Middelberg nennt Schwesigs Kritik an der CDU drei Nummern zu weit
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Middelberg nennt Schwesigs Kritik an der CDU drei Nummern zu weit

Nach dem Rücktritt von Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas rechnet der stellvertretende Unionsfraktionschef Mathias Middelberg bei „Maischberger“ mit der SPD ab und weist jede Verantwortung von sich. Grünen-Chefin Franziska Brantner hält dagegen.

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Die Union weist jede Mitschuld am Rücktritt von Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas zurück – und greift ihrerseits die SPD scharf an. In der ARD-Sendung „Maischberger“ nannte der stellvertretende Unionsfraktionschef Mathias Middelberg die Kritik von Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig an seiner Partei „drei Nummern zu weit“.

Anlass war die Ausgabe vom Dienstag, 13. Oktober 2026, 22:50 Uhr. Einen Tag nach Bas' Rücktritt als SPD-Co-Vorsitzende und Ministerin diskutierten Grünen-Chefin Franziska Brantner und Middelberg über die Folgen. Mit am Tisch saßen Wolf Biermann sowie die Journalisten Theo Koll, Iris Sayram und Alisha Mendgen.

Brantner hielt der Union vor, in der Regierung „knallt“ es immer wieder, weil die Frage des Umgangs miteinander nicht geklärt sei. Grundlage müsse „Anstand“ sein. Und sie widersprach der Erwartung, Politiker müssten alles wegstecken: „Und eigentlich wollen Bürgerinnen und Bürger keine Roboter haben als Politiker.“

Union weist jede Schuld von sich

Auf die Verantwortung der Union angesprochen, sagte Middelberg: „Ich sehe nicht, dass wir uns etwas vorzuwerfen hätten.“ Den Vorwurf, die CDU habe sich „unmenschlich“ verhalten, wies er zurück. Middelbergs Abrechnung mit der SPD bei „Maischberger“ fiel deutlich aus.

„Wenn Frau Schwesig jetzt sagt, die CDU hat sich unmenschlich verhalten, dann muss ich sagen, da ist die Grenze überschritten. Das ist einfach drei Nummern zu weit.“
Mathias Middelberg, stellvertretender Unionsfraktionschef (CDU)

Middelberg warf der SPD vor, vereinbarte Gesetzentwürfe zu Befristungen und zur Arbeitszeit zu verzögern. Brantner konterte, CDU-Ministerpräsidenten in Ostdeutschland hätten Rentenentwürfe vor den Landtagswahlen bewusst zurückgehalten. Sie nannte das „scheinheilig“.

Streit über False-Flag und Sachsen-Anhalt

Die Wahl des AfD-Politikers Tobias Rausch zum Landtagspräsidenten von Sachsen-Anhalt am 6. Oktober kam ebenfalls zur Sprache. Rausch erhielt 48 Stimmen – vier mehr, als AfD und BSW zusammen haben. Kanzler Friedrich Merz hatte dafür eine „False-Flag-Aktion“ ins Spiel gebracht. Middelberg hält das für unwahrscheinlich: „Ich halte es jetzt ehrlich gesagt für nicht so wahrscheinlich und hätte es dem Kanzler nicht geraten.“

Für die Wahl des Ministerpräsidenten in Sachsen-Anhalt will die CDU-Fraktion geschlossen den Plenarsaal verlassen. Brantner wertete das als „letztes Zeichen der Verzweiflung“ von Landeschef Sven Schulze. Den Berliner Sondierungsstopp mit der Linken verteidigte sie: „Die Linkspartei hat sich nicht an die Abmachung gehalten.“ Brantners Votum für den Sondierungsstopp in Berlin hatte sie bereits am 13. Oktober bekräftigt.

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Der Rücktritt und seine Folgen

Die Vorwürfe rissen auch am Tag danach nicht ab. Am 14. Oktober wiesen Unionsfraktionschef Thorsten Frei und die CDU-Abgeordnete Catarina dos Santos-Wintz die SPD-Kritik zurück. SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf verwies auf Stimmungsmache in Hintergrundgesprächen.

Bas hatte am 12. Oktober ihre Ämter als SPD-Co-Vorsitzende und Bundesarbeitsministerin niedergelegt. Als Gründe nannte sie den Tod ihrer schwerkranken Stieftochter am 30. September und öffentliche Angriffe, auch aus der Union. Bas' Rücktritt als SPD-Chefin und Arbeitsministerin machte den Weg frei für einen Nachfolger.

Wie sich der Streit auf die Arbeit der Koalition auswirkt, ist offen. Die nächste Entscheidung fällt in Sachsen-Anhalt, wo die CDU-Fraktion bei der Wahl des Ministerpräsidenten geschlossen den Plenarsaal verlassen will. In Berlin halten die Grünen an ihrem Sondierungsstopp mit der Linken fest – solange sich die Linke nicht an Abmachungen hält.