Norwegischer Hof streicht Königin Sonja aus der Königshausliste
Königin Sonja (89) ist mit dem Ende der Hoftrauer aus der Liste der Königshaus-Mitglieder gestrichen worden – und verliert die Anrede „Ihre Majestät“. Der Hof nennt die bisherige Darstellung einen Fehler, künftig soll nur noch das Königspaar eine Apanage erhalten.
Auf der Website des norwegischen Königshauses stehen seit dem 12. Oktober nur noch drei Personen unter der Rubrik „Königshaus“: König Haakon VIII. (53), Königin Mette-Marit (53) und Kronprinzessin Ingrid Alexandra. Königin Sonja (89), seit 1991 Königin von Norwegen, wird dort nun unter den übrigen Mitgliedern der Königsfamilie geführt.
Mit dem Ende der Hoftrauer hat der Hof seine Website vom Trauer- in den Normalbetrieb umgestellt und neu geordnet – die Meldung über Sonjas Streichung aus dem Königshaus. Sonja zählt seither zu den „übrigen Mitgliedern der Königsfamilie“, gemeinsam mit Prinz Sverre Magnus und Prinzessin Märtha Louise.
Der Hof nennt die alte Seite fehlerhaft
Noch am 17. September war Sonja auf der Seite der Mitglieder des Königshauses abgebildet und genannt – keine vier Wochen vor der Neusortierung. Zwei Tage nach Haralds Tod hatte sie beim Trauergottesdienst in Asker öffentlich getrauert: Sonjas Auftritt mit Tränen in Asker.
Der Hof erklärt die bisherige Darstellung rückblickend zu einem Fehler: Die Seite sei seit Haralds Tod eine vorläufige Seite im Trauermodus gewesen, heißt es in der Schilderung der fehlerhaften Angaben auf der Hof-Website. Kommunikationschefin Guri Varpe begründet die Korrektur mit dem Ende der Trauerzeit:
„Die Website des Königshauses war seit dem Tod von König Harald eine vorläufige Website im Trauermodus, und es herrschte Hoftrauer. Im Zusammenhang mit dem Ende der Trauerzeit wurden nun einige Änderungen an der Website vorgenommen, darunter auch diese.“
Guri Varpe, Kommunikationschefin des Königlichen Hofes
Titel Königin bleibt, die Anrede geht
Sonja verliert die Anrede „Ihre Majestät“; sie ist künftig dem Königspaar vorbehalten. Ihren Titel „Königin“ behält sie und wird weiter mit ihren Titeln angesprochen. Im englischsprachigen Ausland darf sie weiter „Her Majesty Queen Sonja“ genannt werden; Prinz Sverre Magnus und Prinzessin Märtha Louise werden dort weiter „Your Highness“ genannt.
Der Hof begründet den Schritt mit einer Linie, die König Haakon im norwegischen Königshaus fortsetzt. Danach tragen nur Mitglieder des Königshauses überhaupt eine Anredeform – „Ihre Majestät“ oder „Ihre Königliche Hoheit“. Alle übrigen Mitglieder der Königsfamilie werden mit ihren Titeln angesprochen. Kommunikationschefin Guri Varpe formuliert die Regel so:
„H.M. König Haakon hat eine Linie im norwegischen Königshaus fortgeführt, mit begrenzter Verwendung königlicher Anredeformen. Es sind weiterhin nur Mitglieder des Königshauses, die eine Anredeform haben (Ihre Majestät, Ihre Königliche Hoheit). Die übrigen Mitglieder der Königsfamilie werden mit ihren Titeln angesprochen: Königin, Prinz, Prinzessin.“
Guri Varpe, Kommunikationschefin des Königlichen Hofes
Nur das Königspaar bekommt Apanage
Auch finanziell wird das Haus kleiner. Der Haushaltsentwurf der norwegischen Regierung sieht vor, dass künftig nur noch König Haakon und Königin Mette-Marit eine Apanage erhalten. Für Sonja, Prinz Sverre Magnus und Prinzessin Märtha Louise wäre damit keine Apanage mehr vorgesehen.
Mette-Marit selbst nimmt bis Sommer 2027 keine offiziellen Termine wahr. Der Hof hatte am 7. Oktober mitgeteilt, dass sie sich nach ihrer Lungentransplantation im Juni in Rehabilitation befindet – Mette-Marits Auszeit bis Sommer 2027. Auf der Hof-Website bleibt sie dennoch Mitglied des Königshauses.
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Sonja soll weiter repräsentieren
Wie viel Sonja künftig repräsentiert, ist offen. Der Aftenposten-Kommentator Harald Stanghelle rechnet damit, dass der neue König große Unterstützung in seiner Mutter erfährt: Sie werde weiter repräsentieren, unterstützen und helfen, so weit sie es gesundheitlich kann. Kritik kommt dagegen von Ole-Jørgen Schulsrud-Hansen, Königshaus-Experte bei TV 2:
„Und so wie ich es verstehe, eigentlich um diesen Gedanken der geschrumpften Königshäuser fortzuführen, von denen ich nicht so ein großer Fan bin.“
Ole-Jørgen Schulsrud-Hansen, Königshaus-Experte bei TV 2
Der Haushaltsentwurf muss noch durch das Parlament. Und bis Sommer 2027 fällt Mette-Marit als Repräsentantin aus – offen ist, wer die vielen Termine übernimmt, die bisher das Königshaus und seine übrigen Mitglieder getragen haben.