Trump, er könne das Dümmste erzählen, und wiederholt sein 5.000-Dollar-Versprechen.

  6. 13. Oktober 2026
    Beginn der Frühwahl in Tennessee

    Trump setzt seine Tour in Ohio, Alaska, Arizona und Montana fort.

  7. 3. November 2026
    Wahltag in den USA

    Bei den Midterms entscheiden die Wähler über die Mehrheiten im Repräsentantenhaus und im Senat.

Die Frühwahl in Tennessee beginnt am 13. Oktober. Danach setzt Trump seine Tour in Ohio, Alaska, Arizona und Montana fort – überall dort, wo seine Partei um Mehrheiten ringt. Ob der offene Spott über die eigene Basis die Anhänger am 3. November an die Urnen treibt oder demotiviert, ist die offene Frage dieser Kampagne.